Hofrat Anton Johann Frisch

Personalia
Geboren:
Gestorben:
Beruf:
Verfolgung:
Haft 11.03.1938 - 24.05.1938,
KZ Dachau 24.05.1938 - 31.03.1939
KZ-Nummer:
Ehrungen:
Silbernes Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich
Großes Goldenes Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich
Mitgliedschaften
Lebenslauf
Anton Johann Frisch kommt in Wien als ehelicher Sohn des Gastwirten Anton Frisch und seiner Gattin Marie, geborene Hofmann, zur Welt. Nach dem Besuch der Volksschule und der Bürgerschule in Wien wechselt er an die Lehrerbildungsschule in Eger und St. Pölten, wo er 1908 maturiert. Danach absolviert er seine Praktika an unterschiedlichen Schulen und besteht 1910 seine Lehrbefähigungsprüfung für Volksschulen. Am 17. Juli 1913 heiratet er Hermine Muck. Zwischen 16. Mai 1917 und 28. Februar 1918 wird er in den I. Weltkrieg eingezogen.
Noch vor der Niederlage Österreich-Ungarns, der Zerschlagung der Doppelmonarchie und der Vertreibung des Hauses Habsburg heimgekehrt, absolviert er 1918 die Lehrbefähigungsprüfung für Bürgerschulen mit dem Schwerpunkt auf Pädagogik, Deutsch, Geschichte und Geographie. Danach wechselt er als Lehrer an Wiener Bürgerschulen und inskribiert Staatswissenschaften an der Universität Wien, bricht aber das Studium nach sechs Semestern wieder ab. 1922 kommt seine Tochter zur Welt.
1924 wird Anton Frisch Berufsschulinspektor in Neusiedl am See im Burgenland. Der gläubige Katholik und patriotische Österreicher engagiert sich im Katholischen Lehrerverein und ab 1933 in der Vaterländischen Front. Er wird Stadtrat in der burgenländischen Stadtgemeinde Neusiedl am See, ist strikter Gegner des Nationalsozialismus und bekämpft diesen energisch.
In der Nacht vom 11. März 1938 auf den 12. März 1938 marschiert die deutsche Wehrmacht in Österreich ein, womit das freie und unabhängige Österreich untergeht. Noch in der Nacht der Besetzung seines Heimatlandes wird Anton Frisch von der Gestapo verhaftet und am 24. Mai 1938 in das KZ Dachau deportiert. Dort wird er am 31. März 1939 entlassen. Noch vor seiner Entlassung aus den Konzentrationslager wird er am 22. März 1938 aus dem Schuldienst durch Zwangspensionierung entlassen.
Heimgekehrt arbeitet Anton Frisch zwischen 1939 und 1941 bei einer Versicherung. Zwischen 1941 und 1945 wird er bei der Wehrmachtsgebührnisstelle dienstverpflichtet.

Im April bzw. Mai 1945 erlebt Anton Frisch die Befreiung Österreichs und die Wiedererrichtung der Republik. Noch im April 1945 meldet er sich wieder zum Dienst und ist maßgeblich am Wiederaufbau des Schulwesens in Niederösterreich und Burgenland beteiligt. Er tritt der neugegründeten Österreichischen Volkspartei (ÖVP) und der ÖVP-Kameradschaft der politisch Verfolgten und Bekenner für Österreich bei. 1945 wird er Landesschulinspektor für Pflichtschulen in Niederösterreich und am 19. Dezember 1945 Mitglied des Nationalrates. Gleichzeitig ist er 1945 Mitglied des provisorischen Landesausschusses im Burgenland [Mitglied der provisorischen Landesregierung]. 1946 wird er Landesschulinspektor des Burgenlandes, gleichzeitig ist er Mitglied der burgenländischen Landesparteileitung der Österreichischen Volkspartei (ÖVP). 1951 wird er zum Bundesobmann der ÖVP-Kameradschaft der politisch Verfolgten und Bekenner für Österreich gewählt, diese Funktion hat er bis zu seinem Tode inne.
Anton Frisch geht als Landesschulinspektor mit 31. Dezember 1952 in den Ruhestand und bleibt Nationalrat bis 18. März 1953. Zwischen 17. April 1953 und 22. Juni 1956 ist er Bundesrat und zwischen 1. Juli 1955 und 31. Dezember 1955 Vorsitzender des Bundesrates.
Anton Frisch verstirbt mit 73 Jahren in Wien und findet seine letzte Ruhestätte am Friedhof in Wien-Baumgarten.
Quellen
Landesarchiv Burgenland
Wikipedia unter de.wikipedia.org/wiki/Anton_Frisch_(Politiker,_1889)
Parlament unter www.parlament.gv.at
Arolsen Archives
Matricula Online
