Regierungsrat Dr. Franz Parak

Personalia

Geboren:

10. Jänner 1896, Gopprechts-Schönau

Gestorben:

20. Juni 1985, Baden

Beruf:

Lehrer und Schulinspektor

Verfolgung:

Haft 11.03.1938 - 12.03.1938,
Haft 27.04.1938 - 13.09.1938,
Entlassung 03.10.1938

Ehrungen:

Militärverdienstkreuz mit KD und Schwertern des Eisernen Halbmondes

Goldenes Verdienstzeichen der Republik Österreich

Goldenes Ehrenzeichen der Republik Österreich

Ehrenzeichen für Verdienste um die Befreiung Österreichs

Mitgliedschaften

Österreichische Volkspartei, ÖVP Kameradschaft der politisch Verfolgten und Bekenner für Österreich

Lebenslauf

Franz Parak kommt in Gopprechts-Schönau als ehelicher Sohn des gleichnamigen Waldhegers Franz Parak und seiner Gattin Maria Anna, geborene Student, zur Welt. Er besucht das Realgymnasium in Horn und maturiert dort 1914. Danach macht er die Ausbildung zum Hauptschullehrer und wird, als Lehrer, in den Ersten Weltkrieg eingezogen.

Nach der Niederlage Österreich-Ungarns, der Zerschlagung der Doppelmonarchie und der Vertreibung des Hauses Habsburg gerät Franz Parak in italienische Kriegsgefangenschaft. Im Gefangenenlager von Monte Cassino lernt er 1918/19 den Philosophen Ludwig Wittgenstein kennen. Die Deutsche Biographie nennt ausdrücklich die drei Männer Ludwig Hänsel, Michael Drobil und Franz Parak als Wittgensteins dortige Bekannte. Heimgekommen aus der Gefangenschaft heiratet er die spätere Literatin Hertha Hofmann und wird in weiterer Folge Vater von drei Kindern.

1922 zieht Franz Parak nach Eggenburg um dort zu unterrichten. Im Wintersemester 1930/31 inskribiert er Germanistik an der philosophischen Universität der Universität Wien. Er schriebt seine Dissertation zum Thema 'Barocke Kunst und österreichische Dichtung im siebzehnten Jahrhundert' und wird am 12. Juni 1936 zum Doktor der Philosophie promoviert.

Franz Parak ist Mitglied des Niederösterreichischen Heimatschutzes und der Vaterländischen Front. Als Mitglied des Heimatschutzes nimmt er an der Niederschlagung des nationalsozialistischen Putschversuches im Juli 1934, bei dem Bundeskanzler Engelbert Dollfuss ermordet wird, teil. Innerhalb der Vaterländischen Front engagiert er sich als Bezirkswerbeleiter und als Redner bei diversen Veranstaltungen. Auch in diesen Funktionen nimmt er eine klare Gegenposition zum Nationalsozialismus ein.

Am 12. März 1938 muss Franz Parak erleben, wie mit dem Einmarsch der deutschen Wehrmacht das freie und unabhängige Österreich untergeht. Bereits in der Nacht der Besetzung Österreichs wird er am 11. März 1938 für einen Tag verhaftet. Eine weitere Verhaftung erfolgt am 27. April 1938. In der Haft wird er schwer Misshandelt und am 13. September 1938 aus der Haft entlassen. Seine Entlassung aus dem Schuldienst erfolgt am 3. Oktober 1938.

Franz Parak lebt danach zurückgezogen mit seiner Ehefrau. Im April bzw. Mai 1945 erlebt er die Befreiung Österreichs und die Wiedererrichtung der Republik. Er wird rehabilitiert und 1952 zum Bezirksschulinspektor befördert. Politisch engagiert er sich bei der neugegründeten Österreichischen Volkspartei (ÖVP) und der ÖVP-Kameradschaft der politisch Verfolgten und Bekenner für Österreich.

1961 geht er in den Ruhestand und wirkt danach als Schriftsteller. So publiziert er das Buch 'Und es wird nie wieder sein'. Später zieht Franz Perak nach Baden. Er verstirbt nach seiner Ehefrau mit 89 Jahren und findet seine letzte Ruhestätte am Friedhof in Baden.

Orte

Wohnort:

Kremserstraße 1 (Eggenburg)

Quellen

Wiener Stadt- und Landesarchiv (WStLA)

Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands (DÖW)

Archiv der Universität Wien

Matricula Online

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Franz Parak

Lehrer und Schulinspektor
* 10. Jänner 1896
Gopprechts-Schönau
† 20. Juni 1985
Baden
Entlassung, Haft