Hugo Berdach

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Hugo Berdach
Bild: Verein Steine der Erinnerung

Personalia

Geboren:

10. November 1872, Wien

Gestorben:

5. Juli 1942, KZ Theresienstadt

Beruf:

Kaufmann

Verfolgung:

KZ Theresienstadt 20.06.1942 - 05.07.1942,
Ermordet am 05.07.1942

Mitgliedschaften

Großloge von Österreich der Alten, Freien und Angenommenen Maurer

Lebenslauf

Hugo Berdach kommt in Wien als ehelicher Sohn von Adolf Berdach und seiner Gattin Ernestine, geborene Winternitz, in einer jüdischen Familie zur Welt. Die Ehe der Eltern geht einige Jahre später in Brüche und Hugo Berdach wird bei seiner Mutter groß.

In Wien besucht Hugo Berdach die Volksschule und im Anschluss das Gymnasium, wo er maturiert. Danach arbeitet er bei einer Import-Export-Firma, wo er regelmäßig die östlichen Provinzen Österreich-Ungarns, das Osmanische Reich und Ägypten besucht.

Aufgrund seiner beruflichen Erfahrung, macht er sich später als Handelsagent für osmanischen und bulgarischen Tabak selbständig. Die Firma ist sehr erfolgreich, weshalb er sich einige Liegenschaften in Wien-Döbling kaufen kann.

Am 7. Juni 1903 heiratet er Toni Kraus in Prag und wird in weiterer Folge Vater zweier Söhne und einer Tochter. 1905 tritt Hugo Berdach in die Loge 'Pionier' der Großloge von Wien ein. Als Kaufmann wird er zusätzlich Generalvertreter deutscher und griechischer Firmen in den Balkanstaaten.

Aufgrund eines chronischen Fußleidens wird Hugo Berdach nicht in den Ersten Weltkrieg eingezogen. Im November 1918 erlebt er die Niederlage Österreich-Ungarns, die Zerschlagung der Doppelmonarchie und die Vertreibung des Hauses Habsburg. In den frühen 1920er Jahren zieht er mit seiner Familie schließlich auf einer der angeschafften Liegenschaften in Döbling, wo er sich 1925 eine Villa errichten läßt. Am 10. November 1932 tritt er aus der Israelitischen Kultusgemeinde (IKG) aus.

Hugo Berdach gründet zusätzlich eine Fabrik für Wursthüllen und beteiligt sich an einem Kino. 1936 erleidet er einen Schlaganfall, von dem er sich nicht mehr erholt.

Am 12. März 1938 erlebt Hugo Berdach, wie mit dem Einmarsch der deutschen Wehrmacht, das freie und unabhängige Österreich untergeht. Mit der Besetzung Österreichs wird die deutsche Gesetzgebung übernommen und damit auch die ‘Nürnberger Rassengesetze’, nach denen er als 'Volljude’ gilt.

Hugo und Toni Berdachs drei Kinder schaffen es nach England und den Vereinigten Staaten von Amerika zu emigrieren. Ein bereits ausgestelltes Visum für die Emigration in die Vereinigten Staaten von Amerika für Toni und Hugo Berdach kann durch den Ausbruch des Zweiten Weltkrieges nicht mehr beansprucht werden, weshalb sie im besetzten Österreich bleiben müssen.

Die nationalsozialistischen Machthaber konfiszieren das Eigentum der Familie Berdach und Toni und Hugo Berdach müssen in ein 'Judenhaus' in der Türkenstrasse 21 im 9. Wiener Gemeindebezirk umsiedeln. Von dort werden sie am 20. Juni 1942 in das KZ Theresienstadt deportiert. Der schwer kranke Hugo Berdach wird bald nach seiner Ankunft am 5. Juli 1942 ermordet.

Orte

Wohnort:

Sterbeort:

KZ Theresienstadt (Terezín, Tschechien)

Ehrung:

Stolperstein (Wien)

Quellen

Mindler, Robert (2021): Verfolgt, Vertrieben, Ermordet. Auf den Spuren der Wiener Freimaurerei ab 1932 (Wien)

Verein Steine der Erinnerung an jüdische Opfer im Alsergrund (2019): Stationen der Erinnerung im Alsergrund. Teil 3 (Wien)

Hugo Berdach

Kaufmann
* 10. November 1872
Wien
† 5. Juli 1942
KZ Theresienstadt
KZ Theresienstadt, Ermordet