Dr. Josef Kates (geb. Katz)
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Josef Kates wird am 5. Mai 1921 als Josef Katz in Wien geboren. Seine Eltern sind Boruch Katz und Chana, später Anna, geborene Entenberg. Die jüdische Familie betreibt in Margareten ein Lebensmittelgeschäft für Milch- und Geflügelprodukte.
Nach der Volksschule besucht Josef Katz das Rainer-Gymnsasium im 5. Wiener Gemeindebezirk, wechselt aber 1935 auf das Goethe-Gymnasium im 14. Wiener Gemeindebezirk. Im Schuljahr 1937/38 besucht er dort die siebente Klasse.
Am 12. März 1938 erlebt Josetz Katz, wie mit dem Einmarsch der deutschen Wehrmacht das freie und unabhängige Österreich untergeht. Mit der Besetzung Österreichs wird die deutsche Gesetzgebung übernommen und damit auch die ‘Nürnberger Rassengesetze’, nach denen er als 'Volljude’ gilt. Gemeinsam mit den anderen jüdischen Schülern seiner Klasse muss er in der hintersten Reihe sitzen. Er bleibt dem Unterricht schließlich fern; die formelle Abmeldung erfolgt am 25. April 1938. Das Geschäft seiner Eltern wird 'arisiert'.
Bis 11. Dezember 1938 ist Josef Katz arbeitslos und flieht dann mit einem Freund nach Italien und anschließend in die Schweiz. Mithilfe seiner bereits nach Großbritannien geflüchteten Schwestern erhält er ein Visum und gelangt Anfang Februar 1939 nach London. Vom 2. Februar bis 1. September 1939 arbeitet er bei der Optikerfirma Kirk Brothers; danach zieht er nach Leeds.
Im Mai 1940 wird er in Großbritannien als 'enemy alien', als vermeintlich feindlicher Ausländer, interniert und nach Kanada gebracht. Die kanadische Militärverwaltung bestätigt seine dortige Internierung vom 14. Juli 1940 bis 19. März 1942. Während der Lagerhaft setzt er seine Ausbildung fort und besteht im September 1941 an der McGill University die Maturaprüfungen.
Nach seiner Entlassung arbeitet Josef Katz bei Imperial Optical in Toronto an Präzisionsoptik für die kanadische Marine. 1944 wechselt er zu Rogers Electronic Tubes und entwickelt Elektronenröhren. Neben der Arbeit beginnt er an der University of Toronto zu studieren: 1948 erwirbt er den Bachelor in Mathematik und Physik, 1949 den Master in angewandter Mathematik und 1951 den Doktorgrad in Physik.
1944 heiratet er Lillian Kroch. Aus der Ehe gehen die Kinder Louis, Naomi, Celina und Philip hervor. Am 3. November 1950 bewilligt das zuständige Gericht in Ontario die Änderung seines Namens von Josef Katz in Josef Kates.
Am Rechenzentrum der Universität Toronto wirkt er an der Entwicklung des UTEC, eines frühen kanadischen elektronischen Computers, mit. 1950 präsentiert er auf der Canadian National Exhibition 'Bertie the Brain', eine elektronische Maschine für das Spiel 'Drei gewinnt'. Dafür verwendet er die von ihm entwickelte Additron-Röhre. 1954 gründet er die Computerberatungsfirma KCS. Zu seinen Arbeitsgebieten zählen computergesteuerte Ampeln, die Planung von Verkehrssystemen und die Optimierung des Schiffsverkehrs auf dem Wellandkanal.
Von 1975 bis 1978 steht er dem Science Council of Canada vor; von 1979 bis 1985 ist er Chancellor der University of Waterloo. Die Universität verleiht ihm 2005 einen Ehrendoktorgrad. Nach dem Tod seiner ersten Frau am 13. März 1993 heiratet er 1995 Kay Hill. Am 9. Dezember 1995 erwirbt Kates die österreichische Staatsbürgerschaft wieder.
Josef Kates verstirbt am 16. Juni 2018 im Alter von 97 Jahren in Toronto.
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מקום מגורים:
ציטוטים
Wiener Stadt- und Landesarchiv (WStLA)
Strutz, Andrea (2026): „Josef Kates – visionärer Computerpionier im Exil in Kanada“. ÖAW, Österreichisches Biographisches Lexikon, Biographie des Monats Juni 2026.
Goethe-Gymnasium: „spuren:suche“. Edition virtuelle Bibliothek, 2005, Beitrag „Josef Kates“, gedruckte S. 14–20. Enthält Kates’ persönliche Erinnerungen an Wien, die Flucht, Internierung, Ausbildung und Familie
The Governor General of Canada: Dr. Josef Kates, Member of the Order of Canada. Offizielles Empfängerverzeichnis; Ernennung 26.5.2011, Investitur 16.9.2011.
University of Waterloo, Secretariat: „Former Chancellors“, Abschnitt Josef Kates.
Concordia University, Records Management and Archives: „Honorary degree citation – Josef Kates“, John McKay, Juni 1981.
Wikipedia unter en.wikipedia.org/wiki/Josef_Kates
