Vinko Poljanec

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Vinko Poljanec
Bild: Mikrut 2000-1

Personalia

Geboren:

26. März 1876, Sveti Urban

Gestorben:

25. August 1938, St. Kanzian

Beruf:

Priester

Verfolgung:

Haft 12.03.1938 - 22.04.1938

Lebenslauf

Vinko Poljanec wird in Sveti Urban bei Ptuj im heutigen Kroatien als Sohn von katholischen Bauern geboren. Dort besucht er die Volksschule und das Gymnasium und maturiert 1894. Danach geht er ins Priesterseminar nach Klagenfurt und wird am 19. Juli 1900 zum Priester geweiht. Danach wird er Kooperator (Kaplan) in Guttaring und ab 1901 in St. Kanzian. Bereits zwei Jahre später übernimmt er Pfarrer in St. Georgen. Zusätzlich wird er Pfarrer in St. Margarethen ob Töllerberg. 1908 wird er schließlich Pfarrer von St. Kanzian.

Sein großes Anliegen ist es, den Armen und Bedürftigen zu helfen. So spart er auch bei sich ein, um alles Geld jenen seiner Gemeinde zukommen zu lassen, die es benötigen.

Poljanec engagiert sich in der Minderheitenpolitik und vertritt die Partei der Kärntner Slowenen zwischen 1921 und dem 21. Mai 1927 im Kärntner Landtag. Er bekennt sich zu den Ergebnissen der Kärntner Volksabstimmung und fordert die Umsetzung der Versprechen der Vorläufigen Kärntner Landesversammlung und der Minderheitenschutzbestimmungen des Vertrags von Saint-Germain ein. Nach seinem Ausscheiden aus dem Landtag vertritt Vinko Poljanec die Kärntner Slowenen zwischen 1928 und 1937 in der Kärntner Landwirtschaftskammer bzw. deren Vorgängerorganisation, ist von 1932 bis 1937 Vorsitzender des slowenischen Kulturverbandes und danach Vorsitzender-Stellvertreter. Poljanec war einer der führenden slowenischen Kulturvertreter, engagiert sich für die verbliebenen slowenischen Bildungseinrichtungen und unterstützt insbesondere die Schule der Schulschwestern in Sankt Ruprecht bei Völkermarkt. Zudem ist er Mitarbeiter der Wochenzeitung „Koroški Slovenec“ („Kärntner Slowene“).

Wie viele slowenisch-stämmige Priester wird auch Vinko Poljanec nach der Okkupation Österreichs durch das Dritte Reich inhaftiert. So wird er am Tag des Einmarsches, am 12. März 1938, als er gerade Vorbereitungen trifft, nach Jugoslawien zu fahren verhaftet. Er kommt zuerst ins Gefängnis nach Bleiburg und von dort am 14. März 1938 nach Klagenfurt. Der offizielle Vorwurf gegen ihn ist, dass er gegen die Devisenbestimmungen verstoßen haben soll, indem er gewerbsmäßig Geld nach Jugoslawien verbrachte. Nachdem diese Vorwürfe nicht erhärtet werden können, wird Vinko Poljanec am 22. April 1938 aus der Haft entlassen.

Vinko Poljanec erhält nach der Haftentlassung mehrere Drohbriefe und ersucht das Ordinariat in Krankenstand gehen zu dürfen. Diesem Ansinnen kommt das Ordinariat am 13. Mai 1938 nach. Schon am 18. Mai 1938 wird Vinko Poljanec vom Ordinariat verständigt, dass der Sicherheitsdirektor für Kärnten verlangt, dass er St. Kanzian verlassen soll.

Vinko Poljanecs Gesundheitszustand ist jedoch zu dieser Zeit sehr schlecht. Nach Aufenthalten in verschiedenen Krankenhäusern verstirb er in St. Kanzian.

Der Zusammenhang zwischen seinem Tod und der Haftzeit konnte nie hinreichend geklärt werden, jedoch bezeugte ein Mitgefangener sein Dahinsiechen im Gefängnis, obwohl er zuvor als gesunder, kräftiger Mann beschrieben worden war.

Quellen

  • Mikrut, Jan (2000): Blutzeugen des Glaubens. Martyrologium des 20. Jahrhunderts. Band 3 (Wien), S. 173–179.

Wikipedia unter https://de.wikipedia.org/wiki/Vinko_Poljanec

Vinko Poljanec

Priester
* 26. März 1876
Sveti Urban
† 25. August 1938
St. Kanzian
Haft