Vinzenz Seebacher

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Vinzenz Seebacher (Landesarchiv NÖ)

Personalia

Geboren:

30. März 1915, Gloggnitz

Gestorben:

25. Jänner 2000, Wien

Beruf:

Schlossermeister

Verfolgung:

Haft 20.04.1938 - 20.05.1938,
KZ Dachau 20.05.1938 - 20.04.1939

KZ-Nummer:

14286

Mitgliedschaften

ÖVP Kameradschaft der politisch Verfolgten und Bekenner für Österreich

Lebenslauf

Vinzenz Seebacher wird in Gloggnitz als ehelicher Sohn des Bergmanns Jakob Seebacher und Anna, geborene Grestl, geboren. Nach der Schulausbildung macht er eine Schlosserlehre, die er mit der Meisterprüfung abschließt.

Danach ist er lange arbeitslos und engagiert sich ab 1930 im Heimatschutz. 1934 ist er zuerst zwei Monate als Hilfspolizist beim Grenzschutz nahe Passau und während des nationalsozialistischen Juliputsches als M.G. Führer beim Bundeskanzleramt eingesetzt. 1936 ist er Teil der Wachmannschaft eines politischen Anhaltelagers in Gloggnitz, in dem Nationalsozialisten festgehalten werden. Gegenüber dem inhaftierten Wiener Nationalsozialisten Otto Riesberger äußert sich Vinzenz Seebacher besonders abfällig über Adolf Hitler.

Als nach dem Einmarsch der deutschen Wehrmacht am 12. März 1938 die neuen Machthaber die fingierte Volksabstimmung über den “Anschluss” am 10. April 1938 abhalten, weigert sich der überzeugte Gegner des Nationalsozialismus Vinzenz Seebacher daran teilzunehmen. Zusätzlich hatte ihn Otto Riesberger, aus dem Anhaltelager in Gloggnitz, bei der Gestapo wegen seiner dortigen Aussagen denunziert. Am 20. April 1938 wird Vinzenz Seebacher schließlich von der Gestapo verhaftet und am 20. Mai 1938 in das KZ Dachau deportiert. Dort ist er gemeinsam mit den Gloggnitzern Theodor Kreiss, Norbert Endres, Julius Gansterer und Isidor Harsieber inhaftiert.

Da ich politischer Schutzhäftling in Dachau war, habe ich nie ein Gerichtsurteil oder einen Haftbefehl, geschweige denn eine Gerichtsvollzugsanordnung gesehen oder in die Hand bekommen.

Vinzenz Seebacher bei seinem Opferfürsorgeantrag 1946

Vinzenz Seebacher wird am 20. April 1939 aus dem KZ Dachau entlassen. Danach wird er für wehrunwürdig erklärt und muss sich ein Jahr lang täglich bei der Polizeistelle melden.

Vinzenz Seebacher arbeitet danach als Schlosser in Schottwien. Dort erlebt er auch die Befreiung Österreichs. Nach dem Krieg tritt er der ÖVP-Kameradschaft der politisch Verfolgten und Bekenner für Österreich bei.

Vinzenz Seebacher avanciert zum Werkmeister einer Firma und geht in dieser Funktion in Pension. Er verstirbt im 85. Lebensjahr und findet seine letzte Ruhestätte in Scheiblingkirchen. Er war verheiratet und Vater von fünf Kindern.

Orte

Wohnort:

Hauptstraße 68 (Schottwien)

Verfolgung:

KZ Dachau (Deutschland)

Quellen

Landesarchiv Niederösterreich

Matricula Online

Vinzenz Seebacher

Schlossermeister
* 30. März 1915
Gloggnitz
† 25. Jänner 2000
Wien
Haft, KZ Dachau