Hofrat Dr. Auguste Josefine Unterberger (geb. Weber)

Personalia
Geboren:
Gestorben:
Beruf:
Verfolgung:
Entlassung 1938
Mitgliedschaften
Lebenslauf
Auguste Josefine Weber wird in Wien als eheliche Tochter des Gemischtwarenhändlers Josef Weber und Barbara, geborene Thurner, geboren. Nach der Volksschule besucht sie das Bundesrealgymnasium im 21. Wiener Gemeindebezirk, wo sie 1926 maturiert. Danach inskribert sie an der philosophischen Fakultät der Universität Wien und promoviert 1930. In dieser Zeit tritt sie der Studentinnenverbindung Vereinigung katholisch-deutscher Hochschülerinnen Wien bei. Ein Jahr später absolviert sie die Lehramtsprüfung in Deutsch und Geschichte und beginnt als Lehrerin an Gymnasien zu arbeiten.
Neben ihrer Unterrichtstätigkeit engagiert sich die gläubige Katholikin, überzeugte Österreicherin und Gegnerin des Nationalsozialismus in der Vaterländischen Front. Die emanzipierte Frau ist zwischen Dezember 1934 und Februar 1937 Landesfrauenreferentin der Landesleitung Wien, danach Referentin im Generalsekretariat der Vaterländischen Front und Leiterin des Frauenreferats des VF-Werks Neues Leben.
In diesen Funktionen erlebt Auguste Weber den Untergang des freien und unabhängigen Österreichs, als am 12. März 1938 die deutsche Wehrmacht einmarschiert. Zwar kann sie aufgrund ihrer ausgezeichneten Führungszeugnisse noch bis Ende des Schuljahres ihren Dienst versehen, wird aber danach aus politischen Gründen von den Nationalsozialisten aus dem Schuldienst entlassen.
Noch im gleichen Jahr heiratet sie den verwitweten Rechtsanwalt Andreas Unterberger, der fünf Kinder in die Ehe mitbringt. Nach ihrer Entlassung aus dem Schuldienst inskribiert Auguste Unterberger 1939 Jus an der Universität Wien und legt 1942 die Referendarprüfung ab. Auf Grund ihrer Gegnerschaft zum Nationalsozialismus wird sie jedoch nicht zum Referendar ernannt und kann daher keine Gerichtspraxis bzw. Assessorenprüfung ablegen. 1940 wird der erste gemeinsame Sohn geboren und 1941 der zweite Sohn. Auguste Unterberger unterstützt ihren Ehemann in dieser Zeit aktiv in der Rechtsanwaltskanzlei und erzieht gemeinsam mit ihrem Ehemann die Kinder.
Kurz vor Kriegsende flieht sie mit ihren beiden Söhnen und einer Tochter von Andreas Unterberger in die Steiermark. Dort erlebt sie die Befreiung Österreichs und kehrt nach Wien zurück. Nachdem ihr Vater 1945 lebensgefährlich erkrankt und sie weiterhin ihrem Ehemann in der Rechtsanwaltskanzlei helfen muss, wird sie erst 1947 rehabilitiert und als Lehrerin wieder eingestellt. Gleichzeitig ist sie weiterhin sozial aktiv, insbesondere in der Eheberatung der Erzdiözese Wien, in katholischen Mütterrunden etc…
Gemeinsam mit Dita Danielski, Maria Jungwirth, Gertraud Bäumen, Anna Novak gibt es 1947 ernsthaft Bestrebungen, die 1938 zwangsaufgelöste und verbotene katholische Studentinnenverbindung Vereinigung katholisch-deutscher Hochschülerinnnen Wien wiederzugründen. 1949 wird der Antrag jedoch von den betreffenden Personen zurückgezogen, womit die Gründung der ersten weiblichen Verbindung nach 1945 in Österreich erst 1973 gelingt.
Im Jahr des Zurückziehens des Antrags der Wiedergründung der Studentinnenverbindung Vereinigung katholisch-deutscher Hochschülerinnen Wiens, wird der dritte gemeinsame Sohn, ein späterer führender Journalist und Redakteur Österreichs, geboren.
Nachdem sie an den Gymnasien in der Billrothstraße, am Wiedner Gürtel und in der Kleinen Sperlgasse unterrichtet hat, wird sie 1963 Direktorin am Konvent der Dominikanerinnen zu Wien im 13. Wiener Gemeindebezirk. Im gleichen Jahr verstirbt ihr Ehemann.
Auguste Unterberger geht Ende 1972 in den Ruhestand und verstirbt kurz vor ihrem 74. Geburtstag. Sie findet ihre letzte Ruhestätte am Friedhof in Wien-Ober St. Veit.
Orte
Wohnort:
Multimedia
Quellen
Bildungsdirektion Wien
Archiv Universität Wien
Friedhöfe Wien - Verstorbenensuche
