Jakob Josef Apfel

Personalia

Geboren:

4. Juni 1891, Wien

Gestorben:

1. Oktober 1967, Wien

Beruf:

Beamter und Kaufmann

Verfolgung:

Entlassung 31.12.1938,
Haft 22.07.1942 - 20.04.1945

Mitgliedschaften

ÖVP Kameradschaft der politisch Verfolgten und Bekenner für Österreich

Lebenslauf

Jakob Josef Apfel kommt in Wien als unehelicher Sohn des jüdischen Bahnbeamten Leopold Josef Apfel und der konfessionslosen Juliane Novotny zur Welt. Leopold Apfelt erkennt den Sohn sofort an, taufen ihn katholisch, die Eltern konvertieren zum katholischen Glauben und heiraten ein Jahr später.

Nach dem besuch der Pflichtschule beginnt Jakob Apfel ebenso, wie sein Vater, bei der Bahn zu arbeiten. Er heiratet und wird Vater eines Kindes, verwitwet jedoch im Jahre 1937.

Unmittelbar nach der Okkupation Österreichs durch das Dritte Reich heiratet er im Mai 1938 ein weiteres Mal. Mit der Besetzung Österreichs wird die deutsche Gesetzgebung übernommen und damit auch die ‘Nürnberger Rassengesetze’, nach denen Jakob Apfel als ‘Halbjude’ bzw. ‘Mischling 1. Grades’ gilt.

Mit 31. Dezember 1938 wird Jakob Apfel als ‘Mischling 1. Grades’ nach 34 Dienstjahren durch Zwangspensionierung entlassen. Er gründet in der Folge einen Lebensmittelhandel.

Als Lebensmittelhändler unterschlägt er die streng kontingentierten Lebensmittel und gibt diese teilweise entgeltlich aber auch unentgeltlich auch an jüdische Mitbürger und an französische Kriegsgefangene weiter. Dies bleibt nicht unbemerkt und Jakob Apfel wird am 22. Juli 1942 verhaftet. Am 30. Juli 1942 wird er von dem Sondergericht Wien wegen ‘Verbrechen nach §1 der Kriegswirtschaftsverordnung, des Einbruchsdiebstahles und des Betruges (Urkundenfälschung) und wegen Vergehens gegen die Preisvorschriften’ zu 6 Jahren Zuchthaus und 3000 Reichsmark Geldstrafe verurteilt. Er verbüßt seine Haft im Zuchthaus Garsten und wird zu den Schanzenarbeiten in Steyr eingesetzt. Am 20. April, kurz vor der Kapitulation Hitler-Deutschlands und der Befreiung Österreichs, kommt er frei.

Nach dem Krieg ist Jakob Apfel wieder als Kaufmann tätig und tritt der ÖVP-Kameradschaft der politisch Verfolgten und Bekenner für Österreich bei. Als Kaufmann geht er in Pension. 1959 heiratet er ein drittes Mal. Er verstirbt mit 76 Jahren in Wien und findet seine letzte Ruhestätte am Friedhof in Wien-Baumgarten.

Orte

Wohnort:

Quellen

Wiener Stadt- und Landesarchiv (WStLA)

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Jakob Apfel

Beamter und Kaufmann
* 4. Juni 1891
Wien
† 1. Oktober 1967
Wien
Entlassung, Haft