Emil Johannes Alfred Maria Ptak

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Emil Ptak
Bild: Landesarchiv NÖ

Personalia

Geboren:

9. Jänner 1908, Rawa-Ruska

Gestorben:

15. November 1982, Krems an der Donau

Beruf:

Lehrer

Verfolgung:

Haft 12.03.1938 - 02.04.1938,
KZ Dachau 02.04.1938 - 24.09.1938,
KZ Buchenwald 24.09.1938 - 01.09.1939,
Entlassung 31.05.1938

KZ-Nummer:

13888, 9558, 2042

Lebenslauf

Emil Johannes Alfred Maria Ptak kommt in Rawa-Ruska in Ruthenien [heute in der Ukraine] als ehelicher Sohn des k.u.k. Majors Alfred Ptak und seiner Gattin Ida, geborene Kohner, zur Welt. Ida Ptak ist jüdischen Glaubens, ob sie jemals zum katholischen Glauben konvertierte, lässt sich nicht feststellen. Emil Ptak wird jedenfalls katholisch getauft. Er hat einen jüngeren Bruder Georg. Sein Vater fällt im Ersten Weltkrieg im Jahre 1916.

Die Familie zieht später nach Krems an der Donau, wo er 1925 am Gymnasium maturiert. Danach inskribert er Bauingenieurwesen an der Technischen Hochschule Wien [heute: Technische Universität Wien], unterbricht das Studium aber 1929 und wird Lehrer und Erzieher an der Bundeserziehungsanstalt in der Kendlerstraße 1, im 14. Wiener Gemeindebezirk. Dort hat er eine Dienstwohnung, wohnt aber primär bei seiner Mutter in Krems an der Donau. Nebenbei arbeitet er an wissenschaftlichen Untersuchungen, um das technische Doktorat noch zu erlangen.

Als Lehrer tritt er vehement gegen den Nationalsozialismus auf. So bringt er unter anderem eine vom autoritären Ständestaat verbotene HJ-Gruppe zur Anzeige. Ebenso bezieht er innerhalb und außerhalb der Schule eine eindeutige Position gegen die deutschen Okkupationspläne von Österreich.

Am 12. März 1938 erlebt Emil Ptak wie mit dem Einmarsch der deutschen Wehrmacht das freie und unabhängige Österreich untergeht. Mit der Besetzung Österreichs wird die deutsche Gesetzgebung übernommen und damit auch die ‘Nürnberger Rassengesetze’, nach denen er als 'Mischling I. Grades' bzw. ‘Halbjude’ gilt. Noch am Tag der Besetzung seines Heimatlandes wird er von der Gestapo verhaftet und am 2. April 1938 mit dem sogenannten 'Prominententransport' in das KZ Dachau deportiert. Am 24. September 1938 erfolgt seine Überstellung in das KZ Buchenwald, wo er am 1. September 1939 entlassen wird. Zwischenzeitlich war er am 31. Mai 1938 aus dem Schuldienst zur Zwangspensionierung entlassen worden. Danach findet er Arbeit bei der Johann Ehrlich Holzwaren-Industrie in Krems an der Donau.

Die Versuche seiner als 'Volljüdin' geltenden Mutter, die Wohnung wegzunehmen, können durch einen ehemaligen Schulkameraden Emil Ptaks verhindert werden, indem er den Mietvertrag auf Email Ptak überschreibt.

Nachdem Emil Ptak als wehrunwürdig eingestuft wird, erfolgt im Juli 1940 seine Zwangszuweisung als Hilfsarbeiter zur L- Strelow - Flaschengasgeräte GmbH in Potsdam-Babelsberg. Ab Februar 1942 wird er als technischer Betriebsassistent geführt.

Nach der Befreiung Österreich und der Wiedererrichtung der Republik im April bzw. Mai 1945 kehrt er zurück nach Krems an der Donau, wird am 1. Juni 1945 rehabilitiert und Lehrer am Gymnasium in Krems. Er heiratet Maria Steller und wird in weiterer Folge Vater von einem Sohn und vier Töchtern.

Als Lehrer tritt Emil Ptak in den Ruhestand und verstirbt mit 74 Jahren.

Orte

Wohnort:

Roseggerstraße 14 (Krems an der Donau)

Verfolgung:

KZ Dachau (Deutschland), KZ Buchenwald (Weimar, Deutschland)

Quellen

Landesarchiv Niederösterreich

Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands (DÖW)

Archiv der Technischen Universität Wien

Arolsen Archives

Juden in Krems unter www.judeninkrems.at/23-die-gauhauptstadt-war-niemals-judenfrei/?utm_source=chatgpt.com

www.myheritage.com

Emil Ptak

Lehrer
* 9. Jänner 1908
Rawa-Ruska
† 15. November 1982
Krems an der Donau
Entlassung, Haft, KZ Buchenwald, KZ Dachau