Dipl.Ing. Alfons Galotti
Personalia
Geboren:
Gestorben:
Beruf:
Verfolgung:
Entlassung 31.08.1938,
Emigration September 1938
Mitgliedschaften
Lebenslauf
Alfons Galotti kommt in Wien als ehelicher Sohn des Buchhalters Simon Ludwig Galotti und seiner Gattin Adele, geborene Beck, zur Welt. Seine Mutter war vom jüdischen zum evangelischen Glauben A.B. konvertiert, seine Großmutter väterlicherseits war ebenfalls jüdischen Glaubens, sein Vater evangelischen Glaubens A.B. Auch Alfons Galotti wird evangelisch A.B. getauft. Sein Nachname wird anfangs 'Galoti' geschrieben, später wird er auf 'Galotti' "richtiggestellt.
Nach der Volksschule besucht Alfons Galotti die Staats-Realschule im 6. Wiener Gemeindebezirk [heute: Amerling-Gymnasium], wo er am 25. September 1919 maturiert. Noch im gleichen Jahr instribiert er Maschinenbau an der Technischen Hochschule in Wien [heute: Technische Universität Wien], wechselt nach der ersten Staatsprüfung auf Elektrotechnik, wo er am 4. Juni 1927 spondiert. Nach einigen unterschiedlichen Berufsstationen fängt Alfons Galotti am 1. September 1935 als Reise-Ingenieur bei der Strebelwerk G.m.b.H. an zu arbeiten und heiratet.
Am 12. März 1938 erlebt Alfons Galotti wie mit dem Einmarsch der deutschen Wehrmacht das freie und unabhängige Österreich untergeht. Mit der Besetzung Österreichs wird die deutsche Gesetzgebung übernommen und damit auch die ‘Nürnberger Rassengesetze’, nach denen er als 'Volljude’ gilt. In der Strebelwerk G.m.b.H. wird sein Dienstverhältnis in ein befristetes Dienstverhältnis umgewandelt. Im Wissen, dass seine Entlassung unmittelbar bevorsteht, löst er das Dienstverhältnis mit 31. August 1938 einvernehmlich und emigriert mit seiner Ehefrau über Jugoslawien nach Ankara in der Türkei, wo er am 1. Oktober 1938 bei dem Installationsbureau Fenni ve Sihhi Tesisat Ldt. Ortakliǧi zu arbeiten beginnt. Mit großen Gehaltseinbußen konfrontiert, erlernt er mühsam die türkische Sprache.
In der Türkei engagiert sich Alfons Galotti bei der 'Freien Österreichischen Weltbewegung'. Diese weltweite Vereinigung von Exil-Österreichern strebt die Befreiung des besetzten Österreichs an.
Programm der Weltbewegung
1. Wiederherstellung eines unabhängigen und demokratischen Österreich.
2. Unterstützung der nationalen Freiheitsfront in Österreich zur Entfesselung des Volkskrieges gegen die deutsche Fremdherrschaft.
3. Einsatz der Österreicher im Kampf der Vereinten Nationen zur Niederringung Hitlerdeutschlands und seiner Verbündeten.
4. Aufstellung einer österreichischen militärischen Kampfeinheit.
5. Enge Zusammenarbeit mit allen Staaten, die auf dem Boden der Moskauer Deklaration über Österreich stehen.
6. Bekenntnis zu den in der Atlantic Charter niedergelegten Grundsätzen.
7. Bestrafung der Verräter an Österreich und der Kriegsverbrecher.
8. Sicherung der Versorgung des befreiten österreichischen Volkes mit Lebensmitteln und Rohstoffen.
9. Für die Bildung eines von den Alliierten anerkannten Komitees, das als Treuhänder der Interessen Österreichs und der österreichischen Freiheitsfront und gestützt auf die Einheit der Österreicher im Ausland am wirksamsten den nationalen Unabhängigkeitskampf unseres Volkes unterstützen kann.
10. Einigung aller Österreicher in allen Ländern für die Erreichung dieser Ziele.
In Ankara erlebt Alfons Galotti die Befreiung Österreichs und die Wiedererrichtung der Republik im April bzw. Mai 1945. Er entscheidet sich vorerst in der Türkei zu bleiben. 1946 kommt sein Sohn zur Welt.
Im April 1950 kehrt Alfons Golotti mit seiner Familie zurück nach Österreich und arbeitet in Kärnten als Bauleiter im Transitlager der Austria Tabakwerke AG. Er tritt der Österreichischen Volkspartei (ÖVP) und der ÖVP-Kameradschaft der politisch Verfolgten und Bekenner für Österreich bei.
In seiner Pension zieht er 1965 zurück nach Wien. Er verstirbt mit 84 Jahren in Wien und findet seine letzte Ruhestätte in der Feuerhalle Simmerin in Wien.
Orte
Wohnort:
Quellen
Wiener Stadt- und Landesarchiv (WStLA)
Archiv der Technischen Universität Wien
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