Josef Ledermüller
Personalia
Born:
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Profession:
Persecution:
Widerstandskämpfer - aus altersgründen nicht inhaftiert
Curriculum Vitae
Josef Ledermüller kommt in Tiefenbach bei Weitra als unehelicher Sohn der Josefa Ledermüller zur Welt. Die Geburtsmatrikel nennt keinen Vater. Nach der Schule macht er die Ausbildung zum Manufakturzeichner [Anm.: historische Berufsbezeichnung für eine Person, die Entwürfe, Dekore, Muster und technische Vorlagen für die Herstellung von Waren in der Manufaktur anfertigte].
Spätestens in den 1890er-Jahren lebt Josef Ledermüller in Wien und arbeitet als Manufakturzeichner. Am 4. November 1894 heiratet er Anna Wakitsevits; seine Ehefrau verstirbt jedoch bald nach der Hochzeit, worauf er am 8. Mai 1898 mit der Wäscherin Anna Heinz ein weiteres Mal heiratet. Aus dieser Ehe entstammt Anna Ledermüller und ihr Bruder Carl Ledermüller.
In Wien erlebt Josef Ledermüller die Niederlage Österreich-Ungarns, die Zerschlagung der Doppelmonarchie und die Vertreibung des Hauses Habsburg. Mitte der 1920er Jahre geht er in Pension. Nach dem Tod seiner zweiten Ehefrau heiratet er am 24. November 1929 mit Maria Schmid ein drittes Mal. Diese ehe geht jedoch 1938 in Brüche. Politisch scheint er nicht aktiv gewesen zu sein, wiewohl der tiefgläubige Katholik den Nationalsozialismus ablehnt.
Am 12. März 1938 erlebt Josef Ledermüller mit dem Einmarsch der deutschen Wehrmacht den Untergang des freien und unabhängigen Österreichs. Im März 1940 gewinnt Anna Gruber ihn gemeinsam mit seiner Tochter Anna Ledermüller für die legitimistische Widerstandsgruppe Leopold Mahr. Diese Gruppe sammelt Beiträge und wirbt Mitglieder für die Wiederherstellung Österreichs unter dem Haus Habsburg. Josef Ledermüller leistet die Mitgliedsbeiträge für sich, seine Tochter und seinen eingerückten Sohn, der davon aber nichts weiß und sich seit Kriegsbeginn an der Westfront befindet.
Ab April 1940 wird die Gruppe von der Gestapo aufgedeckt und Anna Ledermüller am 6. Mai 1940 verhaftet, während der 72-jährige auf freiem Fuß bleibt. Der Erhebungsbericht formuliert ausdrücklich: 'Von einer Festnahme wurde mit Rücksicht auf sein hohes Alter Abstand genommen.'
Josef Ledermüller verstirbt am 5. Juli 1941 im Alter von 73 Jahren eines natürlichen Todes, just an dem Tag, an dem seine Tochter aus der Untersuchungshaft entlassen wird. Da er Prozess gegen die Mitglieder der Widerstandsgruppe Leopold Mahr erst am 30. Mai 1944 stattfindet, kommt es zu keiner Verurteilung von Josef Ledermüller. Er findet seine letzte Ruhestätte am Friedhof in Wien-Ottakring.
Places
Residence:
Citations
Wiener Stadt- und Landesarchiv (WStLA)
Matricula Online
Friedhöfe Wien - Verstorbenensuche
