Dr. Adolf Hörhager

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Adolf Hörhager (ÖVfStG)

Personalia

Geboren:

11. Februar 1884, Kaltenbach

Gestorben:

1. Februar 1940, KZ Mauthausen

Beruf:

Rechtsanwalt

Verfolgung:

Haft 12.03.1938 - 30.05.1938,
KZ Dachau 30.05.1938 - 27.09.1939,
KZ Mauthausen 27.09.1939 - 01.02.1940,
Ermordet am 01.02.1940

Mitgliedschaften

K.a.V. Rheno-Danubia Innsbruck, A.V. Vindelicia Innsbruck, A.V. Austria Innsbruck

Lebenslauf

Der Zillertaler Adolf Hörhager besucht das Vinzentinum in Brixen. Nach der Matura geht er 1904 zum Studium der Rechte nach Innsbruck und wird 1904 Mitglied der Studentenverbindung Austria Innsbruck. 1910 promoviert er zum Doktor der Rechte. Während des Studiums leistet er sein Einjährig-Freiwilligenjahr und wird Reserveoffizier. Er arbeitet anschließend in verschiedenen Rechtsanwaltskanzleien in Innsbruck als Konzipient. Da er aber auf Grund seiner Weltanschauung ein Duell ablehnt, wird ihm im Ersten Weltkrieg die Offizierscharge aberkannt.

Nach Kriegsende eröffnet er am 1. März 1919 in Innsbruck eine Rechtsanwaltskanzlei und ist hier vor allem als Wirtschaftsberater tätig. Er betätigt sich auch politisch und ist 1918 ein Jahr im so genannten Tiroler Nationalrat tätig. Er leitet durch mehrere Jahre die Tiroler Akademikervereinigung und wird 1936 Leiter der Vaterländischen Front für den Bezirk Innsbruck-Stadt.

In der Nacht vom 11. auf den 12. März1938 wird Adolf Hörhager von der Gestapo verhaftet und am 30. Mai 1938 in das KZ Dachau deportiert. Aufgrund der Räumung des KZ Dachaus im September 1939 für die SS, wird er am 27. September 1939 in das KZ Mauthausen überstellt. Hier wird er dem Arbeitskommando im Steinbruch zugeteilt. Durch die Entbehrungen und die Strapazen im Steinbruch ist er nicht mehr zum Ausrücken zur Arbeit fähig und erkrankt im Winter 1939/40. Er wird daraufhin in den Block 20 des Seuchenreviers eingewiesen, wo Karl Maria Stepan, ehemaliger Landeshauptmann der Steiermark als Hilfssanitäter tätig ist. Er versorgt ihn auf einem Strohlager und berichtet von seinem letzten Wunsch.

Grüß mir meine Familie und vor allem meine gute Frau! Ich sage ihr für alles Vergelt’s Gott und werde sie nicht vergessen bis zum großen Wiedersehen. Und dann grüß mir die Freunde alle, auch die von der Austria, und sag ihnen, dass ich gestorben bin als treuer Christ und als ein guter Österreicher!

Letzter Wunsch von Adolf Hörhager

Am nächsten Morgen, 1. Februar 1940, ist Adolf Hörhager verstorben. Laut Eintrag im Totenbuch des KZ Mauthausen an ‘Grippe, Herz- und Kreislaufschwäche’.

Sein Leichnam wurde der Familie übergeben und auf dem Friedhof seines Geburtsorts Ried begraben.

Orte

Verfolgung:

KZ Dachau (Deutschland), KZ Mauthausen

Wohnort:

Lieberstraße 1 (Innsbruck)

Ehrung:

Doktor Adolf Hörhager Straße (Innsbruck), Gedenktafel

Quellen

Krause, Peter/Reinelt, Herbert/Schmitt, Helmut (2020): Farbe tragen, Farbe bekennen. Katholische Korporierte in Widerstand und Verfolgung. Teil 2. Kuhl, Manfred (ÖVfStG, Wien) S. 133.

R-D! - Zeitung der Studentenverbindung Rheno-Danubia Nr. 35, Februar 2024

Adolf Hörhager

Rechtsanwalt
* 11. Februar 1884
Kaltenbach
† 1. Februar 1940
KZ Mauthausen
Haft, KZ Dachau, KZ Mauthausen, Ermordet