Emmerich Hermann Brunner (geb. Brundik)
Personalia
Geboren:
Gestorben:
Beruf:
Verfolgung:
Strafkompanie Winter 1942 - 07.09.1943,
Partisane 07.09.1943 - 08.05.1945
Mitgliedschaften
Lebenslauf
Emmerich Brundik kommt in Baden bei Wien als ehelicher Sohn des Polizeiinspektors Eduard Brunner und Johanna, geborene Ringhofer, zur Welt. 1920, als Emmerich Brundik 11 Jahre alt ist, nennt sich die Familie von Brundik auf Brunner um. Nach fünf Jahren Volksschule und drei Jahren Hauptschule besucht er eine dreijährige Drogistenfachschule, die er mit Vorzug abschließt. Danach absolviert er eine kaufmännische Fortbildungsschule. Sein Vater verstirbt 1926.
Mit 21 Jahren heiratet er die Grazerin Johanna Elisabeth Sophie Noppet, übersiedelt in die Schweiz und tritt aus der katholischen Kirche aus. Ein Jahr später kommt seine Tochter auf die Welt und Emmerich Brunner tritt wieder in die katholische Kirche ein. 1932 kommt sein Sohn auf die Welt.
1933 übersiedelt Emmerich Brunner mit seiner Familie nach Rio de Janeiro um dort Arbeit IG Farben "Barzer-Meister-Licius” anzunehmen. Nachdem seine Ehefrau und seine Tochter jedoch gesundheitlich unter dem subtropischen Wetter leiden, kehrt die Familie Ende 1937 nach Wien zurück und Emmerich Brunner betätigt sich als Kunsthändler.
Emmerich Brunner ist erbitterter Gegner des Nationalsozialismus und überzeugter Österreicher. Aus seiner Meinung macht er in den Tagen des Jänner bis März 1938 keinen Hehl. Nach der Besetzung Österreichs durch die deutsche Wehrmacht wird er einige Male von der Gestapo am Morzinplatz im 1. Wiener Gemeindebezirk verhört.
Am 15. Mai 1940 wird er schließlich zur Wehrmacht eingezogen und zum Sanitäter und Wehrmachtsdolmetscher in Serbokroatisch ausgebildet. ausgebildet. Bei der Wehrmacht wird er aufgrund seines offenen Auftretens gegen den Nationalsozialismus oftmals gemaßregelt.
Ich lernte Brunner im Res.Laz. XXI - Barmherzige Brüder (Wehrmacht) kennen. Er war ein einfacher Soldat ohne Dienstgrad und es ging ihm der Ruf voraus, dass mit ihm etwas nicht in Ordnung sei. Er hat dort in der Folge ständig Reibereien mit seinen Vorgesetzten gehabt und zwar wegen seiner absolut negativen Einstellung zum damaligen Regime. Er bekam eine Reihe kleinerer Disziplinarstrafen und ähnliches - die dortige Höchststrafe von 3 Wochen geschärften Arrest. Nach Verbüssung dieser Haft wurde er versetzt. Er hat keine dieser Strafen wegen einer ehrenrührigen Handlung bekommen.
Nach ca. ½ Jahr traf ich Herrn Brunner auf dem Wege zum Res.Laz. XVII b in Perchtoldsdorf, wohin er gleich mir versetzt war. Er war sehr gedrückter Stimmung und erklärte mir, dass er dorthin zur letzten Bewährung versetzt worden sei.
Nachdem Emmerich Brunner abermals das Regime kritisiert, wird er einer Strafkompanie als Stabssanitätsgefreiter zugeteilt und im Winter 1942 in das besetzte Kroatien versetzt. Dort wird er einer Gruppe zugeteilt, die Partisanen jagen soll.
Am 7. September 1943 gerät er in Gefangenschaft der Partisanen. Bis 27. September 1943 wird er von ihnen in eine Holzhütte gesperrt. Er wird von einen englischen Liaison-Offiziert eingehend geprüft und kann seine Gegnerschaft zum Nationalsozialismus glaubhaft darlegen. Er schließt sich den Partisanen an und übernimmt die Leitung der Zentral-Apotheke des VI. Korps der Partisanenarmee.
Drei Mal versucht die Wehrmacht seiner habhaft zu werden, schaffte es aber nur die Zentral-Apotheke niederzubrennen. Auch diverse Bombardierungen durch die Luftwaffe überlebt er.
Am 27. April 1945 erlebt er in Jugoslawien die Wiedererrichtung der II. Republik und am 8. Mai 1945 die bedingungslose Kapitulation des Dritten Reiches. Noch am Tag der Kapitulation übernimmt er die Leitung der Volksapotheke in Esseg [heute: Osijek in Kroatien] und im Herbst wird er Exportreferent bei der Firma ‘Jugolek’.
Nachdem sich die politische Lage in Jugoslawien zusehends verschlechtert kehrt Emmerich Brunner im Herbst 1947 wieder nach Österreich zurück. Dort muss er feststellen, dass eine Wohnung von jemand anderem bewohnt wird, seine Tochter Eva und seine Mutter 1943 verstorben sind und seine seine Ehefrau 1944. Lediglich sein Sohn lebt noch.
Er findet Anstellung im Bundesministerium für Inneres und tritt der ÖVP-Kameradschaft der politisch Verfolgten und Bekenner für Österreich bei. 1953 tritt er nochmals aus der katholischen Kirche aus, tritt aber abermals 1955 wieder ein. Als Beamter geht Emmerich Brunner schließlich in den Ruhestand und verstirbt mit 81 Jahren in Wien. Er findet seine letzte Ruhestätte am Friedhof in Wien-Hernals.
Orte
Wohnort:
Quellen
Wiener Stadt- und Landesarchiv (WStLA)
Matricula Online
Friedhöfe Wien - Verstorbenensuche
