Josefine Maria Kleinscheg

Personalia
Geboren:
Gestorben:
Beruf:
Verfolgung:
Haft 22.04.1940 - 17.04.1941,
Haft 17.08.1944 - 31.08.1944
Mitgliedschaften
Lebenslauf
Josefine Maria Kleinscheg kommt in Marburg in der Steiermark [heute: Maribor in Slowenien] als eheliche Tochter des Schuhmachermeisters Franz Kleinscheg und seiner Gattin Anna, geborene Paulitsch, zur Welt. Über ihre Kindheit und Jugend ist nichts erhalten geblieben.
1925 zieht sie nach Wien, arbeitet als Handelsangestellte und engagiert sich bei der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei (SDAP) [heute: Sozialdemokratische Partei Österreich (SPÖ)] und später bei der Kaisertreuen Volkspartei. Nach 1934 tritt sie der Vaterländischen Front bei und übernimmt in weiterer Folge Funktionen in der Partei. Als Funktionärin der Vaterländischen Front im 7. Gemeindebezirk engagiert sie sich gegen den Nationalsozialismus.
Am 12. März 1938 muss Josefine Kleinscheg erleben, wie mit dem Einmarsch der deutschen Wehrmacht, das freie und unabhängige Österreich untergeht. Im Herbst 1939 gründet Leopold Mahr eine legitimistische Widerstandsgruppe, genannt Gruppe Leopold Mahr. Ziel der Gruppe ist es, die Loslösung des besetzten Österreichs vom Deutschen Reich sowie die Wiedererrichtung einer Monarchie unter Otto von Habsburg-Lotringen zu erreichen.
Er spricht dabei Bekannte aus der Kreis der ehemaligen Kaisertreuen Volkspartei um Oberst Gustav Wolff, auch ‚Wolff-Verband‘ genannt an, in dem er vor der Besetzung Österreichs selbst aktiv war. Als Mitgliedsausweise werden Sterbebildchen des Seligen Kaiser Karl verwendet (später auch Ottonia-Bausteine). Die Gruppe Leopold Mahr setzt Mitgliedsbeiträge fest, verbreitet Flugschriften mit der Überschrift ‚Handschriftten Kaiser Ottos‘ und sammelt Kleiderspenden für in Not geratene Legitimisten und deren Kindern.
Auch Josefine Kleinscheg, die zum Kreis der ehemaligen Mitglieder der Kaisertreuen Volkspartei gehört, schießt sich der Widerstandsgruppe an. Die Gruppe wächst auf ca. 80 Personen an, bevor sie von der Gestapo aufgedeckt wird und ab Anfang April 1940 eine Verhaftungswelle einsetzt. Josefine Kleinscheg wird am 22. April 1940 verhaftet und befindet sich bis 17. April 1941 in Untersuchungshaft. In einem Prozess vor dem Landesgericht Wien wird sie am 14. Juli 1944 wird sie wegen 'Verbrechens nach dem Gesetz gegen die Neubildung von Parteien' zu einem Jahr Haft, unter Anrechnung der Untersuchungshaft verurteilt. Zwischen 17. August 1944 und 31. August 1944 sitzt sie die verbleibende Haftzeit ab.
In Wien erlebt Josefine Kleinscheg die Befreiung Österreichs und die Wiedererrichtung der Republik im April bzw. Mai 1945. Sie tritt der neugegründeten Österreichischen Volkspartei (ÖVP) und der ÖVP-Kameradschaft der politisch Verfolgten und Bekenner für Österreich bei.
Als Handelsangestellte geht Josefine Kleinscheg in Pension und verstirbt mit 86 Jahren ledig und kinderlos in Herzogenburg in Niederösterreich. Sie findet ihre letzte Ruhestätte am Wiener Zentralfriedhof.
Orte
Wohnort:
Quellen
Wiener Stadt- und Landesarchiv (WStLA)
Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands (DÖW)
Matricula Online
Friedhöfe Wien - Verstorbenensuche
