Edmund Alois Kristinus
Personalia
Geboren:
Gestorben:
Beruf:
Verfolgung:
Haft 18.05.1938 - 16.07.1938,
KZ Dachau 16.07.1938 - 13.03.1939
KZ-Nummer:
Mitgliedschaften
Lebenslauf
Edmund Alois Kristinus kommt am 12. September 1901 in Wien als ehelicher Sohn des Kanzleidieners Edmund Kristinus und seiner Gattin Anna, geborene Reinisch, zur Welt. Über seine Kindheit und Jugend ist nichts erhalten geblieben.
1920 tritt Edmund Kristinus der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei (SDAP) [heute: Sozialdemokratische Partei Österreichs (SPÖ)] bei. Sein früherer Bekannter Johann Hejda beschreibt ihn rückblickend als Freidenker und als Jugendleiter einer sozialdemokratischen Jugendorganisation. Er übernimmt außerdem die Funktion des Obmanns des Siedlungsvereins 'Am Wolfersberg'. Ab 1923 arbeitet er als Buchrevisor und Steuerhelfer. Kristinus heiratet Rosalia Golis. Aus der Ehe geht ein Sohn hervor. Die Ehe geht später in Brüche.
Als Siedlungsvereinsobmann gerät Edmund Kristinus zunehmend in Konflikt mit der Wiener Gemeindeverwaltung und mit Teilen der Sozialdemokratie. Er wird im Jänner 1934 aus der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei (SDAP) ausgeschlossen, weil er sich in Angelegenheiten der Siedlung gegen die Gemeinde Wien stellt. Anschließend tritt er der Vaterländischen Front bei.
In der Siedlung kommt es 1934 und 1935 zu illegalen Flugblattaktionen von Sozialdemokraten, Kommunisten und Nationalsozialisten. Diese Aktionen beschädigen Einrichtungen des Siedlungsvereins und gefährden laufende Verhandlungen mit der Gemeinde Wien. Er fordert deshalb zunächst die beteiligten Gruppen zur Einstellung ihrer Tätigkeit auf und zeigt danach mehrere Personen bei der Polizei an. Zu den Angezeigten gehören der kommunistische Jugendliche Karl Graf und illegale Nationalsozialisten. Darüber hinaus ist er ein strikter Gegner des Nationalsozialismus.
Am 12. März 1938 erlebt Edmund Kristinus mit dem Einmarsch der deutschen Wehrmacht den Untergang des freien und unabhängigen Österreichs. Am 18. Mai 1938 wird er von der Gestapo verhaftet und in das Wiener Polizeigefangenenhaus eingeliefert. Am 16. Juli 1938 erfolgt seine Deportation in das KZ Dachau. Nach einer besonders schweren Haftzeit wird er am 13. März 1939 von dort entlassen.
Nach seiner Entlassung kehrt Edmund Kristinus nach Wien zurück, darf aber seinen Beruf als Buchrevisor und Steuerhelfer zunächst nicht ausüben. Erst etwa ein Jahr später erhält er wieder eine Genehmigung.
In Wien erlebt Edmund Kristinus im April bzw. Mai 1945 die Befreiung Österreichs und die Wiedererrichtung der Republik. Er tritt der neugegründeten Österreichischen Volkspartei (ÖVP) und der ÖVP-Kameradschaft der politisch Verfolgten und Bekenner für Österreich bei.
Am 30. Oktober 1946 beantragt Edmund Kristinus die Zulassung als Steuerberater. Sein Ansuchen wird zunächst abgelehnt, weil er weder eine höhere Schulbildung noch die erforderliche Fachprüfung nachweisen kann. Später wird dem Ansuchen stattgegeben. 1949 heiratet er mit Margareta Hahnl ein weiteres Mal, diese Ehe bleibt kinderlos. Auch diese Ehe scheitert.
Als Steuerberater geht Edmund Kristinus in Pension und verstirbt mit 72 Jahren und findet seine letzte Ruhestätte am Friedhof in Wien-Hütteldorf.
Quellen
Wiener Stadt- und Landesarchiv (WStLA)
Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands (DÖW)
Arolsen Archives
Archiv der ÖVP-Kameradschaft der politisch Verfolgten und Bekenner für Österreich
Matricula Online
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