Rudolf Karl Hofmeister

Personalia

Geboren:

3. Dezember 1882, Wien

Gestorben:

13. Oktober 1939, Wien

Beruf:

Fleischhauer

Verfolgung:

Haft 13.03.1938 - 25.09.1938,
KZ Buchenwald 25.09.1938 - 18.01.1939

KZ-Nummer:

20052

Lebenslauf

Rudolf Karl Hofmeister kommt in Wien als ehelicher Sohn des Hausbesorgers Josef Hofmeister und seiner Gattin Theresia, geborene Spanitsch, zur Welt. Über seine Kindheit und Jugend ist nichts erhalten geblieben. Nach der Schule macht er die Ausbildung zum Fleichhauer und eröffnet eine Fleischhauerei im 21. Wiener Gemeindebezirk.

Nach der Niederlage Österreich-Ungarns, der Zerschlagung der Doppelmonarchie und der Vertreibung des Hauses Habsburg im Jahre 1918 heiratet er 1919 Anna Österreicher. Die Ehe bleibt jedoch kinderlos.

1934 dürfte er kurz mit dem Nationalsozialismus sympathisiert haben, tritt der NSDAP bei, aber noch im gleichen Jahr wieder aus und der Vaterländischen Front bei.

In der Vaterländischen Front wird er Gruppenleiter und damit Amtswalter im 21. Wiener Gemeindebezirk. Der überzeugte Österreicher setzt sich vehement für ein freies und unabhängiges Österreich ein.

Am 12. März 1938 erlebt Rudolf Hofmeister mit dem Einmarsch der deutschen Wehrmacht den Untergang des freien und unabhängigen Österreichs. Bereits am 13. März 1938 wird er aufgrund seiner österreichischen Gesinnung von der Gestapo verhaftet. Zu dieser Zeit ist er bereits an Magenkrebs erkrankt. Eine Behandlung bzw. eine rettende Operation wird ihm in der Haft verwehrt. Am 25. September 1938 wird er in das KZ Buchenwald deportiert. Aufgrund der fehlenden Behandlung verschlimmert sich seine Magenkrebs merklich. Darüberhinaus wird er im Konzentrationslager schwer misshandelt. SS-Männer treten ihm mit ihren genagelten Schuhen mehrmals in den Unterleib und die Magengegend.

Todkrank wird Rudolf Hofmeister am 18. Jänner 1939 aus der Haft entlassen. In Wien zurückgekehrt kann sein behandelnder Arzt nur noch diagnostizieren, dass aufgrund der verschleppten Operation sich der Magenkrebs ausgebreitet hat und eine Operation nicht mehr möglich ist.

Qualvoll verstirbt Rudolf Hofmeister am 13. Oktober 1939 an den Folgen des nicht operierten Magenkrebs und der Misshandlungen im Konzentrationslager. Er findet seine letzte Ruhestätte am Friedhof in Wien-Stammersdorf.

Seine Ehefrau Anna Hofmeister überlebt die Besetzung Österreichs und erlebt die Befreiung im Jahre 1945. Sie tritt der neugegründeten Österreichischen Volkspartei (ÖVP) und der ÖVP-Kameradschaft der politisch Verfolgten und Bekenner für Österreich bei. Sie verstirbt 1976.

Orte

Wohnort:

Verfolgung:

KZ Buchenwald (Weimar, Deutschland)

Quellen

Wiener Stadt- und Landesarchiv (WStLA)

Arolsen Archives

Matrucula Online

Friedhöfe Wien - Verstorbenensuche

Rudolf Hofmeister

Fleischhauer
* 3. Dezember 1882
Wien
† 13. Oktober 1939
Wien
Haft, KZ Buchenwald