Generalmajor Albert Oberweger

Personalia

Geboren:

15. September 1878, Würmlach

Gestorben:

25. April 1942, Wien

Beruf:

Soldat

Verfolgung:

Haft März 1938 - 02.04.1938,
KZ Dachau 02.04.1938 - 27.09.1939,
KZ Flossenbürg 27.09.1939 - 02.03.1940,
KZ Dachau 02.03.1940 - 19.03.1941

KZ-Nummer:

13845, 431

Ehrungen:

Bronzene Militärsverdienstmedaille am Bande des Militärverdienstkreuzes mit Schwertern

Orden der Eisernen Krone III. Klasse mit KD und Schwertern

Militärverdienstkreuz 3. Klasse mit KD und Schwertern

Silberne Militärverdienstmedaille am Bande des Militärverdienstkreuz mit Schwertern

Karl-Truppenkreuz

Silbernes Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich

Komturkreuz des österreichischen Verdienstordens

Lebenslauf

Albert Oberweger kommt in Würmlach in Kärnten als ehelicher Sohn des Lehrers Josef Oberweger und seiner Gattin Anna, geborene Ertl, zur Welt. Nach der Volksschule besucht er fünf Klassen eines Gymnasiums, bevor er auf die Kadettenschule wechselt.

Nach der Matura tritt er Albert Oberweger das k.u.k. Infanterieregiment Nr. 87 'Freiherr von Succovaty' ein. 1903 erfolgt seine Ernennung zum Leutnant, 1909 zum Oberleutnant und am 29. Oktober 1914, nach Ausbruch des Ersten Weltkrieges, zum Hauptmann. Zwischen 1914 und 1918 ist er als MG- und Bataillonskommandant an unterschiedlichen Kriegsschauplätzen eingesetzt und erhält das Verwundetenabzeichen.

Als Hauptmann erlebt Albert Oberweger die Niederlage Österreich-Ungarns, die Zerschlagung der Doppelmonarchie und die Vertreibung des Hauses Habsburg. Am 1. Jänner 1920 wird er zum Major befördert und am 1. September 1920 in den österreichischen Heeresverwaltungsdienst übernommen. Am 2. Oktober 1921 wird er Oberstleutnant und 1. September 1927 zum Kommandanten des III.Infanterieregiment Nr. 5 bestellt. Nachdem er in das III.Infanterieregiment Nr. 6 versetzt wird erfolgt am 23. September 1931 seine Ernennung zum Oberst. Am 1. Dezember 1933 wird er schließlich Infanterieinspektor.

Nach dem Putschversuch der Nationalsozialisten in Österreich am 25. Juli 1934, bei dem Bundeskanzler Engelbert Dollfuß ermordet wird, wird am 26. Juli 1934 mit dem Bundes-Verfassungsgesetz (BGBl. Nr. 152/1934) ein Militärgerichtshof in Wien mit Senaten in Graz, Innsbruck, Klagenfurt, Leoben und Linz, als Ausnahmegericht zur Aburteilung der mit dem Umsturzversuch vom 25. Juli 1934 im Zusammenhang stehenden strafbaren Handlungen, errichtet. Albert Oberweger wird Vorsitzender dieses Militärgerichts, welches zahlreiche Todesurteile verkündet, wovon 13 vollstreckt werden.

Am 1. August 1935 wird Albert Oberweger mitt dem Kommando der 7. Division betraut und mit 30. September 1936 in den Ruhestand versetzt.

Am 12. März 1938 erlebt der im Ruhestand befindliche Albert Oberweger, wie mit dem Einmarsch der deutschen Wehrmacht, das freie und unabhängige Österreich untergeht. Wahrscheinlich unmittelbar nach der Besetzung Österreichs (ein genaues Datum ist nicht erhalten) wird er von der Gestapo verhaftet und am 2. April 1938 mit dem sogenannten 'Prominententransport' in das KZ Dachau deportiert. Als nach dem Überfall Hitler-Deutschlands auf Polen das KZ Dachau kurzfristig für die SS geräumt werden muss, erfolgt seine Überstellung in das KZ Flossebürg am 27. September 1939. Am 2. März 1940 wird er in das KZ Dachau rücküberstellt und am 19. März 1941 entlassen.

Albert Oberweger kehrt zurück nach Wien und verstirbt dort mit 63 Jahren. Er findet seine letzte Ruhestätte in der Feuerhalle in Wien-Simmering.

Orte

Wohnort:

Verfolgung:

KZ Dachau (Deutschland), KZ Flossenbürg (Deutschland)

Quellen

Frech, Christian/Pichler, Markus/Steiner, Peter/Vlachos, Iakovos (2021): Österreichs Generäle 1919-1955. Die Generäle der 1. Republik und des Bundesstaates bis zur 2. Republik 1955. J-P (Wien) S. 495/496.

Kuretsidis-Haider, Claudia/Leo, Rudolf (2019): "dachbaureif". Der Österreichertransport aus Wien in das KZ Dachau am 1. April 1938. Biografische Skizzen der Opfer (Wien) S. 202.

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Albert Oberweger

Soldat
* 15. September 1878
Würmlach
† 25. April 1942
Wien
Haft, KZ Dachau, KZ Flossenbürg