Elsa Knopp (geb. Steinschneider)

Personalia

Geboren:

24. Juli 1875, Wien

Gestorben:

5. Juli 1942, Illiois

Beruf:

Fabrikantin

Verfolgung:

Arisierung 31.08.1939,
Emigration 1939

Lebenslauf

Elsa Steinschneider kommt in Wien als eheliche Tochter des Kaufmanns Leopold Michael Steinschneider und Rosa, geborene Knopp, zur Welt. Die Familie ist jüdischen Glaubens. Über ihre Kindheit und Jugend ist nichts erhalten geblieben.

Am 16. November 1902 heiratet Elsa Steinschneider den jüdischen Kaufmann Moritz Knopp und wird in weiterer Folge Mutter zweier Söhne und einer Tochter. Ein Sohn verstirbt jedoch bereits im frühen Kindesalter. Moritz Knopp gründet 1904 eine Strickereiwarenfabrik in Litschau in Niederösterreich. Neben der Fabrik von Maximilian Schüller ist sein Betrieb eine der tragenden Säulen, die Litschau zu Beginn des 20. Jahrhunderts zu einem florierenden Zentrum der mährisch-niederösterreichischen Strickwarenindustrie machen. Am 23. Juni 1905 wird sein Textilwarenunternehmen in Wien eingetragen. Wie für die Region im Waldviertel üblich, liegt der Schwerpunkt auf der maschinellen Erzeugung von Massenstrickwaren wie Mützen, Socken, Schals und Handschuhen, die teilweise im Verlagssystem (Heimarbeit) und direkt in der Fabrik gefertigt werden.

Nach der Niederlage Österreich-Ungarns, der Zerschlagung der Doppelmonarchie und der Vertreibung des Hauses Habsburg gerät die Strickereiwarenfabrik von Moritz Knopp zwar in wirtschaftliche Turbulenzen, schafft es aber den Betrieb aufrechtzuerhalten. Politisch scheint Moritz Knopp nicht aktiv gewesen zu sein. Am 4. Oktober 1937 begeht er Selbstmord und seine Gattin Elsa Knopp ist die Erbin.

Am 12. März 1938 erlebt Elsa Knopp wie mit dem Einmarsch der deutschen Wehrmacht, das freie und unabhängig Österreich untergeht. Mit der Besetzung Österreichs wird die deutsche Gesetzgebung übernommen und damit auch die ‘Nürnberger Rassengesetze’, nach denen sie und ihre Kinder als 'Volljuden’ gelten.

Ende 1938 wird Elsa Knopp, die sowohl in Wien als auch in Litschau wohnt, von der Kreisleitung der NSDAP aufgefordert Litschau innerhalb von 24 Stunden zu verlassen und ein kommissarischer Verwalter für die Fabrik eingesetzt. Am 31. August 1939 wird die Firma Moritz Knopp arisiert und um 30.000 Reichsmark an die Nationalsozialisten Heinrich und Maria Karner 'verkauft'. Der Firmenwert zu dieser Zeit liegt bei etwa 150.000 Reichsmark. Der Verkaufserlös wird auch nicht an Elsa Knopp ausgezahlt, sondern auf ein Sperrkonto unter dem Titel 'Entjudungserlös' eingezahlt, welches später vom nationalsozialistischen Regime eingezogen wird. Am 23. September 1939 wird die Firma Moritz Knopp im Firmenbuch offiziell gelöscht.

Nachdem die Nationalsozialisten Elsa Knopps Vermögen eingezogen haben, schafft es diese 1939 mit ihrem Sohn und ihrer Tochter nach Illinois in den Vereinigten Staaten von Amerika zu emigrieren. Dort verstirbt sie am 7. Mai 1942. 1949 werden ihre sterblichen Überreste nach Österreich überführt um am jüdischen Teil des Wiener Zentralfriedhofs beigesetzt.

Ihre Kinder erleben die Befreiung Österreichs und die Wiedererrichtung der Republik im April bzw. Mai 1945. Ihr Sohn Leopold Knopp kehrt zurück nach Wien. Die Firma Moritz Knopp, die inzwischen Firma Heinrich Karner heißt und von Maria Karner geführt wird, wird ihm am 2. Februar 1950 restituiert und wieder in Firma Heinrich Knopp umbenannt.

Orte

Wohnort:

Quellen

Wiener Stadt- und Landesarchiv (WStLA)

Matricula Online

www.myheritage.com

Elsa Knopp

Fabrikantin
* 24. Juli 1875
Wien
† 5. Juli 1942
Illiois
Emigration, Arisierung