Hofrat Dr. Emil (Samuel) Tuchmann

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Emil Tuchmann
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נתונים אישיים

נולד:

5 דצמבר 1899, Jablonitza

נפטר:

14 ספטמבר 1976, Wien

מקצוע:

Arzt

קורות חיים

Samuel Tuchmann kommt in Jablonitza in der Bukowina [heute: Jablunyzja in der Ukraine] als ehelicher Sohn des Industriellen Berl Tuchmann und Mancie, geborene Krumholz, zur Welt. Über seine Kindheit und Jugend ist nichts erhalten geblieben, er hat jedenfalls maturiert.

Nach der Niederlage Österreich-Ungarns, der Zerschlagung der Doppelmonarchie und der Vertreibung des Hauses Habsburg inskribiert er Medizin an der Universität Wien, wo er 1927 zum Doktor der Medizin promoviert wird und seinen Vornamen auf 'Emil' ändert. Er arbeitet anschließend unter anderem an der geburtshilflich-gynäkologischen Anstalt der Krankenkasse der Handlungsgehilfen und in der Lungenheilstätte Grimmenstein. Nach seiner Kündigung als Kassenarzt 1934 führt er eine Privatpraxis. Politisch ist er nicht aktiv.

Am 12. März 1938 erlebt Emil Tuchmann mit dem Einmarsch der deutschen Wehrmacht den Untergang des freien und unabhängigen Österreichs. Mit der Besetzung Österreichs wird die deutsche Gesetzgebung übernommen und damit auch die ‘Nürnberger Rassengesetze’, nach denen er als 'Volljude’ gilt. Ende September 1938 verliert er die allgemeine ärztliche Berufszulassung; als sogenannter 'Krankenbehandler' darf er weiterhin ausschließlich jüdische Menschen versorgen. Vom 10. November 1938 bis 22. November 1938 und vom 6. Oktober bis 12. Oktober 1939 wird er kurzfristig inhaftiert.

Anfang 1940 übernimmt Emil Tuchmann die Funktion des Vertrauensarztes für den gesamten Gesundheitsdienst der Israelitischen Kultusgemeinde. Er muss der Gestapo monatlich berichten. Innerhalb dieses erzwungenen Abhängigkeitsverhältnisses organisiert er die Versorgung der jüdischen Kranken und beschafft auch außerhalb der erlaubten Wege Medikamente und Lebensmittel. Zwischen 15. Juli 1941 und 19. Juli 1941 ist er abermals in Haft. 1941 gelingt die Erweiterung des Rothschildspitals auf 450 Betten. Die Handlungsmöglichkeiten bleiben von den nationalsozialistischen Behörden begrenzt.

Am 20. November 1941 heiratet Emil Tuchmann Marianne Weiß in Wien.

Bei der Versorgung jüdischer Häftlinge nutzt Emil Tuchmann längere Spitalsaufenthalte und ärztliche Diagnosen, um den Zugriff der Verfolger hinauszuzögern. 1944 organisiert er außerdem die ärztliche Betreuung ungarisch-jüdischer Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter im Raum Wien. Acht jüdische Ärzte werden zu regelmäßigen Lagerbesuchen eingesetzt; im Sammellager Malzgasse 7, im 2. Wiener Gemeindebezirk, entsteht für sie ein Spital mit 200 Betten.

Im April bzw. Mai 1945 erlebt Emil Tuchmann in Wien die Befreiung Österreichs und die Wiedererrichtung der Republik. Am 15. April wird er aufgrund von Anschuldigungen aus dem Kreis jüdischer Überlebender verhaftet. Gegen ihn richtet sich unter anderem der Vorwurf, missliebige Beschäftigte der Deportation preisgegeben zu haben. Andere Überlebende und Spitalsangestellte bestätigen seine Hilfeleistungen und setzen sich für ihn ein. Das Verfahren wird 1946 eingestellt.

1945 verständigt Emil Tuchmann die Polizei, als der untergetauchte SS-Offizier Siegfried Seidl von ihm eine entlastende Bescheinigung erlangen möchte. 1946 sagt er in dessen Volksgerichtsprozess aus. Ab 1947 ist Emil Tuchmann Chefarzt der Wiener Gebietskrankenkasse. Später wirkt er auch als beratender Arzt des Hauptverbandes der österreichischen Sozialversicherungsträger. Zu seinen Arbeitsgebieten gehören Kassenambulatorien, Jugendgesundheit und betriebliche Gesundheitsfürsorge.

1949 wird in Wien sein einziges Kind, sein Sohn Albert geboren.

1956 gehört Emil Tuchmann gemeinsam mit Hans Hoff zu den Initiatoren der Stiftung Genesungsheim Kalksburg. Die Klinik nimmt 1961 ihren Betrieb auf. Die Stiftung führt ihn für 1969 bis 1975 als Vizepräsidenten. Seine Beschäftigung mit der Rehabilitation alkoholkranker Menschen findet auch wissenschaftlichen Niederschlag: 1965 veröffentlicht er den Beitrag 'Rehabilitation of Alcoholics at Kalksburg (Austria)'.

