Herbert Kurt Haber

Personalia
Geboren:
Gestorben:
Beruf:
Verfolgung:
Studienverbot 12.03.1938,
Zwangsarbeit 19.10.1942 - 06.12.1944
Mitgliedschaften
Lebenslauf
Herbert Kurt Haber kommt in Wien als ehelicher Sohn des Textil- und Chemieindustriellen Hans Haber und seiner Gattin Maria, geborene Starkl, zur Welt. Sein Vater ist Jude, seine Mutter römisch-katholisch; Herbert Haber wird jüdisch erzogen und ist Mitglied der israelitischen Kultusgemeinde. Bei seiner Geburt stirbt sein Zwillingsbruder. Herbert Haber leidet, ebenso wie sein jüngerer Bruder, unter Hämophile [Anm.: der Bluterkrankheit].
Nach der Volksschule besucht Herbert Haber die Hauptschule in der Hirschengasse 18, im 6. Wiener Gemeindebezirk. Aufgrund seiner Krankheit hat er stets unzählige Blutergüsse an Händen und Füßen, sowie schwere Gelenksbeeinträchtigungen. Ab den 12. Lebensjahr muss er krankheitsbedingt einen Stützapparat tragen. Ungeachtet dessen, schließt er die Pflichtschule am 3. Juli 1937 ab. Aufgrund seiner körperlichen Beeinträchtigung kann er keinem stehenden Beruf nachgehen, weshalb er sich bei der Privat-Handelsschule A. Weiss anmeldet, da er im Anschluss eine Uhrmacher-Lehre absolvieren möchte.
Am 12. März 1938 erlebt Herbert Haber, wie mit dem Einmarsch der deutschen Wehrmacht, das freie und unabhängige Österreich untergeht. Mit der Besetzung Österreichs wird die deutsche Gesetzgebung übernommen und damit auch die ‘Nürnberger Rassengesetze’, nach denen er als ‘Mischling I. Grades’ gilt. Sein Vater gilt als 'Volljude', der Betriebt wird arisiert und sein Vater Emigriert am 1. August 1938 in das Vereinte Königreich.
Herbert Haber wird aufgrund seiner jüdischen Abstammung ein weiterer Schulbesuch verwehrt. Am 12. Oktober 1938 konvertiert er zum katholischen Glauben. Trotz seiner körperlichen Beeinträchtigung wird er ab 19. Oktober 1942 als Hilfsarbeiter zwangsverpflichtet. Nachdem er aber für körperliche Arbeit eingesetzt wird, erfolgt sowohl bei der Firma Victoria Wien, Erich Quehler Wien, der Zeitung Südost-Echo und Leo Köhler Wien sehr schnell wieder die Kündigung. Die zuständige 'Betreuerin' im Arbeitsamt, Josefine Wiesbauer, droht ihm aufgrund der häufigen Entlassungen mit der Einweisung in ein Konzentrationslager.
Der psychische Druck unter dem Herbert Haber leidet, führt 1944 zum Ausbruch von Epilepsie. Schließlich arbeitet er bei der Stahlfabrik Madress GmbH an einer Stanzmaschine. Obwohl nicht einsatzfähig und trotz Spitalaufenthalten, wird er vom Geschäftsführer nicht gekündigt um eine Einlieferung in ein Konzentrationslager zu verhindern. Mit 6. Dezember 1944 endet seine Dienstverpflichtung.
In Wien erlebt Herbert Haber die Befreiung Österreichs und die Wiedererrichtung der Republik im April bzw. Mai 1945. Er tritt der neugegründeten Österreichischen Volkspartei (ÖVP) und der ÖVP-Kameradschaft der politisch Verfolgten und Bekenner für Österreich bei.
Aufgrund seiner schweren körperlichen Behinderungen, die sich durch die Dienstverpflichtung massiv verschlechtert haben, ist Herbert Haber arbeitsunfähig und geht in invaliditätsbedingte Frühpension. In weiterer Folge heiratet er noch, verstirbt aber bereits mit 49 Jahren in Wien.
Orte
Wohnort:
Quellen
Wiener Stadt- und Landesarchiv (WStLA)
Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands (DÖW)
