Oskar Jakob Kronawetter
Personalia
Geboren:
Gestorben:
Beruf:
Verfolgung:
Haft 13.03.1938 - 21.03.1938,
Entlassung 09.09.1939,
Entlassung 22.07.1940
Mitgliedschaften
Lebenslauf
Oskar Jakob Kronawetter kommt in Kirchschlag in der Buckligen Welt als ehelicher Sohn des Glasers Franz Kronawetter und seiner Gattin Maria, geborene Amschler, zur Welt. Nach der Schulbildung zieht er nach Wien und wird Gendarmerie-Rayonsinspektor. Er dient als Soldat im I. Weltkrieg.
Nach der Niederlage Österreich-Ungarns, der Zerschlagung der Doppelmonarchie und der Vertreibung des Hauses Habsburg kehrt er nach Wien zurück. 1919 heiratet er die Handarbeiterin Josefa Babka und wird 1923 Vater eines Sohnes. 1925 wird er Beamter der Wiener Straßenbahn und ab 1935 Straßenarbeiter der Gemeinde Wien. Politisch ist der überzeugte Legitimist in der Kaisertreuen Volkspartei aktiv und damit entschiedener Gegner des Nationalsozialismus.
Am 12. März 1938 erlebt Oskar Kronawetter wie mit dem Einmarsch der deutschen Wehrmacht das freie und unabhängige Österreich untergeht. Einen Tag nach der Besetzung Österreichs wird er am 13. März 1938 von der Gestapo verhaftet und ist bis 21. März 1938 in Haft. Am 31. August 1939 wird er als 'aktiver Legitimist' und 'politisch Unzuverlässiger' als Beamter der Gemeinde Wien entlassen. Er tritt aber bereits am 1. September 1939 seinen Dienst bei der Schutzpolizei an, wird aber am 22. Juli 1940 abermals als 'aktiver Legitimist' und 'politisch Unzuverlässiger' entlassen. Danach ist er arbeitslos und wird am 1. August 1941 zur Wehrmacht eingezogen. Am 13. März 1942 wird er vom Feldgericht wegen 'Ungehorsams' zu vier Wochen Arrest verurteilt. Später gerät er in russische Kriegsgefangenschaft.
In russischer Kriegsgefangenschaft erlebt Oskar Kronawetter die Befreiung Österreichs und die Wiedererrichtung der Republik im April bzw. Mai 1945. Er tritt der neugegründeten Österreichischen Volkspartei (ÖVP) und der ÖVP-Kameradschaft der politisch Verfolgten und Bekenner für Österreich bei. Er stellt einen Wiedereinstellungsantrag an die Gemeinde Wien, welcher jedoch mit Verweis auf seine legitimistische Einstellung abgelehnt wird. Danach arbeitet er als Kellner.
[…] Sein nach der Befreiung gestelltes Ansuchen um Wiederaufnahme in den städtischen Dienst wurde deswegen abgewiesen, weil die Gesinnung als Monarchist die Gewähr ausschließt, dass er sich vorbehaltlos zur demokratisch-republikanischen Staatsform bekennt.
Oskar Kronawetter geht in Wien in Pension und verstirbt mit 77 Jahren. Er findet seine letzte Ruhestätte am Friedhof in Wien-Simmering.
Orte
Wohnort:
Quellen
Wiener Stadt- und Landesarichiv (WStLA)
Archiv des Kameradschaft der politisch Verfolgten und Bekenner für Österreich (KPV)
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