Wilhelm Wenzel Hataj

Personalia
Geboren:
Gestorben:
Beruf:
Verfolgung:
Haft 23.08.1941 - 13.04.1942,
Tätigkeitsverbot 08.03.1942,
Widerstandskämpfer (unentdeckt)
Mitgliedschaften
Lebenslauf
Wilhelm Wenzel Hataj kommt in Wien als ehelicher Sohn des Schneidergehilfen Wenzel Hataj und seiner Gattin Anna Philippine, geborene Cizova, zur Welt. Nach der Schulbildung macht der die Ausbildung zum Schneidermeister und eröffnet eine Herren- und Damenschneiderei in Wien. Ob er in den Ersten Weltkrieg eingezogen wird, kann nicht mehr nachvollzogen werden.
Im November 1918 erlebt Wilhelm Hataj die Niederlage Österreich-Ungarns, die Zerschlagung der Doppelmonarchie und die Vertreibung der Habsburger. Er bleibt jedoch dem Hause Habsburg treu, ist überzeugter Legitimist und gläubiger Katholik. 1925 heiratet er die Angestellte Anna Schimany. Politisch tritt er jedoch in den 1920ern und 1930ern nicht in Erscheinung.
Am 12. März 1938 muss Wilhelm Hataj erleben, wie mit dem Einmarsch der deutschen Wehrmacht das freie und unabhängige Österreich untergeht. Dem nationalsozialistischen Regime steht er weiterhin ablehnend gegenüber.
Mitte August 1941 ist er auf Sommerfrische auf der Oberstalleralm in der Gemeinde Innervillgraten in Osttirol. Im Rahmen einer Bergwanderung trifft er den nationalsozialistischen Bauern Alois Senfter und dessen Tochter Paula Senfter. Als ihn diese mit 'Heil Hitler' grüßen, antwortet dieser mit offener Kritik am System.
Wir sind Wiener, wir sind Österreicher. Österreich wird selbständig werden und Otto von Habsburg wird die Führung übernehmen. Uns werden die höchsten Güter genommen, in Wien dürfen keine Prozessionen mehr abgehalten werden, auch ist der Religionsunterricht in den Schulen verboten. Das sind keine Zustände mehr.
Alois und Paula Senfter denunzieren Wilhelm Hataj bei der Gestapo, worauf dieser am 23. August 1941 verhaftet wird. Am 11. November 1941 wird er vor dem Sondergericht Klagenfurt wegen des Verbrechens der 'Heimtücke' zu acht Monaten Haft, unter Anrechnung der Untersuchungshaft, verurteilt.
Am 13. April 1942 wird Wilhelm Hatajs Haftstrafe zur Bewährung ausgesetzt, unter der Auflage, dass er sofort zur Wehrmacht eingezogen wird. Am 8. August 1942 entzieht ihm die Landesinnung Wien der Kleidermacher die Gewerbeberechtigung als Schneider.
Anfang 1945 ist Wilhelm Hataj in Döllersheim in Niederösterreich stationiert. Dort gründet er eine Widerstandsgruppe unter den Wehrmachtsangehörigen. Mitglieder dieser Gruppe sind Rudolf Raithofer, Ernst Papst, Rudolf Jany, Firtz Thurnwald, Emmerich Karl, Franz Kutscherauer, Gustav Adam, Josef Kuhn, Siegfried Meerstein, Josef Jaschke, Karl Schober, Georg Lausenhauer, Franz Hartwich, Josef Renec, Michael Röster und Josef Kaplan.
Die Widerstandsgruppe um Wilhelm Hataj bleibt unentdeckt. In Döllersheim erleben sie die Befreiung Österreichs und die Wiedererrichtung der Republik im April bzw. Mai 1945.
Die Widerstandsgruppe um Wilhelm Hataj bleibt unentdeckt. In Döllersheim erleben sie die Befreiung Österreichs und die Wiedererrichtung der Republik im April bzw. Mai 1945.
Nach seiner Rückkehr nach Wien tritt Wilhelm Hataj der neugegründeten Österreichischen Volkspartei (ÖVP) und der ÖVP-Kameradschaft der politisch Verfolgten und Bekenner für Österreich bei. 1949 eröffnet er sein Damen- und Herrenschneiderei wieder.
Wilhelm Hataj verstirbt mit 66 Jahren in Wien und findet seine letzte Ruhestätte am Wiener Zentralfriedhof.

Orte
Wohnort:
Quellen
Wiener Stadt- und Landesarchiv (WStLA)
Der Freiheitskämpfer Nr. 5, Mai 1949
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