Rudolf Omersu

Personalia
Geboren:
Gestorben:
Beruf:
Verfolgung:
Haft 14.11.1942 - 01.03.1944,
Haft 31.10.1944 - 06.04.1945
Mitgliedschaften
Lebenslauf
Rudolf Omeru kommt in Wien als ehelicher Sohn des Amtsdieners Robert Omersu und seiner Gattin Anna, geborene Watschka, zur Welt. Über seine Kindheit und Jugend ist nichts erhalten geblieben. Nach der Schulbildung macht er die Ausbildung zum Schlossergehilfen.
Politisch ist Rudolf Omersu in den 1920ern und 1930ern wahrscheinlich nicht aktiv. 1934 wird er wegen Homosexualität zu fünf Monaten Haft verurteilt, 1937 wegen Betrugs.
Am 12. März 1938 erlebt Robert Omersu, wie mit dem Einmarsch der deutschen Wehrmacht das freie und unabhängige Österreich untergeht. Zu dieser Zeit steht er bereits mit dem Arzt Bernhard Propper, dem Postbeamten Josef Sturm, dem Kriminalinspektor Franz Weinstabl und dem jüdischen Kaufmann und Lebensgefährten von Friederike Unger, Otto Kessler in Kontakt, die alle Gegner des Nationalsozialismus sind. 1940 beschafft er mit Franz Weinstabl ein Vervielfältigungsgerät, mit dem Ziel Flugschriften gegen den Nationalsozialismus zu produzieren. Wahrscheinlich setzen sie ihr Vorhaben aber nicht in die Tat um.
Sein Freund, der Arzt Bernhard Propper, unterstützt wehrfähige Männer darin, als wehrunfähig eingestuft zu werden, indem er ihnen spezielle Injektionen verabreicht. Als Rudolf Omersu 1942 zur Wehrmacht einberufen wird, hilft Bernhard Propper auch ihm, worauf seine Wehrunfähigkeit im Franz-Josef-Spital attestiert wird. Margarete Novy, die Kenntnis von der Tätigkeit Bernhard Proppers hat, verrät diesen und Rudolf Omersu, woraufhin sie am 14. November 1942 verhaftet werden. Während Bernhard Propper zum Tode verurteilt wird, wird Rudolf Omersu am 26. Oktober 1943 wegen 'zeitweiser Entziehung vom Wehrdienst' zu einem Jahr und drei Monaten Zuchthaus verurteilt.
Nach Verbüßung der Haftstrafe soll Rudolf Omersu eigentlich in das KZ Buchenwald deportiert werden, kann aber aufgrund der Intervention seines Freundes, des Kriminalbeamten Franz Weinstabl, davor bewahrt werden und erlangt am 1. März 1944 seine Freiheit.
Aus der Haft entlassen, schließt sich Rudolf Omersu der 1942 von Karl Gruber gegründeten Gruppe Freies Österreich/Gruppe Karl Gruber an, in der bereits einige seiner Freunde von 1938 aktiv sind. Werden zuerst nur Flugzettel produziert, so erscheint ab dem 15. November 1943, durch Mitglieder der Widerstandsgruppe heimlich im Wiener Vorwärts-Verlag gedruck, die Kampfzeitung ‚Freies Österreich! Blätter für Friede, Freiheit und Fortschritt‘ . In insgesamt sechs Ausgaben wird darin, neben den Forderungen nach der Wiedererrichtung des freien und unabhängigen Österreichs und der Überwerfung des nationalsozialistischen Terrorregimes, von den Kriegsschauplätzen und den Niederlagen deutscher Truppen berichtet.
Im Frühherbst 1944 wird die Gruppe schließlich aufgedeckt und Rudolf Omersu am 31. Oktober 1944 von der Gestapo verhaftet. Zu einer Verhandlung vor dem Volksgerichtshof kommt es aufgrund des Kriegsendes und der Befreiung Wiens jedoch nicht mehr. Am 6. April 1945 erlangt Rudolf Omersu die Freiheit.
In Wien erlebt Rudolf Omersu die Befreiung Österreichs und die Wiedererrichtung der Republik im April bzw. Mai 1945. Er findet jedoch in weiterer Folge nicht wieder zurück in geordnete Verhältnisse und sitzt wegen Diebstahls in Haft.
Rudolf Omersu verstirbt mit 57 Jahren in Wien.
Orte
Wohnort:
Quellen
Wiener Stadt- und Landesarchiv (WStLA)
Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands (DÖW)
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