Amtsrat Hptm. Johann Karl Aschenbrenner

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Johann Aschenbrenner
Bild: ÖStA

Personalia

Geboren:

7. September 1890, Wien

Gestorben:

25. Februar 1973, Wien

Beruf:

Beamter

Verfolgung:

Haft 14.03.1938 - 30.03.1938,
Haft 11.04.1938 - 09.06.1938,
Entlassung 31.07.1938

Ehrungen:

Silberne Tapferkeitsmedaille 1. und 2. Klasse

Kärntner Kreuz

Ungarische Kriegserinnerungsmedaille

Österreichische Kriegserinnerungsmedaille

Silbernes Verdienstzeichen dar Republik Österreich

Mitgliedschaften

Österreichische Volkspartei, ÖVP Kameradschaft der politisch Verfolgten und Bekenner für Österreich

Lebenslauf

Johann Karl Aschenbrenner kommt in Wien als ehelicher Sohn des zivilen Kapitäns Leopold Aschenbrenner und Maria, geborene Zaupper, zur Welt. Nach der Volksschule besucht er die Bürgerschule. 1911 tritt er in das Landesinfanterie-Regiment 1 ein und beginnt die Ausbildung zum Unteroffizier. Mit Ausbruch des I. Weltkrieges wird er zuerst an der russischen Front und hernach an der italienischen Front eingesetzt. 1915 heiratet er Pauline Sauer und wird in der Folge Vater eines Sohnes und einer Tochter.

Nach dem Zusammenbruch der österreichisch-ungarischen Doppelmonarchie, der Enteignung und Vertreibung Kaiser Karls I und seiner Familie, schließt sich Johann Aschenbrenner dem österreichischen Bundesheer an. 1919 nimmt er freiwillig an den Kärntner Abwehrkämpfen teil. Danach wird er in eine Kaserne in Neusiedl am See in ein Kraftfahrbataillon versetzt.

Als Soldat ist er im Februar 1934 an der Niederschlagung des sozialistischen Aufstandes und im Juli 1934 an der Niederschlagung des nationalsozialistischen Putschversuches aktiv beteiligt. Der überzeugte Österreicher ist Vertrauensmann in seiner Kaserne und stemmt sich vehement gegen die Versuche Deutschlands Österreich zu okkupieren.

Am 12. März 1938 muss er als Soldat erleben, wie das freie und unabhängige Österreich mit der deutschen Besetzung untergeht. Bereits am 14. März 1938 wird er aufgrund seiner offenen Gegnerschaft zum Nationalsozialismus von der Gestapo verhaftet und ist bis 30. März 1938 in Haft. Am 31. März 1938 wird er seines Dienstes enthoben und am 11. April 1938 ein weiteres Mal verhaftet. Nach seiner Haftentlassung am 9. Juni 1938 wird er mit 31. Juli 1938 aus der Wehrmacht entlassen und für wehrunwürdig erklärt.

Nachdem Johann Aschenbrenner beim österreichischen Bundesheer im Kraftfahrbataillon war, findet er Anstellung in den Werken der Aktiengesellschaft für Automobilbau (Aga-Werke). Auch dort macht er aus seiner Ablehnung gegenüber dem Nationalsozialismus keinen Hehl. Darüberhinaus unterstützt er aktiv Zwangsarbeiter, hört ausländische Radiosender und gibt das gehörte an die übrige Belegschaft weiter.

Auch wir bestätigen, dass Herr Johann Aschenbrenner während der letzten Jahre des Nationalsozialismus seine Gegnerschaft zur NSDAP jederzeit offen zur Schau trug und alle Gegner derselben nach besten Kräften unterstützte, sowie die im genannten Werke beschäftigten Ausländer (4 französische Kriegsgefangene und 4 russische Zivilarbeiter) bestens behandelte, in ihrer wirtschaftlichen Not unterstützte und sie vor jeder Massregelung schützte.

Der Zeuge Hans Szaith

Als Arbeiter in den Aga Werken erlebt Johann Aschenbrenner die Befreiung Österreichs im Mai 1945. Er wird sofort rehabilitiert und beginnt als Archivsekretär im Österreichischen Staatsarchiv (ÖStA) zu arbeiten und tritt später der neugegründeten Österreichischen Volkspartei (ÖVP) und der ÖVP-Kameradschaft der politisch Verfolgten und Bekenner für Österreich bei. Als Beamter des Staatsarchivs geht er mit 65 Jahren, im Jahre 1955, in den Ruhestand. Er verstirbt mit 82 Jahren und Wien und findet seine letzte Ruhestätte am Friedhof in Wien-Baumgarten.

Orte

Wohnort:

Quellen

Wiener Stadt- und Landesarchiv (WStLA)

Österreichisches Staatsarchiv (ÖStA)

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Johann Aschenbrenner

Beamter
* 7. September 1890
Wien
† 25. Februar 1973
Wien
Haft