Selige Schwester M. Berchmana (Karoline Anna) Leidenix FDC

Personalia
Ordensname:
Geboren:
Gestorben:
Beruf:
Verfolgung:
Verschleppt 10.12.1941,
Ermordet 23.12.1941
Lebenslauf
Karoline Anna Leidenix wird in Enzersdorf an der Fischa als Tochter von Michael und Josefa geboren. 1868 erblickt ihre jüngere Schwester Mathilde das Licht der Welt. Eine dritte Schwester kommt tot zur Welt. Da der Vater bald die Familie verlässt, muss die Familie in bitterer Armut leben. 1878, Karoline Anna ist gerade 12 Jahre alt, nimmt die Grüderin der Kongregation der Töchter der göttlichen Liebe, Franziska Lechner, die beiden Schwestern in das Internat in die Marienanstalt in Wien auf, um ihnen eine Ausbildung zu ermöglichen.
Bereits in der Schulzeit erwacht in den beiden Schwestern der Wunsch, sich dem Orden anzuschließen. 1882 tritt Karoline Anna Leidenix schließlich der Kongregation der Töchter der göttlichen Liebe bei und erhält den Ordensnamen M. Berchmana. (Ihre Schwester tritt kurze Zeit später in die Kongregation ein). Am 17. August 1892 legt sie ihre Ewige Profess ab und wird 1883 nach Sarajewo versetzt.
Sie erlernt die kroatische Sprache sehr schnell und legt erfolgreich Zulassungsprüfungen zum Unterricht an deutschsprachigen Schulen in insgesamt 14 Fächern ab. Sie unterrichtet in Sarajevo, Tuzla, Breške und Pale. Auch in der Kinderkrankenpflege ist sie tätig.
Nach der Schließung der deutschsprachigen Schulen 1923 ist sie ausschließlich in Pale aktiv und gibt dort gibt katholischen, orthodoxen, muslimischen und jüdischen Kindern Privatunterricht.
Unter den serbisch-orthodoxen Einwohnern von Pale ist sie in den letzten Jahren ihres Lebens als die „Mutter der Serben“ bekannt, weil sie ihnen so viel Gutes tut und Orthodoxe nie anders behandelt als Katholiken.
Im Zweiten Weltkrieg kommen die Ordensschwestern zwischen die Fronten. Tito-Partisanen, Tschetniks und die deutsche Wehrmacht bekämpfen einander. Die Schwestern weigern sich aber, Pale zu verlassen, wo sie ein Erholungsheim betreuen.
Am 10. Dezember 1941 bricht eine Gruppe von Tschetniks in das Kloster ein und treibt die fünf verbleibenden Schwestern und andere Hausbewohner bei beißender Kälte über tief verschneite Bergpfade etwa 65 km weit nach Goražde, wo sie interniert werden. Die betrunkenen Tschetniks haben sich zum Ziel gesetzt, die Schwestern zu missbrauchen.
Wie Ohrenzeugen aus der Umgebung, die die Beschimpfungen und Flüche der Soldaten, ebenso wie die Gebete und Klagen der Schwestern, hören, berichten, ergreifen vier Schwestern als letzten Ausweg die Flucht durch das Fenster im dritten Geschoß des Hauses und bleiben schwer verletzt liegen, bis die wütenden Verfolger sie mit zahllosen Messerstichen ermorden. Die Leichen werden ihrer Kleider beraubt und nach einigen Tagen, in denen sie den Blicken sensationslüsterner Passanten ausgesetzt sind, von der Drina hinweg gespült.
Schwester M. Berchmana wird auf dem langen Marsch von den anderen getrennt. Von den ungewohnten Anstrengungen auf dem langen Marsch ist sie ganz erschöpft, obwohl sie streckenweise auf einem Schlitten geführt wird, der allerdings oft umkippt.
Als Gefangene wird sie in Sjetlina bei einer Familie untergebracht. Nach 10 Tagen wird Schwester M. Berchmana in den Wald von Sjetlina getrieben und dort im Alter von 76 Jahren ermordet.
Ihren Mördern schenkt sie noch Ihren Rosenkranz.
Unser Vater sagte den zwei Männern, sie sollen die Schwester im Haus lassen, sie könne nicht mehr gehen, sie sei schon alt. Sie nahmen sie trotzdem mit und setzten sie auf den Schlitten […]. Nach einer Stunde kehrten die Tschetniks zurück. Einer von ihnen hatte den Rosenkranz von Sr. Berchmana um den Hals hängen. Ich hätte ihn sehr gerne gehabt und bat den Mann, mir den Rosenkranz zu schenken. Er antwortete, dass er ihn von der Schwester bekommen habe, und dass er ihn brauche.
Am 24. September 2011 werden Schwester M. Berchmana und die anderen 4 Märtyrerinnen von der Drina von Papst Benedikt XVI seliggesprochen.
Orte
Wirkungsstätte:
Quellen
- www.lebenssinn.at
- www.orf.at
Krajačić FDC, Ozana (2011): Die Märtyrerinnen von der Drina. Leben und Martyrium (Zagreb)
