Josef Johann Otto Kantner

Personalia

Geboren:

17. August 1911, Wien

Gestorben:

1. Februar 1997, Wien

Beruf:

Angestellter

Verfolgung:

Entlassung 11.08.1938,
Haft Oktober 1938 - November 1938

Mitgliedschaften

Österreichische Volkspartei, ÖVP Kameradschaft der politisch Verfolgten und Bekenner für Österreich

Lebenslauf

Josef Johann Otto Kantner kommt in Wien als ehelicher Sohn des Anstreichers Karl Kantner und seiner Gattin Marie, geborene Sobolka, zur Welt. Nach der Volksschule besucht er zwei Jahre die Bürgerschule und im Anschluss vier Jahre das Gymnasium, welches er aber abbricht. Danach wird er Novize im Kapuzinerkloster im 1. Wiener Gemeindebezirk.

Josef Kantner tritt 1930 aus dem Kloster aus und am 5. März 1930 in das österreichische Bundesheer in das Infanterieregiment Nr. 1 ein. Ab 1933 besucht er neben dem Bundesheer die private Handelsschule 'Allina', die er 1935 absolviert. Im gleichen Jahr wird er in das Infanterieregiment Nr. 2 überstellt, verlässt aber das Bundesheer am 15. März 1936. Am 29. April 1937 beginnt er in der Krankenkasse für Gehilfen und Lehrlinge der Wiener Gast- und Schankgewerbezunft zu arbeiten. Dort dürfte er sich politisch gegen den Nationalsozialismus betätigt haben, was er genau gemacht hat, ist nicht erhalten geblieben.

Am 12. März 1938 erlebt der gläubige Katholik, wie mit dem Einmarsch der deutschen Wehrmacht das freie und unabhängige Österreich untergeht. Am 11. August 1938 wird Josef Kantner als 'politisch unzuverlässig' aus der Krankenkasse für Gehilfen und Lehrlinge der Wiener Gast- und Schankgewerbezunft fristlos entlassen. Nach seiner Entlassung geht er nach Brünn, Prag und Mährisch Kromau, um Arbeit zu finden. Bei einem kurzen Aufenthalt in Wien wird er wegen Passvergehen verhaftet und ist zwischen Oktober und November 1938 in Haft. Im Mai 1939 wird er durch das Arbeitsamt zur 'Ostmärkischen Feuerbestattung, Versicherungsverein' zwangsvermittelt. Dieses befristete Dienstverhältnis endet mit 31. August 1939. Bereits am 26. August 1939 wird er zur Wehrmacht einberufen und gerät am 21. August 1944 in der Normandie in britische Kriegsgefangenschaft.

In britischer Kriegsgefangenschaft erlebt Josef Kantner die Befreiung Österreichs und die Wiedererrichtung der Republik im April bzw. Mai 1945. Er kehrt aus der Kriegsgefangenschaft am 24. Juni 1946 nach Wien zurück und tritt der neugegründeten Österreichischen Volkspartei (ÖVP) und der ÖVP-Kameradschaft der politisch Verfolgten und Bekenner für Österreich bei. Am 15. August 1946 wird er rehabilitiert und beginnt in der Wiener Gebietskrankenkasse für Arbeiter und Angestellte zu arbeiten.

Josef Kantner geht als Angestellter der Wiener Gebietskrankenkasse für Arbeiter und Angestellte in Pension und verstirbt ledig und kinderlos mit 85 Jahren in Wien.

Orte

Wirkungsstätte:

Wohnort:

Quellen

Wiener Stadt- und Landesarchiv (WStLA)

Österreichisches Staatsarchiv (ÖStA)

Matricula Online

Josef Kantner

Angestellter
* 17. August 1911
Wien
† 1. Februar 1997
Wien
Entlassung, Haft