Dr. Oswald Friedrich Richter
Personalia
Geboren:
Gestorben:
Beruf:
Verfolgung:
Haft 14.03.1938 - 02.04.1938,
KZ Dachau 02.04.1938 - 24.09.1938,
KZ Buchenwald 24.09.1938 - 02.01.1939,
Ermordet am 02.01.1938
KZ-Nummer:
Mitgliedschaften
Lebenslauf
Oswald Friedrich Richter kommt in Prag als ehelicher Sohn des Fabrikanten Carl Richter und seiner Gattin Emma Emilie, geborene Simon, zur Welt. Die Familie ist jüdischen Glaubens. Oswald Richter hat noch eine jüngere Schwester, die jedoch mit sieben Jahren verstirbt. Nach der Volksschule besucht er das Gymnasium, wo er 1905 maturiert. Im gleichen Jahr inskribiert er an der philosophischen Fakultät der Universität Wien, wechselt aber ein Semester später an die juridische Fakultät. Am 22. Juni 1911 wird er schließlich zum Doktor der Rechte promoviert.
Oswald Richter heiratet am 15. März 1916 Marie Oppenheimer, geschiedene Jessel und wird in weiterer Folge Vater zweier Töchter. Wahrscheinlich dient er zu dieser Zeit im I. Weltkrieg, zumal er erst am 8. Oktober 1918 als Rechtsanwalt eingetragen wird.
Nach der Niederlage Österreich-Ungarns, der Zerschlagung der Doppelmonarchie und der Vertreibung des Hauses Habsburg eröffnet Oswald Richter seine Kanzler in der Rosenbursenstraße 2, im 1. Wiener Gemeindebezirk, im gleichen Hause in dem er auch wohnt. Er tritt der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei (DSAP) [heute: SPÖ] bei und wird in weiter Folge deren Parteianwalt. Darüber hinaus ist er Lektor an der Universität Wien, wo er u.a. 1933 einen Vortrag über 'Die wahren Gründe des Reichstagsbrandes' hält. Nach dem sozialistischen Februaraufstand 1934 und dem Verbot der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei (SDAP) tritt er der Vaterländischen Front bei, vertritt aber die sozialistischen Schutzbundführer bei deren Prozessen im Jahre 1935.
Am 12. März 1938 erlebt Oswald Richter, wie mit dem Einmarsch der deutschen Wehrmacht das freie und unabhängige Österreich untergeht. Mit der Besetzung Österreichs wird die deutsche Gesetzgebung übernommen und damit auch die ‘Nürnberger Rassengesetze’, nach denen er als 'Volljude’ gilt. Bereits am 14. März 1938 wird er aus politischen Gründen von der Gestapo verhaftet und mit dem sogenannten 'Prominententransport' am 2. April 1938 in das KZ Dachau deportiert. Von dort erfolgt seine Überstellung in das KZ Buchenwald am 24. September 1938.

Oswald Richter verstirbt am 2. Jänner 1939 um 11:00 Uhr im Häftlingsrevier. Als offizielle Todesursache wird 'Herz- und Kreislaufschwäche' angegeben. Er findet seine letzte Ruhestätte im jüdischen Teil des Wiener Zentralfriedhofs.
Orte
Wohnort:
Verfolgung:
Sterbeort:
Quellen
Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands (DÖW)
Sauer, Barbara/Reiter-Zatloukal Ilse (2022): Advokaten 1938. The fate of lawyers an trainees registered with the Austrian Regional Bar Associations who were barred from practicing in the legal profession from 1938 to 1945. 2. Auflage (Wien) S. 469.
Arolsen Archives
