Else Hermine Lessner (geb. Herrmann)
Personalia
Geboren:
Gestorben:
Beruf:
Verfolgung:
Emigration 12.12.1938
Lebenslauf
Else Hermine Herrmann kommt in Wien als eheliche Tochter des Kaufmanns Julius Herrmann und seiner Gattin Rosa, geborene Neumann, zur Welt. Die Familie ist jüdischen Glaubens. Über ihre Kindheit und Jugend ist nichts erhalten geblieben.
Am 19. März 1927 heiratet sie den, 1908 vom jüdischen zum katholischen Glauben konvertierten, Egon Lessner und wird in weiterer Folge Mutter eines Sohnes. Ihr Ehemann ist Beamter der österreichischen Finanzprokuratur.
Am 12. März 1938 erlebt Else Lessner wie mit dem Einmarsch der deutschen Wehrmacht das freie und unabhängige Österreich untergeht. Mit der Besetzung Österreichs wird die deutsche Gesetzgebung übernommen und damit auch die ‘Nürnberger Rassengesetze’, nach denen sie und ihr Gatte als 'Volljuden' gelten. Am 16. März 1938 wird Egon Lessner aus 'rassischen Gründen' vom Dienst beurlaubt und ein Entlassungsverfahren eingeleitet. Am 24. September 1938 konvertiert Else Lessner zum katholischen Glauben. Noch am gleichen Tag heiraten sie kirchlich.
Else Lessner und ihr Gatte entschließen sich zur Emigration nach Argentinien. Am 12. Dezember 1938 verlassen sie, unter Zurücklassung ihres Vermögens das besetzte Österreich.
In Argentinien lassen sie sich in Olivos nahe Buenos Aires nieder. Dort erleben sie im April bzw. Mai 1945 die Befreiung Österreichs und die Wiedererrichtung der Republik. Obwohl im Ausland lebend, wird Egon Lessner rehabilitiert und sofort, altersbedingt, in den Ruhestand versetzt. Später arbeitet er in der österreichischen Botschaft in Argentinien, verstirbt aber 1952 an der Kinderlähmung. Nach dem Tod ihres Gatten zieht Else Lessner nach Mendoza in Argentinien.
Hochbetagt, am 18. Mai 1973 kehrt Else Lessner zurück nach Österreich und zieht zu ihrem Sohn in Bad Aussee. Dort verstirbt sie kurze Zeit später mit 91 Jahren.
Orte
Wohnort:
Quellen
Wiener Stadt- und Landesarchiv (WStLA)
Österreichisches Staatsarchiv (ÖStA)
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