Franz Zelburg (geb. Žiwny)

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Franz Zelburg
Bild: Kuretsidis-Haider/Leo: "dachaureif"

Personalia

Geboren:

3. Juli 1883, Laibach

Gestorben:

22. November 1950, Graz

Beruf:

Generalinspektor der Bundesgendarmerie

Verfolgung:

Haft 13.03.1938 - 02.04.1938,
KZ Dachau 02.04.1938 - 05.07.1939,
Haft 05.07.1939 - 20.06.1941

KZ-Nummer:

13800, 16551

Ehrungen:

Bronzene Militärverdienstmedaille am Bande des Militärverdienstkreuzes

Silberne Militärverdienstmedaille am Bande des Militärverdienstkreuzes

Ritterkreuz des Franz-Josef-Ordens mit der KD

Karl-Truppenkreuz

Ehrenzeichen II. Klasse vom Roten Kreuz mit der KD

Silbernes Ehrenzeichen für Verdienste im die Republik Österreich

Goldenes Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich

Offizierskreuz des österreichischen Verdienstordens

Komturkreuz des österreichischen Verdienstordens

Großoffizierskreuz des königlichen italienischen Kronenordens

Mitgliedschaften

K.Ö.L. Ferdinandea Graz

Lebenslauf

Franz Živny kommt in Leibach in der Krain [heute: Lubjiana in Slowenien] als ehelicher Sohn des k.k. Zollamtsoberkontrollor Josef Žiwny und seiner Gattin Anna, geborene Preis, zur Welt. Nach der Volksschule besucht er zunächst die Realschule und dann die Infanteriekadettenschule in Liebenau. Er schlägt die Berufsoffizierslaufbahn ein und tritt in das k.u.k. Infanterieregiment Nr. 24 'Ritter von Kummer' ein. Dort wird er am 18. August 1902 zum Kadettoffizierstellvertreter (= Fähnrich) ausgemustert. Am 1. November 1903 erfolgt seine Beförderung zum Leutnant und schließlich am 1. Mai 1911 zum Oberleutnant. Im November des gleichen Jahres heiratet er Leopoldine Koschak Edle von Irmenys. Die Ehe bleibt jedoch kinderlos. Mit Ausbruch des Ersten Weltkrieges nimmt er an den Kriegsschauplätzen in Galizien und an der Südfront teil. Am 1. Mai 1915 erfolgt seine Ernennung zum Rittmeister (= Hauptmann).

Im November 1918 erlebt Franz Živny die Niederlage Österreich-Ungarns, die Zerschlagung der Doppelmonarchie und die Vertreibung des Hauses Habsburg. Unmittelbar nach der Kapitulation ändert er am 6. November 1918 seinen Nachnamen von 'Živny' auf 'Zelburg'. Er wechselt von Militär, wo er am 8. März 1920 zum Major befördert wird zur Gendarmerie. 1924 wird er zum Gendarmerie-Oberinspektor I. Klasse befördert und ist als Landesgendarmeriekommandant von Steiermark tätig.

Im Jänner 1934 wird Franz Zelburg das neu geschaffene Amt des Sicherheitsdirektors für das Bundesland Steiermark (bis Jänner 1936), 1937 wird er dem Bundeskanzleramt zugeteilt. 1937 gehört er zu den Gründungsmitgliedern der Studentenverbindung Ferdinandea Graz. Am 3. Jänner 1938 wird er zum Generalinspektor der österreichischen Bundesgendarmerie in Wien ernannt. In seinen Funktionen ist er an leitender Stelle an der Verfolgung der illegalen Nationalsozialisten beteiligt.

Am 12. März 1938 erlebt Franz Zelburg, wie mit dem Einmarsch der deutschen Wehrmacht, das freie und unabhängige Österreich untergeht. Bereits am 13. März 1938 wird er von der Gestapo verhaftet und am 2. April 1938 mit dem sogenannten 'Prominententransport' in das KZ Dachau deportiert. Am 5. Juli 1939 erfolgt die Überstellung an das Landesgericht Graz. Hier wird Anklage wegen 'Missbrauch der Amtsgewalt' im Zusammenhang mit der Verfolgung von NS-Straftaten 1934 bis 1938 erhoben. Das Landesgericht Graz verurteilt ihn am 21. Juli 1939 zu acht Jahren schweren Kerkers, das Reichsgericht reduziert am 12. Jänner 1940 das Strafmaß auf drei Jahre schweren Kerkers. Franz Zelburg verbüßt bis 24. Mai 1941 die Strafe in Graz-Karlau und wird anschließend an die Gestapo Graz überstellt. Während er in Haft ist, verstirbt seine Ehefrau Leopoldine Zelburg am 31. Jänner 1940. Wegen eines Schlaganfalls wird er am 20. Juni 1941 krankheitshalber (Schlaganfall) aus der Haft entlassen.

In Graz erlebt Franz Zelburg die Befreiung Österreichs und die Wiedererrichtung der Republik im April bzw. Mai 1945. Unmittelbar nach der Befreiung Österreichs heiratet er am 6. Oktober 1945 Maria Kosi, verwitwete Tschernessl.

Franz Zelburg verstirbt mit 67 Jahren in Graz.

Orte

Verfolgung:

KZ Dachau (Deutschland)

Wohnort:

Quellen

Krause, Peter/Reinelt, Herbert/Schmitt, Helmut (2020): Farbe tragen, Farbe bekennen. Katholische Korporierte in Widerstand und Verfolgung. Teil 2. Kuhl, Manfred (ÖVfStG, Wien) S. 401.

Frech, Christian/Pichler, Markus/Steiner, Peter/Vlachos, Iakovos (2021): Österreichs Generäle 1919-1955. Die Generäle der 1. Republik und des Bundesstaates bis zur 2. Republik 1955. Q-Z (Wien) S. 630/631.

Kuretsidis-Haider, Claudia/Leo, Rudolf (2019): "dachbaureif". Der Österreichertransport aus Wien in das KZ Dachau am 1. April 1938. Biografische Skizzen der Opfer (Wien) S. 297/298.

Franz Zelburg

Generalinspektor der Bundesgendarmerie
* 3. Juli 1883
Laibach
† 22. November 1950
Graz
Haft, KZ Dachau