Dr. Eugen Indrák

Персональные данные
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Профессия:
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Haft 11.10.1944 - 06.04.1945
Членства
Биография
Eugen Indrák kommt in Kremsier in Mähren [heute: Kroměříž in Tschechien] als ehelicher Sohn des Arztes Jan Indrák und seiner Gattin Anna, geborene Valška, zur Welt. Nach der Volksschule besucht er das Gymnasium in Kremsier, wo er 1903 maturiert. Danach inskribiert er Jus an der Universität Graz. Nachdem er im Wintersemester 1905/06 und im Sommersemester 1906 in Wien studiert, kehrt er zurück nach Graz und wird am 11. Juni 1908 zum Doktor der Rechte promoviert.
Danach ist Eugen Indák als Rechtsanwaltsanwärter und Schriftsteller tätig. Am 24. April 1911 heiratet er in Brünn [heute: Brno in Tschechien] Vera Helcehet, die Ehe bleibt jedoch kinderlos. 1916 wird die Ehe wieder geschieden. Es ist nicht bekannt, ob Eugen Indrák am I. Weltkrieg teilnimmt.
Nach der Niederlage Österreich-Ungarns, der Zerschlagung Österreich-Ungarns und der Vertreibung des Hauses Habsburg bleibt Eugen Indrák in Wien, lebt als Schriftsteller und engagiert sich beim 'Schutzverband österreichischer Inlandsgläubiger'. Dieser Verein nimmt die Interessen österreichischer Besitzer von Altkronenanleihen vor der I. Republik Österreich war. Politisch ist Eugen Indrák nicht aktiv. Kurz vor der Besetzung Österreichs ist er Schriftführer des Vereins. Dem Nationalsozialismus steht er ablehnend gegenüber.
Am 12. März 1938 geht das freie und unabhängige Österreich mit dem Einmarsch der deutschen Wehrmacht unter. Im Mai 1938 wird bekannt, dass der 'Schutzverband österreichischer Inlandsgläubiger' von den neuen Machthabern zwangsaufgelöst werden soll. In der Angst nunmehr keine Vertretung für die Interessen von Besitzern von Altkronenwerten mehr zu haben, tritt der Vorstand des Vereines mit der Bitte an Eugen Indrák heran, er möge der NSDAP beitreten. Dieser willigt nur widerwillig und zögerlich ein.
Nach dem Anschluss im Jahre 1938 haben wir erfahren, dass die Auflösung unseres Verbandes auf Grund eines reichsdeutschen Gesetzes vom Mai 1938 in Kürze zu erwarten ist. Dadurch wäre der Verband als solcher in seiner die öster. Interessen vertretenden Tätigkeit lahmgelegt gewesen. Nur im Wege der NSDAP wäre die Fortsetzung derselben durch ein Mitglied als Vertreter einigermaßen möglich gewesen.
Infolge dieser Sachlage wurde vom Vorstande des Schutzverbandes […] beschlossen Dr. Indrak zu ersuchen, sich um die Mitgliedschaft in der NSDAP zu bewerben, um die sonst schutzlosen öster. Anleihebesitzer auf diesem Wege durch einen Vertreter vertreten zu können.
Dr. Indrak, der ein Gegner der NSDAP war, entschloss sich nur sehr ungern dazu und erst am letzten Tage, wo die Anmeldung noch möglich war. Das Vorstandsmitglied Riesberger verpflichtete sich die Mitgliedsbeiträge für ihn zu bezahlen […].
Dr. Indrak war somit lediglich ein Scheinmitglied der NSDAP, in der Wirklichkeit nur der Vertreter des auch weiter geheim bestehenden Schutzverbandes.
Eugen Indrák schließt sich er 1942 von Karl Gruber gegründeten Gruppe Freies Österreich/Gruppe Karl Gruber an. Werden zuerst nur Flugzettel produziert, so erscheint ab dem 15. November 1943, durch Mitglieder der Widerstandsgruppe heimlich im Wiener Vorwärts-Verlag gedruck, die Kampfzeitung ‚Freies Österreich! Blätter für Friede, Freiheit und Fortschritt‘ . In insgesamt sechs Ausgaben wird darin, neben den Forderungen nach der Wiedererrichtung des freien und unabhängigen Österreichs und der Überwerfung des nationalsozialistischen Terrorregimes, von den Kriegsschauplätzen und den Niederlagen deutscher Truppen berichtet.
Im Frühherbst 1944 wird die Gruppe schließlich aufgedeckt und Eugen Indrák am 11. Oktober 1944 von der Gestapo verhaftet. Zu einer Verhandlung vor dem Volksgerichtshof kommt es aufgrund des Kriegsendes und der Befreiung Wiens jedoch nicht mehr. Am 6. April 1945 erlangt Eugen Indrák die Freiheit.
In Wien erlebt Eugen Indrák die Befreiung Österreichs und die Wiedererrichtung der Republik im April bzw. Mai 1945. Er tritt der neungegründeten Österreichischen Volkspartei (ÖVP) und der ÖVP-Kameradschaft der politisch Verfolgten und Bekenner für Österreich bei. Im neuen Österreich ist er weiterhin als Schriftsteller tätig.
Eugen Indrák verstirbt mit 76 Jahren in Wien.
Места
Место проживания:
Цитаты
Wiener Stadt- und Landesarchiv (WStLA)
Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands (DÖW)
Archiv der Universität Wien
Archiv der Universität Graz
Acta Publica Tschechien
