Selma Lissner (geb. Fischer)
Персональные данные
Биография
Selma Fischer kommt in Pohrlitz in Mähren [heute: Pohořelice in Tschechien] als eheliche Tochter des Kaufmanns Benjamin Fischer und seiner Ehefrau Fanni, geborene Neumann, zur Welt. Die Familie gehört dem jüdischen Glauben an. Über ihre Kindheit und Jugend ist nicht erhalten geblieben.
Nach der Niederlage Österreich-Ungarns, der Zerschlagung der Doppelmonarchie und der Vertreibung des Hauses Habsburg wohnt Selma Fischer in Wien und arbeitet als kaufmännische Angestellte. Am 11. Dezember 1921 heiratet sie den katholischen Elektrotechniker Ernst Lissner; die Ehe bleibt kinderlos. Ernst Lissner wird später Geschäftsführer einer Firma zur Erzeugung von Papierwaren und engagiert sich in der Vaterländischen Front.
Am 12. März 1938 muss Selma Lissner erleben, wir mit dem Einmarsch der deutschen Wehrmacht das freie und unabhängige Österreich untergeht. Mit der Besetzung Österreichs wird die deutsche Gesetzgebung übernommen und damit auch die ‘Nürnberger Rassengesetze’, nach denen sie als 'Volljüdin’ gilt. Ihr Ehemann wird aufgrund seiner Gegnerschaft zum Nationalsozialismus für siebeneinhalb Monate eingesperrt.
Am 23. Mai 1939 wird die Ehe geschieden. Damit verfügt Selma Lissner über keinen Schutz durch ihre Ehe mehr. Am 28. November 1941 wird die 46-jährige Selma Lissner mit einem Transport von 1.000 jüdischen Menschen vom Wiener Aspangbahnhof nach Minsk deportiert. Auf der Transportliste steht sie unter der Nummer 266. Der Zug erreicht Minsk am 5. Dezember 1941. Die Deportierten werden in das dortige Ghetto Minsk eingewiesen. Danach verliert sich ihre Spur. Sie wird nach dem 5. Dezember 1941 ermordet.
Цитаты
Wiener Stadt- und Landesarchiv (WStLA)
Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands (DÖW)
Garscha, Winfried (2019): „Ein unermüdliches Beharren auf Empirie und Nüchternheit“. Die Erforschung der Vernichtungsstätte Maly Trostinec, in: DÖW-Jahrbuch 2019, S. 65–151
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