Leopold Karl Sprinzl
Personalia
Geboren:
Gestorben:
Beruf:
Verfolgung:
Haft 15.03.1938 - 02.04.1938,
KZ Dachau 02.04.1938 - 19.05.1939,
KZ Sachsenhausen 19.05.1939 - 28.09.1943,
KZ Flossenbürg 28.09.1943 - 23.04.1945
KZ-Nummer:
Lebenslauf
Leopold Karl Sprinzl kommt in Wien als ehelicher Sohn des Spenglers Karl Sprinzl und Caroline Franzida zur Welt. Über seine Kindheit und Jugend ist nichts erhalten geblieben. 1920 heiratet er Friederike Dankiewicz und wird in weitere Folge Vater dreier Kinder.
Bis 1924 arbeitet er bei der Gendarmerie, wird jedoch in diesem Jahr aufgrund eines allgemeinen Personalabbaues gekündigt. Danach lebt die Familie in Armut. 1932 tritt Leopold Sprinzl der NSDAP bei und findet Arbeit als Journalist bei der NS-Wochenzeitung 'Kampfruf'. Dem Nationalsozialismus hat er sich jedoch nicht zugewendet, da er ein Spitzel für die österreichischen Sicherheitsbehörden ist, und diese über die Vorgänge innerhalb der illegalen NSDAP in Österreich informiert. Er trägt den Decknamen 'Neumann'. Ab 1936 zahlt er keine Mitgliedsbeiträge mehr an die illegale NSDAP. Seine Tätigkeit für den österreichischen Sicherheitsdienst bleibt den Nationalsozialisten jedoch unbekannt.
Am 12. März 1938 muss Leopold Sprinzl erleben, wie das freie und unabhängige Österreich mit dem Einmarsch der deutschen Wehrmacht untergeht. Am 15. März 1938 wird er von der Gestapo verhaftet und mit dem sogenannten 'Prominententransport' am 2. April 1938 in das KZ Dachau deportiert. Am 19. Mai 1939 wird er von dort in das KZ Sachsenhausen überstellt. In einem Prozess vor dem Kammergericht in Berlin wird er am 27. Jänner 1941 wegen 'Landesverrats' zu zwei Jahren und sechs Monaten Gefängnis verurteilt, bleibt aber nach Verbüßung der Zeit in Haft. Seine Überstellung in das KZ Flossenbürg erfolgt am 28. September 1943. Dort bleibt er bis zur Befreiung durch die US-Army am 23. April 1945.
Nach der Befreiung Österreichs und der Wiedererrichtung der Republik im April bzw. Mai 1945 kehrt er nach Wien zurück und arbeitet bis zu seinem Pensionsantritt wieder als Journalist. Er verstirbt mit 71 Jahren in Wien und findet seine letzte Ruhestätte am Friedhof in Wien-Hernals.
Quellen
Wiener Stadt- und Landesarchiv (WStLA)
Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands (DÖW)
Arolsen Archives unter www.arolsen-archives.org
Matricula Online
Friedhöfe Wien - Verstorbenensuche
