Ludwig Dobrovits

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Ludwig Dobrovits (WStLA)

Personalia

Geboren:

8. März 1916, Fürstenfeld

Gestorben:

14. Dezember 1983, Wien

Beruf:

Elektriker

Verfolgung:

Haft 24.10.1939 - 29.11.1942,
Strafkompanie 29.11.1942 - 28.09.1944

Mitgliedschaften

Sozialdemokratische Partei Österreichs, Reichsbund für Jugend und Sport, Kommunistische Partei Österreichs, ÖVP Kameradschaft der politisch Verfolgten und Bekenner für Österreich

Lebenslauf

Ludwig Dobrovits kommt in Fürstenfeld als ausserehelicher Sohn des Fabriksarbeiters Johann Dobrovits und Maria, geborene Fuchs, zur Welt. Nach der Volksschule besucht er drei Klassen der Bürgerschule und beginnt im Anschluss eine Lehre als Elektriker. In dieser Zeit engagiert er sich im marxistischen Verein 'Freie Schule Kinderfreund' und bei den 'Roten Falken' der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei (SDAP) [heute: SPÖ]. 1929 bis 1932 ist er Mitglied des Arbeiterfußballvereins Fürstenfeld.

1933 wende sich Ludwig Dobrovits von der Sozialdemokratie ab und tritt dem österreichischen Heimatschutz und der Vaterländischen Front bei. Er engagiert sich darüberhinaus im Reichsbund für Jugend und Sport.

Am 12. März 1938 muss Ludwig Dobrovits erleben, wie das freie und unabhängige Österreich mit dem Einmarsch der deutschen Wehrmacht untergeht.Er findet Arbeit als Elektriker bei der Firma Hopf in Fürstenfeld und knüpft dort Kontakte zu Mitgliedern der illegalen Kommunistischen Partei Österreich (KPÖ), tritt bei und versucht weitere Mitglieder für die illegale Partei zu akquirieren.

Ludwig Dobrovits versucht unter anderem seinen Kollegen Herbert Strobl für die Gruppe zu werben. Ihm erzählt er im September 1939, dass es bereits eine große Gruppe illegaler Kommunisten in Fürstenfeld gäbe und dass der Kommunismus nunmehr nicht mehr aufzuhalten sei. Im Gasthof Laky in Mosendorf grüßt er andere Gäste provokant mit 'Heil Moskau' und vertritt auch dort öffentlich die Meinung, dass die kommunistische Machtübernahme nur eine Frage der Zeit sei.

Ludwig Dobroski wird verraten und am 24. Oktober 1939 von der Gestapo verhaftet. In einem Prozess vor dem Oberlandesgericht Wien wird er am 12. April 1940 wegen 'Vorbereitung zum Hochverrat' zu zwei Jahren und sechs Monaten Haft verurteil. Er verbringt die Haft in Graz, Halle, Papenburg und Kiel.

Am 29. November 1942 wird Ludwig Dobrovski einer Strafkompanie zugeteilt, wo er bis 28. September 1944 bleibt. Danach wird er in die reguläre Wehrmacht übernommen.

Als Soldat der Wehrmacht erlebt er die Befreiung Österreichs und die Wiedererrichtung der Republik Ende April 1945. Nach dem Krieg eröffnet er ein Handelsgeschäft für Elektrik in Wien und tritt der ÖVP-Kameradschaft der politisch Verfolgten und Bekenner für Österreich bei. 1948 heiratet er Maria Grasmuk. Sein Elektrikhandel gerät in der Folge in wirtschaftliche Turbulenzen und auch die Ehe zerbricht.

1976 geht Ludwig Dobrovits in Pension und heiratet Aloisia Theresia Mölzer. Er verstirbt mit 66 Jahren in Wien.

Orte

Wohnort:

Schießstattgasse 16 (Fürstenfeld)

Quellen

Wiener Stadt- und Landesarchiv (WStLA)

Matricula Online

Ludwig Dobrovits

Elektriker
* 8. März 1916
Fürstenfeld
† 14. Dezember 1983
Wien
Haft, Strafkompanie