Alfred Eduard Graf Orssich de Slavetich

Персональные данные
Родился:
Умер:
Профессия:
Преследование:
Haft 23.07.1940 - 01.04.1945,
KZ Mauthausen 01.04.1945 - 05.05.1945
Номер концлагеря:
Членства
Биография
Alfred Eduard Graf Orssich de Slavetich kommt in Subocka in Kroatien als ehelicher Sohn des k.u.k. Beamten und Gutsbesitzers Richard Graf Orssich de Slavetich und seiner Gattin Helene, geborene Edle von Claudius, zur Welt. Die Familie ist evangelischen Glaubens A.B. Er verlebt seine Jugend in Kroatien, wo er zum Landwirten ausgebildet wird und arbeitet danach am landwirtschaftlichen Gut und der Mühle seines Vaters.
Am 10. September 1928 heiratet er die vom jüdischen zum evangelischen Glauben A.B. konvertierte Julie Beate Beatrix Aninger, die ein landwirtschaftliches Gut in die Ehe einbringt. Er wird in weiterer Folge Vater zweier Töchter. Am 16. März 1936 konvertieren Alfred und Julie Grafen Orssich de Slavetich zum katholischen Glauben. Politisch Alfred Graf Orssich de Slavetich nicht aktiv, wiewohl er über gute Kontakte in österreichische und kroatische konservative Kreise verfügt.
Am 12. März 1938 erlebt Alfred Graf Orssich de Slavetich wie mit dem Einmarsch der deutschen Wehrmacht das freie und unabhängige Österreich untergeht. Mit der Besetzung Österreichs wird die deutsche Gesetzgebung übernommen und damit auch die ‘Nürnberger Rassengesetze’, nach denen seine Ehefrau als 'Volljüdin' gilt. Nur die Ehe mit einem 'Arier' beschützt sie vor einer Deportation. 1939 verkaufen sie ihr landwirtschaftliches Gut und leben in Wien von dem Verkaufserlös.
Mitte 1939 wird Alfred Graf Orssich de Slavetich von Johann Blumenthal von der Existenz der Großösterreichischen Freiheitsbewegung um Jakob Kastelic informiert. Johann Blumenthal möchte ihn als Kontaktmann für Kroaten für die Widerstandsgruppe gewinnen. Alfred Graf Orssich de Slavetich willigt ein und tritt der Widerstandsgruppe bei. Es folgen treffen mit Oskar Bourcard, der ihm nochmals ausführlich über die Ziele und den Zweck der Großösterreichischen Freiheitsbewegung unterrichtet. In weiterer Folge verschafft Alfred Graf Orssich de Slavetich einem Mitglied der Widerstandsgruppe eine Durchreisebewilligung durch Jugoslawien sowie einen Kotakt im englischen Konsulat in Agram [heute: Zagreb]. 1940 gelingt es Jakob Kastelic Verbindung mit der "Österreichischen Freiheitsbewegung" um Karl Lederer und zur Gruppe um den Augustiner-Chorherrn Roman Karl Scholz aufzunehmen.
Ab Juli 1940 werden gut 300 Personen dieser Widerstandsgruppen vom Burgschauspieler Otto Hartmann verraten (Otto Hartmann wird in der Folge 1947 zu lebenslanger Haft verurteilt und 1957 begnadigt) und Alfred Graf Orssich de Slavetich am 23. Juli 1940 von der Gestapo verhaftet. Während seiner Haft lässt sich seine Ehefrau von ihm scheiden. In einem Prozess vor der Volksgerichtshof wird er am 20. Juli 1944 wegen 'Hochverrats' zu einem Jahr Haft ohne Anrechnung der Untersuchungshaft verurteilt. Am 1. April 1945 wird er schließlich in das KZ Mauthausen deportiert.
Alfred Graf Orssich de Slavetich erlebt im KZ Mauthausen am 5. Mai 1945 die Befreiung Österreichs und die Wiedererrichtung der Republik. Er kehrt zurück nach Wien, heiratet Elisabeth von Seletzky und arbeitet danach als kaufmännischer Angestellter. Seine Ehe scheitert 1951. 1954 nimmt er die österreichische Staatsbürgerschaft an. 1968 heiratet er ein weiteres Mal und zieht nach Klosterneuburg bei Wien. Dort verstirbt er mit 81 Jahren.
Цитаты
Wiener Stadt- und Landesarchiv (WStLA)
Landesarchiv NÖ
Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands (DÖW)
Gaugusch, Georg (2023):Wer einmal war. Das jüdische Großbürgertum Wiens 1800-1938. A-K. (Wien). S. 13
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