Anton Richard Krampf

Personalia

Geboren:

8. April 1893, Wien

Gestorben:

1. Oktober 1973, Wien

Beruf:

Cafetier

Verfolgung:

Haft 12.07.1938 - 12.08.1938,
Arisierung April 1941

Mitgliedschaften

Österreichische Volkspartei, ÖVP Kameradschaft der politisch Verfolgten und Bekenner für Österreich

Lebenslauf

Anton Richard Krampf kommt in Wien als ehelicher Sohn von Anton Krampf und seiner Gattin Maria Josefa, geborene Stein, zur Welt. Sein Vater ist katholischer Cafetier und betreibt das Wiener Terrassen-Café am Margaretenplatz im 5. Wiener Gemeindebezirk. Seine Mutter kommt aus einer jüdischen Familie. Anton Richard Krampf hat einen Bruder und eine Schwester. Die drei Geschwister werden zuerst jüdisch erzogen, konvertieren aber gemeinsam am 16. März 1903 zum katholischen Glauben.

Anton Krampf besucht die Volks- und Realschule und erhält eine Ausbildung im Hotel- und Gaststättengewerbe. Ob Anton Krampf am I. Weltkrieg teilnimmt, ist nicht erhalten. Beruflich tritt er in die Fußstapfen seines Vaters und übernimmt das Kaffeehaus seines Vaters. Er wandelt das Kaffeehaus in die Offene Handesgesellschaft Wiener Terrassen-Café A. R. Krampf u. Co. um und nimmt Johanna Schubert als weitere Gesellschafterin auf. Am 25. Juni 1922 heiratet Anton Josef Richard Krampf die aus Dresden stammende Klara Svoboda und wird in weiterer Folge Vater zweier Söhne.

Anton Krampf ist strikter Gegner des Nationalsozialismus. Im Rahmen des nationalsozialistischen Putschversuches im Juli 1934 ist er freiwillig im österreichischen Grenzschutz zwischen Salzburg und Vorarlberg aktiv, um Österreich vor einsickernden deutschen Nationalsozialisten zu beschützen. Danach betreibt er wieder sein Café.

Am 12. März 1938 muss Anton Krampf erleben, wie mit dem Einmarsch der deutschen Wehrmacht das freie und unabhängige Österreich untergeht. Mit der Besetzung Österreichs wird die deutsche Gesetzgebung übernommen und damit auch die ‘Nürnberger Rassengesetze’, nach denen er als 'Mischling I. Grades' bzw. ‘Halbjude’ gilt.

Aus Vergeltung für seine Gegnerschaft zum Nationalsozialismus wird Anton Krampf am 12. Juli 1938 von der Gestapo verhaftet und bis 12. August 1938 in Haft gehalten. Nach seiner Entlassung betreibt er sein Café weiter, bis er im April 1941 aufgrund seiner jüdischen Abstammung von seiner Geschäftspartnerin aus dem Geschäft gedrängt wird.

Vom 24. Mai 1941 bis 31. März 1942 ist er anschließend als Geschäftsführer eines anderen Unternehmens beschäftigt, verliert aber diese Position auf ausdrücklichen Wunsch der Gestapo. Danach wird er bis März 1945 als landwirtschaftlicher Hilfsarbeiter zwangsverpflichtet. Mit Bescheid vom 20. November 1944 wird ihm die Konzession für das Wiener Terrassen-Café offiziell entzogen, wobei er zu diesem Zeitpunkt schon seit Jahren nicht mehr im Kaffeehaus tätig ist.

Im April bzw. Mai 1945 erlebt Anton Krampf die Befreiung Österreichs und die Wiedererrichtung der Republik. Er tritt der neugegründeten Österreichischen Volkspartei (ÖVP) und der ÖVP-Kameradschaft der politisch Verfolgten und Bekenner für Österreich bei. Er arbeitet wieder als Cafetier und betreibt das Wiener Terrassen-Café .

Anton Krampf verstirbt in Wien mit 80 Jahren und findet seine letzte Ruhestätte am Friedhof in Wien-Südwest.

Sein Sohn Gerhard Krampf wird später ein bedeutender österreichischer Architekt. Er studiert von 1946 bis 1950 an der Hochschule beziehungsweise heutigen Universität für angewandte Kunst bei Franz Schuster, arbeitet später eng mit Karl Schwanzer zusammen und übernimmt nach dessen Tod 1975 dessen Büro.

Orte

Wohnort:

Quellen

Wiener Stadt- und Landesarchiv (WStLA)

Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands (DÖW)

Wiener Firmenverzeichnis 1938

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Anton Krampf

Cafetier
* 8. April 1893
Wien
† 1. Oktober 1973
Wien
Arisierung, Haft