Franziska Holzschuh (geb. Höltmann)
Personalia
Geboren:
Gestorben:
Beruf:
Verfolgung:
Haft 10.11.1943 - 02.12.1944
Mitgliedschaften
Lebenslauf
Franziska Höltmann kommt in Neulengbach in Niederösterreich als ehelicher Tochter des Tagelöhners Heinrich Höltmann und seiner Gattin Josefa, geborene Bruckner, zur Welt. Sie ist das fünfte Kind der katholisch-gläubigen Familie. In Neulegbach besucht sie fünf Klassen der Volksschule, bevor sie für ein halbes Jahr auf eine Haushaltsschule in Scheibbs wechselt. Im Anschluss ist sie im Haushalt ihrer Eltern tätig.
1913 oder 1914 zieht Franziska Höltmann nach Wien und arbeitet dort als Hausgehilfin. Als Hausgehilfin erlebt sie die Niederlage Österreich-Ungarns, die Zerschlagung der Doppelmonarchie und die Vertreibung des Hauses Habsburg. Politisch tritt sie in den 1920ern und 1930er nicht in Erscheinung, wiewohl sie den Nationalsozialismus ablehnt.
Am 12. März 1938 muss Franziska Höltmann erleben, wie mit dem Einmarsch der deutschen Wehrmacht das freie und unabhängige Österreich untergeht. Unmittelbar nach der Besetzung Österreichs heiratet sie am 17. Oktober 1938 den katholischen Handelsvertreter Heinrich Holzschuh.Mit der Eheschließung wird sie Hausfrau. Die Ehe bleibt jedoch kinderlos.
Die Wohnung von Franziska und Heinrich Holzschuh befindet sich am Antonsplatz 10, im 10. Wiener Gemeindebezirk. Die Wohnung vis á vis wird von Anna Schorn bewohnt. Oftmals treffen sich Franziska Holzschuh und Anna Schorn zum Gespräch am Hausgang.
Als am 8. September 1943 in den Morgennachrichten im Radio die Kapitulation Italiens bekanntgemacht wird, erzählt Anna Schorn dies Franziska Holzschuh, der diese Nachricht neu war. Daraufhin zeigt sich letztere erfreut.
Gott sei Dank, der eine ist weg und für den anderen hat sich bis heute noch niemand gefunden!
Anna Schorn erzählt dies der Hausbesitzerin Anna Miggitsch, die im gleichen Haus ihre Wohnung hat. Diese denunziert daraufhin Franziska Holzschuh schriftlich-anonym bei der nächsten Polizeistation (dem 73. Polizeirevier) an. Später gibt Anna Miggitsch zu, dass sie die Anzeigende war.
Franziska Holzschuh wird am 10. November 1943 von der Gestapo verhaftet und einen einem Prozess vor dem Sondergericht am 24. Februar 1944 zu einem Jahr und sechs Monaten Haft verurteilt. Die Strafe wird am 2. Dezember 1944 zur Bewährung ausgesetzt, weshalb Franziska Holzschuh an diesem Tag freikommt.
In Wien erlebt Franziska Holzschuh die Befreiung Österreichs und die Wiedererrichtung der Republik. Sie tritt der neugegründeten Österreichischen Volkspartei (ÖVP) und der ÖVP-Kameradschaft der politisch Verfolgten und Bekenner für Österreich bei.
1950 verstirbt Heinrich Holzschuh. Franziska Holzschuh verstirbt drei Tage vor ihrem 90. Geburtstag in Klosterneuburg und findet ihre letzte Ruhestätte am Wiener Zentralfriedhof.
Orte
Wohnort:
Quellen
Wiener Stadt- und Landesarchiv (WStLA)
Matricula Online
Friedhöfe Wien - Verstorbenensuche
