Johann Mithlinger

Personalia
Geboren:
Gestorben:
Beruf:
Verfolgung:
Haft 13.03.1938 (kurze Zeit),
Haft 16.12.1944 - 07.06.1944,
Ermordet am 07.06.1944
Mitgliedschaften
Lebenslauf
Johann Mithlinger kommt in Wien als ehelicher Sohn des Arbeiters Vinzenz Mithlinger und Maria, geborene Preinreich, zur Welt. Er hat einen jüngeren Bruder und zwei jüngere Schwestern. 1910 verstirbt sein Vater, weshalb die Familie, die in bitterer Armut lebt, zwei Geschwister Johann Mithlingers in Kost geben muss. Nach der Volks- und Bürgerschule wird er 1916 in den I. Weltkrieg eingezogen und nimmt an Schlachten in an der österreich-ungarischen Front in Italien teil. 1918 kehrte er als als Stabsfeldwebel schwerverwundet zurück.
1919 wird Johann Mithlinger in das neue österreichische Bundesheer, in das Volkswehrbatalllon Nr. 7 und in das Radfahrbataillon übernommen und tritt noch im gleichen Jahr der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei (SDAP) [heute: SPÖ] bei. Als Soldat nimmt er 1919 am Kärntner Abwehrkampf teil. 1920 heiratet er Maria Wurscher und wird in der Folge Vater einer Tochter und eines Sohnes.
1929 rüstet er aus dem Bundesheer ab und wird Regimentskommandant des Republikanischen Schutzbundes (1. Schutzbund- Regiment im 10. Wiener Gemeindebezirk). Als solcher nimmt er am sozialistischen Februaraufstand 1934 teil und wird dafür mit drei Wochen Arrest bestraft. Danach wendet er sich der illegalen Kommunistischen Partei Österreichs (KPÖ) zu. 1937 wird Johann Mithlinger zwecks Hintanhaltung von Störungen der öffentlichen Ruhe, Ordnung und Sicherheit zum Aufenthalt in einem Anhaltelager auf die Dauer von 3 Monaten verurteilt. Er verbleibt aber schließlich nur wenige Tage in Haft.
Der Kommunist Johann Mithlinger muss am 12. März 1938 erleben, wie das freie und unabhängige Österreich mit dem Einmarsch der deutschen Wehrmacht untergeht. Bereits am 13. März 1938 wird er von der Gestapo für in Schutzhaft genommen, aber wenige Tage später bereits entlassen. 1941 wird er in die Wehrmacht eingezogen und engagiert sich dort weiterhin für die Kommunistischen Partei Österreichs (KPÖ). 1942 avanciert er zum Leiter des Zentralkomitees der freien österreichischen Frontsoldaten, einer kommunistischen Widerstandsbewegung innerhalb der Wehrmacht. In dieser Zeit kommt es zur Verhaftung und Verurteilung seines gleichnamigen Sohnes Johann, wegen der Herstellung illegaler Flugschriften.
Der Widerstandskämpfer Johann Mithlinger erstellt regimekritische Flugschriften und verteilt diese. Seine Tätigkeiten bleiben jedoch nicht verborgen. Am 16. Dezember 1942 wird er von der Gestapo verhaftet und in einem Prozess vor dem Volksgerichtshof am 29. September 1943 wegen 'Vorbereitung zum Hochverrat' zum Tode verurteilt. Er wird 7. Juni 1944, um 18:00 Uhr im Wiener Landesgericht durch das Fallbeil ermordet.
Seine sterblichen Überreste werden dem Anatomischen Institut Wien übergeben. Dort kann sie sein Sohn nach der Befreiung Österreichs ausfindig machen und beerdigen. Johann Mithlinger findet seine letzte Ruhestätte am Friedhof in Wien-Matzleinsdorf.
Orte
Wohnort:
Sterbeort:
Ehrung:
Quellen
Barbara Mithlinger, Privat
Johann Mithlinger unter www.johann-mithlinger-gedenkverein.at
Wikipedia unter de.wikipedia.org/wiki/Johann_Mithlinger
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