Maria Anna Tomira Cajetana Raimunda Gräfin Lamberg
Personalia
Geboren:
Gestorben:
Verfolgung:
Vermögensschädigung 1939 - 1945
Mitgliedschaften
Lebenslauf
Maria Anna Tomira Cajetana Raimunda Gräfin Lamberg kommt auf Schloss Feistritz bei Ilz als eheliche Tochter des k. k. Kämmerers und Ulanenoberleutnants der Reserve Vollrad Graf Lamberg und seiner Gattin Maria Dorothea, geborene Prinzessin Hohenlohe-Schillingsfürst, zur Welt. Über ihre Jugend und Kindheit ist nichts erhalten geblieben.
Nach der Niederlage Österreich-Ungarns, der Zerschlagung der Doppelmonarchie und der Vertreibung des Hauses Habsburg heiratet Maria Gräfin Lamberg am 10. März 1920 Erich Kunsti, der später als RAVAG-Direktor tätig ist. Sie selbst ist als Land- und Gastwirtin in Brunn am Gebirge, in der Wiener Straße 20, tätig. Später verpachtet sie die Gastwirtschaft an den Gastwirten Hans Reisinger. Im Ort ist sie als entschiedene Gegnerin des Nationalsozialismus bekannt. Nachdem die Ehe 1925 gescheitert ist, nimmt sie 1935 wieder ihren Mädchennamen an.
Frau Lamberg war hierorts als Antinazi wohl bekannt.
Am 12. März 1938 erlebt Maria Gräfin Lamberg mit dem Einmarsch der deutschen Wehrmacht den Untergang des freien und unabhängigen Österreichs.
Ab 1939 werden in ihrem Gasthaus zwangsweise Angehörige der SS einquartiert; später folgen weitere Einquartierungen. Das Gebäude und seine Einrichtung werden erheblich beschädigt. Für die Beanspruchung und die entstandenen Schäden erhält sie weder von der Heeresverwaltung noch von den zuständigen nationalsozialistischen Stellen aufgrund ihrer Gegnerschaft zum Nationalsozialismus eine Entschädigung.
Die Eingriffe treffen Maria Gräfin Lamberg wirtschaftlich schwer. Die monatlichen Pachteinnahmen sinken auf zunächst 150 Reichsmark, später 100 Reichsmark. Reisinger beziffert den Verlust auf ungefähr zwei Drittel ihres sonst möglichen laufenden Einkommens.
Im August 1944 wird das Gasthaus durch einen Bombenangriff zur Hälfte zerstört. Während der Kampfhandlungen und des Abzugs der einquartierten SS im April 1945 brennt schließlich das gesamte Gebäude samt Inventar ab. Maria Gräfin Lamberg verliert damit eine wesentliche Grundlage ihrer bisherigen Einkünfte.
Im April bzw. Mai 1945 erlebt Maria Gräfin Lamberg die Befreiung Österreichs und die Wiedererrichtung der Republik. Sie lebt danach in Wien und tritt der neugegründeten Österreichischen Volkspartei (ÖVP) und der ÖVP-Kameradschaft der politisch Verfolgten und Bekenner für Österreich bei.
Maria Gräfin Lamberg verstirbt am 19. Jänner 1973, sechs Tage vor ihrem 76. Geburtstag, in Irdning.
Orte
Wohnort:
Quellen
Wiener Stadt- und Landesarchiv (WStLA)
Matricula Online
Sandgruber, Roman: 'Die Familienkrise des Hauses Lamberg
und das Ende der Fideikommissherrschaft Steyr'
