Rudolf Duchon (geb. Spiegelgraber)

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Rudolf Duchon
Bild: WStLA

Personalia

Geboren:

15. August 1898, Wien

Gestorben:

16. März 1968, Wien

Beruf:

Maschinenschlosser

Verfolgung:

Haft 16.03.1938 - 02.04.1938,
KZ Dachau 02.04.1938 - 10.05.1939

KZ-Nummer:

13792

Mitgliedschaften

Kommunistische Partei Österreichs

Lebenslauf

Rudolf Duchon kommt in Wien als unehelicher Sohn der Arbeiterin Elisabeth Spiegelgraber und des Hilfsarbeiters Josef Duchon zur Welt. Ein Jahr nach seiner Geburt heiraten seine Eltern und Rudolf nimmt den Nachnamen seines Vaters an. Nach der Schulbildung erlernt er das Handwerk des Maschinenschlossers. 1921 heiratet er die Arbeiterin Karoline Gierlich. 1919 und 1924 kommen seine beiden Töchter zur Welt.

Von März 1919 bis Juni 1919 dient er in der ungarischen Roten Armee, die die kurzlebige kommunistische Räterepublik in Ungarn (März bis August 1919) stützt. Nach Wien zurückgekehrt tritt er 1921 der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei (DSAP) [heute: SPÖ] und der Arbeiterwehr [später: Republikanischer Schutzbund] bei. Er arbeitet als Schlosser bei der Wiener-Locomotiv-Fabriks-AG in Wien-Favoriten. Bei den sozialistischen Februaraufständen des Februars 1934 ist er Bataillonskommandant des Republikanischen Schutzbundes und beteiligt sich aktiv an den Kämpfen. Am 18. Februar 1934 wird er wegen 'Verdachts des Aufruhrs' verhaftet. Kurze Zeit später stellt die Staatsanwaltschaft das gegen ihn eingeleitete Verfahren ein und Rudolf Duchon wird am 15. Mai 1934 aus der Haft entlassen.

Nach seiner Haftentlassung tritt er dem Autonomen Schutzbund und der Kommunistischen Partei Österreichs (KPÖ) bei. Er wird Bezirksleiter von Favoriten und Mitglied der Stadtleitung. Am 31. Dezember 1935 wird er neuerlich wegen illegaler kommunistischer Betätigung verhaftet. Der Prozess gegen ihn am 9. Oktober 1936 endet jedoch mit einem Freispruch und er wird noch am gleichen Tag aus der Haft entlassen.

Am 12. März 1938 muss Rudolf Duchon erleben, wie das freie und unabhängige Österreich mit dem Einmarsch der deutschen Wehrmacht untergeht. Bereits am 16. März 1938 wird er wegen kommunistischer Betätigung von der Gestapo verhaftet und am 2. April 1938 mit dem sogenannten 'Prominententransport' in das KZ Dachau deportiert. Von dort wird er am 10. Mai 1939 entlassen und kehrt zurück nach Wien. Er muss ich jeden dritten Tag bei der Polizeiwache melden. Seine Ehefrau verstirbt am 13. Februar 1945.

In Wien erlebt Rudolf Duchon die Befreiung Österreichs und die Wiedererrichtung der Republik. Zwischen 15. April 1945 und 5. Oktober 1945 arbeitet er bei der Wiener Polizei. 1946 heiratet er abermals und arbeitet ab 15. Oktober 1946 wieder als Maschinenschlosser bei der Wiener-Locomotiv-Fabriks-AG in Wien-Favoriten. Er geht 1962 in Pension, verstirbt mit 69 Jahren in Wien und findet seine letzte Ruhestätte am Friedhof in Wien-Inzersdorf.

Orte

Wohnort:

Verfolgung:

KZ Dachau (Deutschland)

Quellen

Wiener Stadt- und Landesarchiv (WStLA)

Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands (DÖW)

Claudia Kuretsidis-Haider: dachauereif. In: Alfred Klahr Gesellschaft - Mitteilungen. 26. Jg. Nr. 2. Juni 2019

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Rudolf Duchon

Maschinenschlosser
* 15. August 1898
Wien
† 16. März 1968
Wien
Haft, KZ Dachau