Amtsrat Hauptmann Franz Andreas Kobányi
Personalia
Geboren:
Gestorben:
Beruf:
Verfolgung:
Entlassung 31.12.1938
Ehrungen:
Bronzene Militärverdienstmedaille
Goldenes Verdienstzeichen der Republik Österreich
Mitgliedschaften
Lebenslauf
Franz Andreas Kobányi kommt in Wien als ehelicher Sohn des Bürgerschullehrers Franz Ludwig Kobányi und seiner Gattin Karoline Anna, geborene Bornschlegel, zur Welt. Seine Eltern waren vom katholischen zum evangelischen Glauben A.B. konvertiert. Nach der Volksschule wechselt er nach vier Klassen der Realschule in die Infanteriekadettenschule in Pressburg. Nach zwei Jahren wird er wegen eines geheilten Leidens als für die Militärerziehung untauglich erklärt, absolviert aber die Befähigungsprüfung als Einhährig-Freiwilliger. Am 11. November 1899 tritt er in das 3. Regiment der Tiroler Kaiserjäger ein und wird danach in den Aktivendienst weitergeleitet.
Infolge einer Krankheit muss er 1903 den Militärdienst verlassen und tritt am 15. März 1903 in den Dienst der Gemeinde Wien. 1912 heiratet er Christina Seidel, die Ehe bleibt kinderlos. Unmittelbar davor war er vom evangelischen Glauben zum römisch-katholischen Glauben konvertiert. Mit Ausbruch den I. Weltkrieges wird er eingezogen und nimmt an der Schlacht um Lemberg [heute: Lviv in der Ukraine] und Przemyśl teil. Nach Übergabe der Festung Przemyśl an die tsaristisch-russischen Truppen, gerät er in russische Kriegsgefangenschaft.
In der russischen Kriegsgefangenschaft erlebt Franz Kobányi die Niederlage Österreich-Ungarns, die Zerschlagung der Doppelmonarchie und die Vertreibung des Hauses Habsburg. Er kehrt erst 1922 als Hauptmann aus der Kriegsgefangenschaft heim. Danach arbeitet er wieder im Magistrat der Gemeinde Wien.
Franz Kobányi tritt dem Wiener Heimatschutz, als Zugskommandant der Offizierskompanie und 1934 der Vaterländischen Front bei. Als Mitglied des Wiener Heimatschutzes nimmt er an der Niederschlagung des sozialistischen Aufstandes im Februar 1934 teil.
Der patriotische Österreicher muss erleben, wie am 12. März 1938 das freie und unabhängige Österreich mit dem Einmarsch der deutschen Wehrmacht untergeht. Nachdem er als Mitglied des Wiener Heimatschutzes und der Vaterländischen Front als 'politisch nicht zuverlässig' gilt, wird Franz Kobányi mit 31. Dezember 1938 durch Zwangspensionierung entlassen.
Danach lebt er mit seiner Ehefrau in Wien. Am 19. Jänner 1942 wird seine Ehefrau Christina Kobányi wegen Unterstützung fluchtwilliger Juden von der Gestapo verhaftet und am 21. Juni 1942 wieder entlassen. Sie wird am 10. September 1942 wegen des Vorwurfs 'Juden bei der beabsichtigten Überschreitung der Reichsgrenze durch Rat und Tat Hilfe geleistet zu haben' zu vier Monaten Haft, unter Anrechnung der Untersuchungshaft, verurteilt.
In Freiheit erleben Franz und Christina Kobányi im April bzw. Mai 1945 die Befreiung Österreichs und die Wiedererrichtung der Republik. Mit 1. September 1945 tritt Franz Kobányi wieder seinen Dienst bei der Gemeinde Wien an und arbeitet nebenberuflich als Prokurist bei der Klavierfirma Nemetschke & Sohn in der Bäckerstraße 9, im 1. Wiener Gemeindebezirk. Er und seine Ehefrau treten der neugegründeten Österreichischen Volkspartei (ÖVP) und der ÖVP-Kameradschaft der politisch Verfolgten und Bekenner für Österreich bei.
Altersbedingt tritt Franz Kobányi am 1. April 1948 in den Ruhestand. Er verstirbt mit 84 Jahren und findet seine letzte Ruhestätte am Wiener Zentralfriedhof.
Orte
Wohnort:
Quellen
Wiener Stadt- und Landesarchiv (WStLA)
Österreichisches Staatsarchiv (ÖStA)
Matricula Online
Friedhöfe Wien - Verstorbenensuche
