Margit Maria Heger (geb. Schwimmer)
Personalia
Geboren:
Gestorben:
Beruf:
Verfolgung:
KZ Theresienstadt 28.06.1944 - 08.05.1945
Mitgliedschaften
Lebenslauf
Margit Maria Schwimmer kommt in Budapest als eheliche Tochter des Arztes und Universitätsprofessors an der Universität Budapest Ernst Ludwig Schwimmer und seiner Gattin Helene (Illona), geborene Kern, zur Welt. Sie entstammt einer jüdischen Familie, wo aber die Eltern wahrscheinlich bereits zum katholischen Glauben konvertiert waren. Über ihre Kindheit und Jugend ist nichts erhalten geblieben.
1889 zieht sie nach Wien und heiratet 1890 den katholischen promovierten Pharmazeuten Hans Heger aus Troppau in Mähren [heute: Opava in Tschechien]. 1895 kommt ihr Sohn Ernst Egon und 1899 die Tochter Helene zur Welt. Hans Heger ist Eigentümer und Herausgeber der Zeitung 'Pharmazeutischen Post', Margit Heger kümmert sich um den Haushalt.
1910 verstirbt er erst 15-jährige Sohn Ernst Egon und 1916 die erst 17-jährige Tochter Helene. Im Zeitpunkt der Niederlage Österreich-Ungarns, der Zerschlagung der Doppelmonarchie und der Vertreibung des Hauses Habsburg befinden sich Margit und Hans Heger in Wien. In der Zwischenkriegszeit ist das Ehepaar Heger politisch nicht aktiv.
Am 12. März 1938 müssen Margit und Hans Heger erleben, wie mit dem Einmarsch der deutschen Wehrmacht das freie und unabhängige Österreich untergeht. Mit der Besetzung Österreichs wird die deutsche Gesetzgebung übernommen und damit auch die ‘Nürnberger Rassengesetze’, nach denen Margit Heger als 'Volljüdin’ gilt. Nur die aufrechte Ehe mit einem 'Arier' verhindert eine weitere Verfolgung.
Am 26. April 1940 verstirbt Hans Heger, worauf Margit Heger ohne weiteren Schutz ist. Sie muss, wie alle Jüdinnen, den Zusatznamen 'Sarah' annehmen. Am 26. Mai 1944 muss sie ihre Wohnung, in der sie 50 Jahre lebte, räumen und in eine jüdische Sammelwohnung in der Malzgasse 7, in 2. Wiener Gemeindebezirk übersiedeln. Von dort wird sie am 28. Juni 1944 mit dem Transport 48 c in das KZ Theresienstadt deportiert.
Margit Sarah Heger, geb. Schwimmer ist Jüdin. Nach Angaben des Hauswartes bezog sie eine Lebensrente von der Pharmazeutischen Post, die seinerzeit ihrem Mann gehört hat. Vor ungefähr 6 Wochen wurde sie von der Gestapo abgeholt. Sie soll nach Theresienstadt abgeführt worden sein.
Margit Heger wird am 8. Mai 1945 von der Roten Armee in KZ Theresienstadt befreit und kehrt sofort zurück in das befreite Wien. Sie findet in der Fichtnergasse im 13. Wiener Gemeindebezirk eine neue Wohnung und tritt der neugegründeten Österreichischen Volkspartei (ÖVP) und der ÖVP-Kameradschaft der politisch Verfolgten und Bekenner für Österreich bei.
Margit Heger verstirbt in Wien mit 77 Jahren und findet ihre letzte Ruhestätte im Familiengrab am Wiener Zentralfriedhof.
Quellen
Wiener Stadt- und Landesarchiv (WStLA)
Arolsen Archives
Friedhöfe Wien - Verstorbensuche
