Josef Johann Bayer

Personalia
Geboren:
Gestorben:
Beruf:
Verfolgung:
Desertiert Juni 1943,
Haft 23.08.1944 - 04.04.1945
Todesurteil - nicht vollstreckt: 30.09.1944
Mitgliedschaften
Lebenslauf
Josef Bayer wird in Czernowitz in der heutigen Ukraine, nach Ende des I. Weltkriegs, geboren. Über seine Kindheit und Jugend ist nichts erhalten.
Mit Bestimmtheit kann gesagt werden, dass Josef Bayer 1938 in Wien ist und in Gegnerschaft zum Nationalsozialismus steht. An seinem 18. Geburtstag, am 12. März 1938, marschiert die deutsche Wehrmacht in Österreich ein und das freie und unabhängige Österreich geht unter.
Bereits einen Monat nach dem Überfall Hitler-Deutschlands auf Polen erhält Josef Bayer seine Einberufung zur Luftwaffe. Der überzeugte Österreicher hadert mit seinem Dienst für das Dritte Reich und sucht Anschluss zu Widerstandsgruppen.
[…]
Meiner aufrichtigen österreichischen Gesinnung widerstrebte es von Anfang an, in den Reihen der Okkupationsarmee dienen zu müssen. Ich versuchte nun alles mich von ihr loszulösen und Anschluss an eine Untergrundbewegung zu finden. Dies war aber gerade für mich sehr schwierig, zumal ich noch verhältnismäßig jung war und keine politische Verbindung von früher hatte. Zudem war ich bei einer rein preussischen Einheit als einziger Österreicher, was die ganze Sache noch schwieriger machte. Im Urlaub setzte ich alles dran Verbindung mit Männern einer Bewegung zu bekommen, was dadurch so gut wie unmöglich war, weil jeder jedem misstraute.
[…]
Nach Einsätzen an der deutschen Ostfront und dem Umstand, dass er keinen Anschluss zu Widerstandsgruppen findet, entschließt sich Josef Bayer im Juni 1943 zu desertieren. 14 Monate schafft er es im Untergrund zu leben, bis er verraten und am 23. August 1944 verhaftet wird.
In einem Prozess vor Feldgericht des kommandierenden Generals im Luftgau XVII. wird Josef Bayer am 30. September 1944 wegen 'Fahnenflucht' zum Tode verurteilt und in das Militärgefängnis Wien-Hardtmuthgasse überstellt. Dort wartet er täglich auf seine Hinrichtung.
Sein Leben wird ausschließlich durch die Befreiung Wiens und die Niederlage des Dritten Reiches gerettet. Am 4. April 1945 kommt Josef Bayer aus dem Gefängnis frei.
Nach der Befreiung Österreichs ist Josef Bayer als Handeslagent und Hausverwalter tätig, heiratet und tritt der ÖVP-Kameradschaft der politisch Verfolgten und Bekenner für Österreich bei. In der Pension zieht er nach Rohrbach in Oberösterreich, wo er kinderlos mit 89 Jahren verstirbt.
Orte
Wohnort:
Quellen
Wiener Stadt- und Landesarchiv (WStLA)
