Leopold Krenn (geb. Kormann)

Personalia
Geboren:
Gestorben:
Beruf:
Verfolgung:
Entlassung am 19.03.1938
Mitgliedschaften
Lebenslauf
Leopold Krenn kommt in Wien als unehelicher Sohn des Musikers Ludwig Krenn und Juliana Kormann zur Welt. Nach der Eheschließung der Eltern am 12. März 1893 wird er legitimiert. Er besucht nach seiner Eigenangabe fünf Klassen Volksschule und zwei Klassen Bürgerschule. Im Jahr 1902 beginnt er mit dem Violinunterricht. Während einer auf drei Jahre angelegten freiwilligen Militärdienstzeit erkrankt er. Am 9. Juli 1908 wird er als derzeit untauglich beurteilt. Anschließend arbeitet er als Musiker in Wien und Budapest. Nach weiteren Musterungen wird er wiederholt für untauglich erklärt; am 20. Mai 1911 scheidet er als untauglich aus dem Militärdienst aus. Noch 1911 geht er als Musiker nach Berlin und bereist bis 1914 das Deutsche Reich und Holland.
Im Ersten Weltkrieg wird Leopold Krenn 1915 erneut zur Musterung vorgeladen und für tauglich erklärt. Er wird mit 16. September 1915 eingezogen und dient bis 16. Juli 1917. Aufgrund einer Krankheit scheidet er 1917 endgültig aus dem Heer aus. Danach arbeitet er bei verschiedenen Wiener Theatern und Varietéunternehmen.
Im November 1918 erlebt Leopold Krenn die Niederlage Österreich-Ungarns, die Zerschlagung der Doppelmonarchie und die Vertreibung des Hauses Habsburg. Am 18. Juni 1922 heiratet er Paula Weber, die Ehe bleibt jedoch kinderlos. Ein Unfall im Jahr 1928 macht ihn für den Musikerberuf berufsunfähig.
Am 10. Juni 1929 tritt Leopold Krenn als Hilfsarbeiter in den Dienst der Österreichischen Staatsdruckerei. In der Folge wird er als Kanzleidiener herangezogen und verrichtet einfache Schreib- und Registraturarbeiten. In dieser Zeit engagiert er sich in der Christlichsozialen Partei (CSP). 1933 tritt er der Vaterländischen Front bei und wird dort Funktionär. Auch wenn es nicht festgehalten ist, kann davon ausgegangen werden, dass er innerhalb der Betriebsgruppe der Staatsdruckerei der Vaterländischen Front eine Funktion einnimmt.
Am 12. März 1938 erlebt Leopold Krenn mit dem Einmarsch der deutschen Wehrmacht den Untergang des freien und unabhängigen Österreichs. Bereits mit 19. März 1938 wird sein Dienstverhältnis bei der Österreichischen Staatsdruckerei beendet. Die Kündigung erfolgt auf Betreiben der Nationalsozialistischen Betriebszellenorganisation und ohne Auszahlung einer Abfertigung.
Seine Entlassung erfolgte über Einschreiten der nationalsozialistischen Betriebszellenorganisation.
Der Verlust seiner langjährigen Stellung bringt ihn in eine schwere wirtschaftliche und gesundheitliche Krise. Er bleibt zunächst arbeitslos und muss nach eigener Darstellung persönliche Wertgegenstände veräußern, um seinen Lebensunterhalt bestreiten zu können.
Im August 1938 erhält Leopold Krenn einen Gewerbeschein als Handelsagent und bemüht sich um Vertretungen in der Textilbranche. Er steht unter anderem mit der Strumpffabrik Heinrich Seidel in Chemnitz in Verbindung und vertreibt beziehungsweise vermittelt Damenstrümpfe und andere Strumpfwaren. Die nationalsozialistische Einfuhr- und Rohstoffbewirtschaftung erschwert seine Tätigkeit erheblich. Er kann die selbständige Vertretertätigkeit erst am 12. Februar 1939 tatsächlich aufnehmen.
Mit 1. September 1943 wird Leopold Krenn als dienstverpflichteter Heereshelfer, konkret als Lazaretthelfer, beim Reserve-Lazarett II der Heeresstandortverwaltung Wien eingestellt.
In Wien erlebt Leopold Krenn im April bzw. Mai 1945 die Befreiung Österreichs und die Wiedererrichtung der Republik. Er tritt der neugegründeten Österreichischen Volkspartei (ÖVP) und der ÖVP-Kameradschaft der politisch Verfolgten und Bekenner für Österreich bei. Seit 1945 ist er als Funktionär beziehungsweise Vertrauensmann der Österreichischen Volkspartei (ÖVP) tätig. Am 17. Dezember 1946 wird er im Rehabilitierungsweg wieder in den Dienst der Österreichischen Staatsdruckerei aufgenommen. Am 27. Mai 1947 erfolgt seine Dienstzuteilung in das Bundeskanzleramt wo er unter anderem als Kanzleidiener in der Abgangsstelle eingesetzt wird. Am 2. Juli 1952 stürzt Leopold Krenn während seines Dienstes im Bundeskanzleramt auf einer Treppe und erleidet eine Prellung des Brustkorbes. Daraufhin bleibt er für längere Zeit dienstunfähig.
Mit Ablauf des 28. Februar 1953 wird Leopold Krenn wegen dauernder Dienstunfähigkeit in den dauernden Ruhestand versetzt. Er verstirbt mit 72 Jahren und findet seine letzte Ruhestätte am Wiener Zentralfriedhof.
Orte
Wohnort:
Quellen
Wiener Stadt- und Landesarchiv (WStLA)
Österreichisches Staatsarchiv (ÖStA)
Matricula Online
Friedhöfe Wien - Verstorbenensuche
