Oberlehrer Karl Josef Laab
Personalia
Geboren:
Gestorben:
Beruf:
Verfolgung:
Haft 15.03.1938 - 24.05.1938,
KZ Dachau 24.05.1938 - 13.03.1939,
Entlassung 28.02.1939
KZ-Nummer:
Lebenslauf
Karl Josef Laab kommt in Wien als ehelicher Sohn des Angestellten Michael Laab und seiner Gattin Leopoldine, geborene Ziska, zur Welt. Nach der Volksschule besucht er für ein Jahr die Bürgerschule bevor er an ein Gymnasium wechselt. Nach vier Jahren der Gymnasialunterstufe besucht er die Landeslehrerbildungsanstalt, wo er am 25. September 1912 maturiert. Danach inskribiert er Philosophie an der Universität Wien und beginnt am 15. Februar 1913 als Volksschullehrer zur arbeiten. Sein Studium bricht er nach sieben Semestern ab.
Karl Laab wird nicht in den Ersten Weltkrieg eingezogen, sondern arbeitet als Volksschullehrer. Seine Lehrbefähigungsprüfung als Volksschullehrer besteht er am 12. April 1915. Nach einigen Stationen beginnt er in der Volksschule Am Platz 2, im 13. Wiener Gemeindebezirk zu arbeiten und tritt dem Verein katholischer Lehrer bei. In Wien erlebt er die Niederlage Österreich-Ungarns, die Zerschlagung der Doppelmonarchie und die Vertreibung des Hauses Habsburg.
Am 25. Juni 1922 heiratet Karl Laab die Volksschullehrerin Marie Sedlak, die Ehe bleibt kinderlos. Der patriotische Österreicher tritt später der Vaterländischen Front bei, den Nationalsozialismus lehnt er strikt ab. Seine Ablehnung macht er auch öffentlich bekannt und geht gegen nationalsozialistische Kollegen vor. Am 6. Juli 1935 wird er zum Volksschuldirektor der Volksschule Am Platz 2 ernannt. Seine Ehefrau hört im gleichen Jahr als Lehrerin auf, um sich um die kranken Eltern zu kümmern.
Im Herbst 1937 bezeichnet er im Café Exzelsior, in der Landstraßer Hauptstraße im 3. Wiener Gemeindebezirk Adolf Hitler unter anderem als 'syphilitischen Paralytiker' und äußert sich abwertend über die NSDAP. Der Besitzer des Lokals Leo Neurauter und der Gast Karl Majon sind Ohrenzeugen dieser Äußerungen.
Er [Karl Laab] war im Bezirk wegen seiner existenzbedrohenden Äußerungen gegenüber nationalsozialistischen Kollegen während der Systemzeit stattsam bekannt.
Am 12. März 1938 erlebt Karl Laab, wie mit dem Einmarsch der deutschen Wehrmacht das freie und unabhängige Österreich untergeht. Die Ohrenzeugen des Café Exzelsior verraten ihn bei der Gestapo und er wird am 15. März 1938 verhaftet. Am 24. Mai 1938 erfolgt seine Deportation in das KZ Dachau und seine formale Dienstenthebung am 20. September 1938.
Karl Laab wird am 28. Februar 1938 offiziell aus dem Schuldienst und am 13. März 1939 aus dem Konzentrationslager entlassen. Die Misshandlungen und nicht behandelte Darmzysten führen in weiterer Folge zum Ausbruch von Darmkrebs, an dem er am 27. April 1943 verstirbt. Er findet seine letzte Ruhestätte am Wiener Zentralfriedhof.
Seine Ehefrau Marie Laab erlebt die Befreiung Österreichs und die Wiedererrichtung der Republik im April bzw. Mai 1945. Sie tritt wieder in den Lehrdienst ein und wird Mitglied der neugegründeten Österreichischen Volkspartei (ÖVP) sowie der ÖVP-Kameradschaft der politisch Verfolgten und Bekenner für Österreich. Als Volksschuldirektorin tritt sie später in den Ruhestand und verstirbt 1972.
Quellen
Wiener Stadt- und Landesarchiv (WStLA)
Arolsen Archives
Matricula Online
Friedhöfe Wien - Verstorbenensuche
