Rudolf Jellinek
Personalia
Geboren:
Gestorben:
Beruf:
Verfolgung:
Haft 04.11.1942 - 01.04.1943,
KZ Theresienstadt 01.04.1943 - 29.09.1944,
KZ Auschwitz 29.09.1944 - 10.10.1944,
KZ Dachau 10.10.1944 - 29.04.1945
KZ-Nummer:
Mitgliedschaften
Lebenslauf
Rudolf Jellinek kommt in Wien als ehelicher Sohn des Prokuristen Heinrich Jellinek und seiner Gattin Charlotte, geborene Wohlmuth, zur Welt. Sein Vater war vom jüdischen Glauben ausgetreten und konfessionslos, seine Mutter jüdischen Glaubens; Rudolf Jellinek wird katholisch getauft. 1929 kommt seine Schwester Emmi Jellinek zur Welt. Nach der Volksschule besucht Rudolf Jellinek das Brigitta-Realgymnasium im 20. Wiener Gemeindebezirk [heute: Gymnasium am Augarten]. Sein Religionslehrer ist Anton Maria Pichler.
Am 12. März 1938, Rudolf Jellinek ist gerade in der 5. Klasse des Gymnasiums und möchte später Medizin studieren, geht das freie und unabhängige Österreich mit dem Einmarsch der deutschen Wehrmacht unter. Mit der Besetzung Österreichs wird die deutsche Gesetzgebung übernommen und damit auch die ‘Nürnberger Rassengesetze’, nach denen er als 'Volljude’ gilt. Er kann die 5. Klasse im Schuljahr 1937/38 noch abschließen, ein weiterer Schulbesuch wird ihm aber von den nationalsozialistischen Machthabern untersagt. Danach arbeitet er als Elektriker-Hilfsarbeiter bei der Firma Prohaska & Co im 1. Wiener Gemeindebezirk. Am 19. September 1941 wird das tragen verpflichtende des gelben 'Judensterns' eingeführt.
Rudolf Jellinek engagiert sich bei der verbotenen Kommunistischen Partei Österreichs (KPÖ) und verteilt Propagandamaterial. Am 4. November 1942 wird er deshalb von der Gestapo verhaftet und am 1. April 1943, gemeinsam mit seinen Eltern und seiner Schwester, in das KZ Theresienstadt deportiert. Von dort erfolgt am 29. September 1944 seine Überstellung in das KZ Auschwitz und am 10. Oktober 1944 die Weiterleitung in das KZ Dachau. Dort wird er am 29. April 1945 von der US-Army befreit.
Rudolf Jellinek kehrt zurück nach Wien und heiratet bald danach, die Ehe geht jedoch in Brüche. Er tritt der neugegründeten Österreichischen Volkspartei (ÖVP) und der ÖVP-Kameradschaft der politisch Verfolgten und Bekenner für Österreich bei. Nachdem er kurz bei den us-amerikanischen Befreiern und im Bundesamt für Eich- und Vermessungswesen arbeitet, gründet er 1953 eine Textilhandelsagentur und heiratet 1954 ein weiteres Mal. Später ist er ehrenamtliches Mitglied des Landesvorstandes der ÖVP-Kameradschaft der politisch Verfolgten und Bekenner für Österreich.

Als Texitilhandelsagent geht Rudolf Jellinek in Pension und verstirbt mit 71 Jahren. Er findet seine letzte Ruhestätte in der Feuerhalle in Wien-Simmering.
Rudolf Jellineks Eltern und seine Schwester werden Opfer der Shoah.
Quellen
Wiener Stadt- und Landesarchiv (WStLA)
Österreichisches Staatsarchiv (ÖStA)
Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands (DÖW)
Arolsen Archives
Archiv der ÖVP-Kameradschaft der politisch Verfolgten und Bekenner für Österreich (KPV)
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