Direktor Ernst Johann Janauschek

Photo von Ernst Janauschek
Ernst Janauschek
Bild: WStLA

Personalia

Geboren:

3. Dezember 1914, Wien

Gestorben:

15. Jänner 1973

Beruf:

Angestellter

Verfolgung:

Haft 03.04.1938 - 16.07.1938,
KZ Dachau 16.07.1938 - 14.03.1939

KZ-Nummer:

18181

Ehrungen:

Eisernes Kreuz 2. Klasse

Verwundetenabzeichen schwarz

Mitgliedschaften

Österreichische Volkspartei, ÖVP Kameradschaft der politisch Verfolgten und Bekenner für Österreich

Lebenslauf

Ernst Johann Janauschek kommt in Wien als ehelicher Sohn des Postbeamten Alois Janauschek und seiner Gattin Maria Pauline, geborene Stanek, zur Welt. Nach dem Besuch der Volks- und Bürgerschule absolviert er die Textilfachschule in Wien.

Ernst Janauschek beginnt im April 1934 beim Creditanstalt-Bankverein zu arbeiten und tritt um diese Zeit der Vaterländischen Front und dem Wiener Heimatschutz bei. Beim Wiener Heimatschutz hat er die Funktion eines Milizadjutanten inne und bekämpft die in Österreich verbotenen Nationalsozialisten. 1935 kommt es zu einem politischen Zusammenstoss mit Nationalsozialisten, bei dem laut den vorhandenen Unterlagen Verletzte zu beklagen sind.

Am 12. März 1938 muss der patriotische Österreicher erleben, wie mit dem Einmarsch der deutschen Wehrmacht das freie und unabhängige Österreich untergeht. Am 4. April 1938 wird Ernst Janauschek von den nationalsozialistischen Besetzern verhaftet und am 16. Juli 1938 in das KZ Dachau deportiert. Obwohl er schweren Verfolgungen ausgesetzt ist, kann seine österreichsch-patriotische Gesinnung nicht gebrochen werden. Am 14. März 1939 wird er aus dem Konzentrationslager entlassen und kehrt zurück nach Wien.

Photo der Karteikarte aus dem KZ Dachau von Ernst Janauschek
Karteikarte aus dem KZ Dachau von Ernst Janauschek (Auf der Karteikarte ist fälschlicherweise die Hausnummer 34 als Wohnanschrift angegeben, obwohl Ernst Janauschek auf Hausnummer 35 lebte.)
Bild: Arolsen Archives

Ernst Janauschek wird im Februar 1940 zur Wehrmacht eingezogen. 1941 heiratet er Klara Wassermann und wird in weiterer Folge Vater eines Sohnes (1945) und einer Tochter (1948).

In Irlach in Salzburg erlebt Ernst Janauschek die Befreiung Österreichs und die Wiedererrichtung der Republik im April bzw. Mai 1945. Er gerät nicht in Kriegsgefangenschaft, sondern kehrt über Linz zurück nach Wien.

Heimgekehrt nach Wien tritt Ernst Janauschek der neugegründeten Österreichischen Volkspartei (ÖVP) und der ÖVP-Kameradschaft der politisch Verfolgten und Bekenner für Österreich bei. Bei letzterer Organisation ist er langjähriger Finanzreferent der Landesorganisation Wien.

Beruflich arbeitet Ernst Janauschek bis Februar 1949 bei dem Pharmazie-Unternehmen Chemische Fabrik Fux und kehrt danach wieder als Angestellter zum Creditanstalt-Bankverein zurück, wo er bis zum Direktor aufsteigt.

Ernst Janauschek verstirbt mit 58 Jahren überraschend im aktiven Dienst und findet seine letzte Ruhestätte am Friedhof in Wien-Gersthof.

Photo von Ernst und Klara Janauschek beim Ball des Creditanstalt-Bankvereins in Wien
Ernst und Klara Janauschek beim Ball des Creditanstalt-Bankvereins in Wien
Bild: Otto Janauschek, Privat

Orte

Wohnort:

Verfolgung:

KZ Dachau (Deutschland)

Quellen

Wiener Stadt- und Landesarchiv (WStLA)

Arolsen Archives

Otto Janauschek, Privat

Der Freiheitskämpfer Nr. 1/1973

Matricula Online

Ernst Janauschek

Angestellter
* 3. Dezember 1914
Wien
† 15. Jänner 1973
Haft, KZ Dachau