Dr. Eugen Bienenfeld

Personalia

Geboren:

5. Mai 1893, Wien

Gestorben:

5. November 1959, Wien

Beruf:

Rechtsanwalt

Verfolgung:

Flucht Dezember 1938,
Haft 07.05.1942 – 14.01.1943

Mitgliedschaften

Österreichische Volkspartei, ÖVP Kameradschaft der politisch Verfolgten und Bekenner für Österreich

Lebenslauf

Eugen Bienenfeld kommt in Wien als Sohn des jüdischen Ehepaares, des Kaufmanns Arnold Bienenfeld und Gabriele, geborene Feldmann, zur Welt. Nach der Volksschule besucht er das k.k. Maximiliangymnasium [heute: BG9 Wasagasse im 9. Wiener Gemeindebezirk], wo er 1912 maturiert. Danach inskribiert er Jus an der Universität Wien, nimmt am Ersten Weltkrieg teil und beendet sein Studium 1921 an der deutschen Universität in Prag. Dort bleibt er nach dem Studium und läßt ich in der Folge als Rechtsanwalt nieder. 1923 heiratet er die aus Karlsbad stammende Marianne Spitz. 1926 nimmt er schließlich die tschechoslowakische Staatsbürgerschaft an.

Nachdem die Truppen Hitler-Deutschlands Österreich bereits am 12. März 1938 besetzt haben, marschieren sie am 15. März 1939 in der tschechoslowakischen Hauptstadt Prag ein. Mit der Besetzung der Tschechoslowakische Republik wird die deutsche Gesetzgebung auch im von den Nationalsozialisten errichteten ‘Protektorat Böhmen und Mähren’ übernommen und damit auch die ‘Nürnberger Rassengesetze’, nach denen Eugen Bienenfeld als ‘Volljude‘ gilt.

Er flieht von Prag im Dezember 1938 in die Türkei und von dort im März 1939 nach Frankreich. Finanziell kann er sich, nachdem er seine Rücklagen in der Türkei aufgebraucht hat, in Frankreich mit Gelegenheitsarbeiten und Zuwendungen aus Flüchtlingsorganisationen über Wasser halten. Nach dem Einmarsch der deutschen Wehrmacht flieht er im Jänner 1940 nach Französisch-Marokko. Zunächst in Casablanca lebend wird er im Oktober 1940 von den Machthabern des französischen Vichy-Regimes gezwungen nach Marrakesch zu ziehen, wo alle Juden zusammengetrieben werden.

Am 7. Mai 1942 wird Eugen Bienenfeld im Lager Sidi El Ayachi interniert, welches unter Kontrolle der deutschen Kontrollkommission steht. Nach der Landung der Alliierten in Marokko im November 1942 wird das Lager im den ersten 14 Tagen des Monats Jänner 1943 (zwischen 1. Jänner 1943 und 14. Jänner 1943) aufgelöst und Eugen Bienenfeld erlangt die Freiheit. Die Haft in Lager Sidi El Ayachi hat ihn körperlich schwer gezeichnet, so hat er alle Zähne verloren, ein Herzleiden und ein Blasenleiden.

Anfang 1947 kehrt Eugen Bienenfeld aus Marokko nach Wien zurück, nimmt wieder die österreichische Staatsbürgerschaft an und eröffnet eine Rechtsanwaltskanzlei. Er engagiert sich in der neugegründeten Österreichischen Volkspartei (ÖVP) und der ÖVP-Kameradschaft der politisch Verfolgten und Bekenner für Österreich. 1953 verstirbt seine Ehefrau Marianne. Noch im gleichen Jahr heiratet er Barbara Salzer, geborene Lazar. Er verstirbt kinderlos in Wien mit 66 Jahren in Wien.

Orte

Wohnort:

Quellen

Wiener Stadt- und Landesarchiv (WStLA)

Archiv der Israelitischen Kultusgemeinde Wien (IKG)

Universitätsarchiv Universität Wien

Universitätsarchiv Deutsche Universität Prag

Eugen Bienenfeld

Rechtsanwalt
* 5. Mai 1893
Wien
† 5. November 1959
Wien
Haft, Flucht