Rittmeister Anton Heinrich Kimla (geb. Kimla, später Kimla-Fischel und Kimla-Malieski)
Personalia
Geboren:
Gestorben:
Beruf:
Verfolgung:
Haft 01.09.1939 - 10.09.1939,
KZ Buchenwald 10.09.1939 - 10.02.1940
KZ-Nummer:
Mitgliedschaften
Lebenslauf
Anton Heinrich Kimla kommt in Wien als unehelicher Sohn von Henriette Maria Kimla zur Welt. Sein leiblicher Vater ist unbekannt. Seine Mutter heiratet später nach Deutschland. Anton Kimla nimmt den Doppelnamen 'Kimla-Fischel' an. Nach der Volksschule besucht er ein Realgymnasium in Berlin, wo er wahrscheinlich 1900 das Abitur ablegt. Danach studiert er für drei Semester an der technischen Hochschule in Hannover, bricht das Studium jedoch ab und kehrt zurück nach Wien.
Am 6. März 1902 tritt er in den Dienst des k.u.k. Ulanenregiments Nr. 8 'Graf Auersperg', wo er 1905 zum Leutnant aufsteigt. 1908 ändert er seinen Namen wieder auf 'Kimla'. 1910 heiratet seine Mutter Josef Malieski. Dieser adoptiert Anton Kimla, woraufhin Anton Kimla den Namen 'Kimla-Malieski' annimmt.
1911 heiratet der inzwischen zum Rittmeister aufgestiegene Anton Kimla-Malieski Stefanie Bisenias, scheidet aus dem Militär aus und kauft das Gut Vasoldsberg in der Steiermark. In den nächsten Jahren vergrößert er die Gutsfläche und investiert in den Betrieb. Später ändert er seinen Namen wieder auf Kimla.
Als Gutsherr im Gut Vasoldsberg erlebt Anton Kimla die Niederlage Österreich-Ungarns, die Zerschlagung der Doppelmonarchie und die Vertreibung des Hauses Habsburg. 1921 wird seine Ehe geschieden. In den folgenden Jahren kann Anton Kimla das Gut wirtschaftlich erfolgreich weiterführen. 1932 heiratet er Ernestine Maria Griehser.
In den 1930er Jahren tritt Anton Kimla, als patriotischer Österreicher, energisch gegen den Nationalsozialismus auf. Ende der 1930er Jahre gerät das Gut Vasoldsberg in wirtschaftliche Probleme.
Am 12. März 1938 muss Anton Kimla erleben, wie mit dem Einmarsch der deutschen Wehrmacht das freie und unabhängige Österreich untergeht. Aufgrund der wirtschaftlichen Probleme steht das Gut Vasoldsberg kurz vor dem Verkauf. Am 1. September 1939 wird Anton Kimla aufgrund seiner Gegnerschaft zum Nationalsozialismus verhaftet und am 10. September 1939 in das KZ Buchenwald deportiert. Von dort wird er am 10. Februar 1940 entlassen. Heimgekehrt veräußert er gezwungenermaßen das Gut Vasoldsberg an die Steyr-Daimler-Puch-Werke und zieht mit seiner Ehefrau am 12. November 1940 nach Wien. Altersbedingt wird er nicht eingezogen und lebt als Pensionist mit seiner Ehefrau.
In Wien erlebt Anton Kimla die Befreiung Österreichs und die Wiedererrichtung der Republik im April bzw. Mai 1945. Er tritt der neugegründeten Österreichischen Volkspartei (ÖVP) und der ÖVP-Kameradschaft der politisch Verfolgten und Bekenner für Österreich bei.
Anton Kimla verstirbt mit 76 Jahren in Wien.
Quellen
Wiener Stadt- und Landesarchiv (WStLA)
Österreichisches Staatsarchiv (ÖStA)
Arolsen Archives
Matricula Online
Schloss Vasoldsberg unter www.schloss-vasoldsberg.at
