Ladislaus von Chortulansky

Personalia
Geboren:
Gestorben:
Beruf:
Verfolgung:
Haft 10.04.1943 - 15.04.1945,
Ermordet am 15.04.1945
Lebenslauf
Ladislaus von Chortulansky kommt in Batumi im Kaukasus im heutigen Georgien als ehelicher Sohn des russischen Offiziers Eugen von Chortulansky und Julia, geborene Bogdanovic, zur Welt. Sein Vater, ein strikter Gegner des Kommunismus, schließt sich nach dem Untergang des zaristischen Russlands der polnischen Armee an und nimmt am polnisch-sowjetischen Krieg von 1919 bis 1921 teil, wo er im letzten Kriegsjahr fällt.
1920 kommt Ladislaus von Chortulansky zu seiner Tante, Maria Netschipor nach Wien, besucht von 1924 bis 1928 die Volksschule und im Anschluss das Gymnasium, wo er 1937 maturiert. Seine Mutter, Julia von Chortulansky ist nach Thessaloniki in Griechenland gezogen. 1928 besucht er sie dort.
Mit 20 Jahren, im Jahre 1938, muss Ladislaus von Chortulansky erleben, wie das freie und unabhängige Österreich mit dem Einmarsch der deutschen Wehrmacht untergeht. Im gleichen Jahr erwirbt er die polnische Staatsbürgerschaft. Als mit dem 1. September 1939 der deutsch-sowjetische Angriffskrieg auf Polen beginnt und mit der Zerschlagung dieses Staates endet, wird er staatenlos.
1941 beginnt Ladislaus von Chortulansky eine Beziehung mit Johanna Hanna, aus der 1943 ein unehelicher Sohn entspringt. Dies führt dazu, dass Johanna Hanna mit ihren Eltern bricht und zu Ladislaus von Chortulansky zieht.
Unmittelbar vor der Geburt seines Sohnes im Februar 1943 war Ladislaus von Chortulansky im besetzten Polen, um eine Verlassenschaft zu klären. Dort wird er von Mitgliedern der Armia Krajowa (der polnischen Heimatarmee) angesprochen und gefragt, ob er sich in dieser engagieren möchte. Er willigt ein und wird beauftragt, in Wien Informationen über die deutsche Wehrmacht zu beschaffen. Diese Informationen würden der polnischen Exilregierung in London übermitteln werden, die diese an den britischen Geheimdienst weiterleiten würde.
Zurück in Wien betätigt sich Ladislaus von Chortulansky aktiv im Widerstand, trifft sich regelmäßig mit Mitgliedern der Armia Krajowa, sammelt Informationen und versorgt Mitglieder mit Waffen. Seine Lebensgefährtin Johanna Hanna fertigt Berichte auf der Schreibmaschine an. Mitte März 1943 wird Ladislaus von Chortulansky zum Fähnrich der Armia Krajowa, mit der Kennnummer P15, ernannt.
Die Aktivitäten von Ladislaus von Chortulansky bleiben der Gestapo nicht verborgen. Am 14. April 1943 wird er verhaftet und am 27. Februar 1945 vom Volksgerichtshof wegen 'Landesverrats' und 'Spionage' zum Tode verurteilt. Als sich die Rote Armee der Stadt Wien nähert, wird er am 5. April 1945 in das Zuchthaus Stein an der Donau verlegt. Am 15. April 1945 wird er gemeinsam mit anderen Gefangenen von der SS aus dem Zuchthaus getrieben und beim Verlassen des Tores erschossen.
Seine Lebensgefährtin Johanna Hanna, die zu einer achtjährigen Haftstrafe verurteilt wurde, überlebt den Krieg. Am 25. November 1945 heiratet sie Ladislaus von Chortulansky in posthum und engagiert sich in der ÖVP-Kameradschaft der politisch Verfolgten und Bekenner für Österreich. Sie überlebt ihren Ehemann um 57 Jahre.
Orte
Wohnort:
Quellen
Wiener Stadt- und Landesarchiv (WStLA)
Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands (DÖW)
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