Emil Tuchmann verstirbt mit 76 Jahren in Wien

Anfang 1940 übernimmt Emil Tuchmann die Funktion des Vertrauensarztes für den gesamten Gesundheitsdienst der Israelitischen Kultusgemeinde. Er muss der Gestapo monatlich berichten. Innerhalb dieses erzwungenen Abhängigkeitsverhältnisses organisiert er die Versorgung der jüdischen Kranken und beschafft auch außerhalb der erlaubten Wege Medikamente und Lebensmittel. Zwischen 15. Juli 1941 und 19. Juli 1941 ist er abermals in Haft. 1941 gelingt die Erweiterung des Rothschildspitals auf 450 Betten. Die Handlungsmöglichkeiten bleiben von den nationalsozialistischen Behörden begrenzt.

Am 20. November 1941 heiratet Emil Tuchmann Marianne Weiß in Wien.

Bei der Versorgung jüdischer Häftlinge nutzt Emil Tuchmann längere Spitalsaufenthalte und ärztliche Diagnosen, um den Zugriff der Verfolger hinauszuzögern. 1944 organisiert er außerdem die ärztliche Betreuung ungarisch-jüdischer Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter im Raum Wien. Acht jüdische Ärzte werden zu regelmäßigen Lagerbesuchen eingesetzt; im Sammellager Malzgasse 7, im 2. Wiener Gemeindebezirk, entsteht für sie ein Spital mit 200 Betten.

Im April bzw. Mai 1945 erlebt Emil Tuchmann in Wien die Befreiung Österreichs und die Wiedererrichtung der Republik. Am 15. April wird er aufgrund von Anschuldigungen aus dem Kreis jüdischer Überlebender verhaftet. Gegen ihn richtet sich unter anderem der Vorwurf, missliebige Beschäftigte der Deportation preisgegeben zu haben. Andere Überlebende und Spitalsangestellte bestätigen seine Hilfeleistungen und setzen sich für ihn ein. Das Verfahren wird 1946 eingestellt.

Photo von Emil Tuchmann mit seiner Frau Marianne, geborene Weiß, und Sohn Albert
Emil Tuchmann mit seiner Frau Marianne, geborene Weiß, und Sohn Albert
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1945 verständigt Emil Tuchmann die Polizei, als der untergetauchte SS-Offizier Siegfried Seidl von ihm eine entlastende Bescheinigung erlangen möchte. 1946 sagt er in dessen Volksgerichtsprozess aus. Ab 1947 ist Emil Tuchmann Chefarzt der Wiener Gebietskrankenkasse. Später wirkt er auch als beratender Arzt des Hauptverbandes der österreichischen Sozialversicherungsträger. Zu seinen Arbeitsgebieten gehören Kassenambulatorien, Jugendgesundheit und betriebliche Gesundheitsfürsorge.

1949 wird in Wien sein einziges Kind, sein Sohn Albert geboren.

1956 gehört Emil Tuchmann gemeinsam mit Hans Hoff zu den Initiatoren der Stiftung Genesungsheim Kalksburg. Die Klinik nimmt 1961 ihren Betrieb auf. Die Stiftung führt ihn für 1969 bis 1975 als Vizepräsidenten. Seine Beschäftigung mit der Rehabilitation alkoholkranker Menschen findet auch wissenschaftlichen Niederschlag: 1965 veröffentlicht er den Beitrag 'Rehabilitation of Alcoholics at Kalksburg (Austria)'.

Emil Tuchmann verstirbt mit 76 Jahren in Wien

מקומות

מקום מגורים:

 

ציטוטים

Wiener Stadt- und Landearchiv (WStLA)

Archiv der Universität Wien

Kanzler, Christine (2026): „Verfolgt und geehrt: Der Arzt Emil Tuchmann“, Österreichische Akademie der Wissenschaften, Biographie des Monats September 2026.

Angetter, Daniela/Kanzler,Christine: „… sofort alles zu veranlassen, damit der Jude als Arzt verschwindet“. Jüdische Ärztinnen und Ärzte in Wien 1938–1945. In: Herwig Czech / Paul Weindling (Hg.), Österreichische Ärzte und Ärztinnen im Nationalsozialismus, DÖW-Jahrbuch 2017, S. 47–66, besonders S. 54, 58–60 und 63–66

Raggam-Blesch, Michaela: Zwischen Rettung und Deportation. Jüdische Gesundheitsversorgung unter der NS-Herrschaft in Wien. In: derselbe Band, S. 67–88, besonders S. 75–76 und 85–87

Weiss, Alexia: „Es zählt nur das Jetzt“. Interview mit Albert Tuchmann, WINA – Das jüdische Stadtmagazin, Juni 2019. Geburtsjahr 1949, Einzelkind und familiäre Erinnerungen.

Stiftung Anton-Proksch-Institut: „Geschichte“. Stiftung 1956, Klinikeröffnung 1961, Emil Tuchmann als Mitinitiator und Vizepräsident 1969–1975.

Der Standard Online vom 17.09.2026 unter www.derstandard.at/story/3000000339744/verfolgt-und-geehrt-der-wiener-arzt-emil-tuchmann

Emil Tuchmann

Arzt
* 5 דצמבר 1899
Jablonitza
† 14 ספטמבר 1976
Wien
איסור פעילות, אחריות