Anton Brunnbauer
Personalia
Geboren:
Gestorben:
Beruf:
Verfolgung:
Haft 14.03.1938 - 16.03.1938,
Haft 22.09.1943 - 29.05.1944,
Strafkompanie 12.06.1944 - 08.08.1945
Mitgliedschaften
Lebenslauf
Anton Brunnbauer kommt als Sohn des Weinschänkers und Hausbesitzers Johann Brunnbauer und Maria, geborene Trunk, in Weidling in Niederösterreich zur Welt. Nach der Schulbildung tritt er 1926 in das Österreichische Bundesheer ein, wo er bis 1932 bleibt. Danach ist er arbeitslos. 1933 heiratet er die ebenfalls aus Weidling stammende Maria Weigl, mit der er in der Folge zwei Kinder hat.
Anton Brunnbauer steht dem Nationalsozialismus von Anfang an kritisch gegenüber und engagiert sich aktiv gegen Nationalsozialisten.
Er soll in gehässiger Weise in der Verbotszeit gegen Nationalsozialisten vorgegangen sein.
Am 12. März 1938 muss der noch immer von Gelegenheitsjobs lebende Anton Brunnbauer erleben, wie das freie und unabhängige Österreich mit dem Einmarsch der deutschen Wehrmacht untergeht. Am 14. März 1938 wird er aufgrund seiner Gegnerschaft zum Nationalsozialismus für zwei Tage festgehalten.
1939 findet er Arbeit als Angestellter bei der Heeresstandortverwaltung in Klosterneuburg. Am 10. Juni 1941 wird Anton Brunnbauer zur Wehrmacht einberufen und zuerst in die Niederlande versetzt. Als Obergefreiter erfolgt 1943 die Überstellung nach Korinth in Griechenland. Dort schreibt er - wie sonst auch üblich - wieder Briefe an seine Familie, wobei er diesmal regimekritische Anmerkungen macht.
Schuld an dem ganzen Weltunglück ist nur die nat.soz. Erhebung.
Wenn die grossmauligen Preussen noch weiter schreien werden, wird man ihnen eine Stadt um die andere in Schutt und Asche legen.
Die ‘Deutsche Wehrmacht’ wird am Balkan genau so einen glorreichen Rückzug machen, wie die Engländer in Dünkirchen.
Seine Briefe werden von der Heereszensurstelle kontrolliert und abgefangen. Am 22. September 1943 wird Anton Brunnbauer verhaftet und in Heeresunterschungshaft genommen. In einem Verfahren vor dem Militärgericht wird er am 8. März 1944 zu 6 Wochen Haft wegen ‘Wehrkraftzusetzung’, ohne Anrechnung der Untersuchungshaft und Degradierung verurteilt. Er kommt mehr als sechs Monate später, am 29. Mai 1944, frei, soll aber sofort einer Strafkompanie zugeteilt werden. Da er an Malaria erkrankt, muss er zuerst im Lazarett behandelt werden, bevor er am 12. Juni 1944 der Strafkompanie 999 zur ‘Frontbewährung’ zugeteilt wird.
Bei den Kriegshandlungen wird Anton Brunnbauer im Dezember 1944 schwer verletzt. Vom 21. Dezember 1944 bis 14. Februar 1945 ist er im Lazarett in Lüneburg und wird anschließend wieder in den Krieg, in die Strafkompanie 999, geworfen, wo er aber an keinen Kämpfen mehr teilnimmt.
Im Mai 1945 erlebt Anton Brunnbauer die Befreiung Österreichs und kehrt am 6. Juni 1945, ohne in Kriegsgefangenschaft gewesen zu sein, nach Weildling zurück. Danach beginnt er in der Gemeine Klosterneuburg als Gemeindebeamter zu arbeiten. Er tritt der ÖVP-Kameradschft der politisch Verfolgten und Bekenner für Österreich bei. Als Gemeindebeamter geht er in den Ruhestand und verstirbt im 80. Lebensjahr im Franziskus Spital in Wien-Margareten.
Orte
Wohnort:
Quellen
Wiener Stadt- und Landesarchiv (WStLA)
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